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Zeugnis geben

Zuletzt bearbeitet am 21. Oktober 2015
Zeugnis geben

 

Drei Argumente für dein persönliches Zeugnis


Zeugnis geben

Meine Geschichte will gehört werden - aber wie sag ich sie weiter?  

"Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid." (1. Petrus 3, 15) - aber will denn überhaupt jemand mein Zeugnis hören?  

Drei Argumente für dein persönliches Zeugnis  

1. Interesse Die Leute interessieren sich für persönliche Lebensberichte. Ob im Fernsehen, in den Zeitungen, im Radio - persönliche Lebensberichte stehen hoch im Kurs. Wenn jemand echt und ehrlich von seinen Höhen und Tiefen erzählt, sind alle dabei - vor allem, wenn das Herz spricht. Die Menschen interessiert das Schicksal eines anderen. Man versucht, sich mit seinem Leben zu identifizieren, erkennt Ähnlichkeiten, unterschiedliche Lösungsansätze, man wird inspiriert von seinen Ideen usw.  

2. Kompetenz In Bezug auf dein eigenes Leben bist du kompetent Deine eigene Biographie könnte niemand so gut schreiben wie du selbst. Bei vielen theologischen Themen, wie z.B. bei der Dreieinigkeit, bist du wesentlich weniger kompetent. Aber wenn es um deine persönliche Geschichte geht, weiss keiner besser Bescheid als du. Da kann dir niemand widersprechen. Zitat: "Der Skeptiker kann vielleicht ihre Lehre leugnen oder ihre Kirche angreifen, aber er kann die Tatsache, dass sich ihr Leben geändert hat, nicht ignorieren." (Chuck Swindoll)  

3. Wirkung Die vorrangige und wirksamste Evangelisationsmethode der ersten Christen war das persönliche Zeugnis Zwar haben Leute wie Paulus auch durch theologische Diskussionen dem Evangelium den Weg gebahnt - aber die meisten Gläubigen erzählten einfach ihre Geschichte und ihre Erfahrungen mit Jesu. Das entsprach ganz der Idee Jesu: "Ihr werdet meine Zeugen sein." (Apg. 1, 8). Sie sagten: "Wir können es nicht lassen, von dem zu erzählen, was wir gesehen und gehört haben." (Apg. 4, 10). Die Evangelien sind nichts weiter als Erlebnisberichte (z.T. aus erster Hand). "Das haben wir mit Jesus erlebt" - so könnte man sie überschreiben. Durch diese einfache Art der Evangelisation sind über die Jahrhunderte Tausende von Christus überzeugt worden.  

Wie erzähle ich "meine Geschichte"?

In Apostelgeschichte 26, 4-23 sehen wir, wie Paulus vor König Agrippa seine Geschichte erzählt. Sie ist in drei Themenbereiche gegliedert:

Seine Zeit vor der Bekehrung:Verse 4-11

Seine Bekehrung:Verse 12-18

Seine Zeit nach der Bekehrung:   Verse 19-23

Nach seiner Geschichte stellt er dem König eine abschliessende Frage: "König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiss, du glaubst" (Vers 27). Wollte man der Lebensgeschichte von Paulus eine Überschrift geben, eine Art übergeordnetes Thema, so könnte man so formulieren: "Der Eifer des Paulus, Gott zu dienen."  

Dieses Muster des Paulus können wir für unsere Geschichte verwenden. Jeder Christ hat seine eigene persönliche Geschichte, wie er Jesus Christus kennen gelernt hat. Wie Paulus durchläuft dabei jeder die folgenden drei Phasen.  

Die Zeit vor der Bekehrung:

Da niemand als wiedergeborener Christ zur Welt kommt, kennt jeder eine Zeit in seinem Leben, als er noch kein Christ war (Eph. 2, 1-3). Jeder Christ kennt ein einst und ein jetzt in seinem Leben (Eph. 2,13; 5,8; 1. Petr. 2, 10). Kinder, die in christlichen Elternhäusern aufgewachsen sind, erinnern sich manchmal nur noch schwach daran, wie es war, bevor sie Jesus bewusst in ihr Herz aufgenommen haben.  

Die Zeit der Bekehrung

Die Zeit von der Bekehrung bis heute ist bei jedem Christen gekennzeichnet durch verschiedene Veränderungen im Verhalten, im Denken, im Reden, im Wollen und im Fühlen. Bei einigen sind diese Veränderungen äusserlich leicht festzustellen (1. Kor. 6, 9-11). Bei anderen vollziehen sie sich eher unscheinbar. Das hat natürlich auch damit zu tun, wie viel Raum ein Christ nachher Jesus lässt. Je mehr Raum Jesus bekommt, desto stärker wird die Veränderung sichtbar und umso erfüllter empfindet dieser Christ sein neues Leben.  

Aufgabe

Beschreibe die drei Phasen "deiner Geschichte". Versuche dabei einen roten Faden herauszufinden  und diese Geschichte unter ein bestimmtes Thema zu stellen.  

Die Zeit vor der Bekehrung

Was war dir damals wichtig? Was hast du über Jesus und die Bibel gedacht? Welche Probleme, Ziele, Fragen usw. hattest du damals?  

Die Zeit der Bekehrung

Wann bist du zum ersten Mal mit dem Evangelium in Berührung gekommen? Wie hat das auf dich gewirkt? Wie war deine Reaktion? Was hat dich letztlich überzeugt? Wie, wo und wann hast du Jesus deine Sünden bekannt und ihn als Herrn über dein Leben angenommen?  

Die Zeit nach der Bekehrung

Was hat sich danach in deinem Leben verändert? Welche Erfahrungen hast du mit Jesus gemacht? Welche Probleme, Ziele, Fragen usw. hast du heute? Was nützt dir der Glaube dabei? Weshalb bist du heute immer noch Christ? Was möchtest du als Christ unbedingt noch erleben?  

Abschliessende Frage

Wenn du jemandem "deine Geschichte" erzählst, vergiss nie, mit einer abschliessenden Frage aufzuhören (Apg. 26, 27). Diese Frage fordert den Zuhörer zu einer Reaktion heraus. Die Frage kann lauten: "Konntest du damit etwas anfangen? Was denkst du darüber?" oder so ähnlich.  

Grundsätze für die Formulierung

1.    Achte auf eine natürliche Sprache. Sei so normal, wie du sonst auch sprichst.

2.    Vermeide Kanaanismen. Fromme Insidersprache kannst du generell aus deinem Wortschatz streichen. So redet kein normaler Mensch.

3.    Frage dich immer: Würde mein ungläubiger Nachbar verstehen, was ich da sage? 4.    Sei ehrlich. Ungläubige riechen es sofort, wenn wir ihnen was vormachen.  

Variationen Bene Müller, der Lobpreisleiter von Vineyard Bern sagt: "Ich habe immer drei Lebensberichte von mir parat:

1.    Eine Kurz-Variante von knapp 3 Min. für kurze Begegnungen mit wenig Zeit (viel länger war auch die Geschichte von Paulus Apg. 26 nicht).

2.    Eine mittellange Version von 10 - 15 Min., wenn jemand nach der Kurz-Variante mehr hören möchte

3.    Eine ausführliche Form, wenn jemand einen Abend Zeit und Interesse hat."  

Wenn Du deine Geschichte erzählen willst …  

Drei Grundregeln:

1.    mach dir keinen Druck ("Ich muss jetzt Zeugnis geben…"): Die Leute riechen es gegen den Wind, dass du jetzt deine fromme Pflicht erfüllen willst.

2.    Nutze Gelegenheiten: Manchmal gibt es in Gesprächen Augenblicke, wo du geradezu eingeladen bist, von dir zu erzählen. Verpass sie nicht.

3.    Achte auf das Leiten des Heiligen Geistes: Manchmal gibt er dir den Eindruck, mit diesem oder jenen ein Gespräch zu beginnen oder auf einen bestimmten Menschen zuzugehen. Dann sei pünktlich gehorsam. Gott will dich gebrauchen. Er wird dich im Gespräch leiten (1. Lk. 12, 11-12).

Idee

Manche Christen tragen ihre Geschichte in Kurzform immer auch schriftlich bei sich. In Postkartenformat, versehen mit ihrer eigenen Anschrift und Telefonnummer, geben sie es Menschen in die Hand, mit denen sie eine gute Begegnung hatten. Da bereits eine kleine Beziehung entstanden ist, wird das Zeugnis aus gelesen. Die Kontaktadresse bietet die Möglichkeit zur Rückfrage und zur weiteren Kontaktpflege.  

Übrigens …

sind auch Jungschärler dankbar, wenn du ihnen nicht nur fromme Wahrheiten weitergibst - sie wollen wissen, wie du es lebst.  



Quellennachweis:

Autor:  Thomas Lorenz

Inhalt, Titelbild, copyright: www.besj.ch


Die Autoren: Irmgard
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