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Sarasani

Zuletzt bearbeitet am 14. März 2012
Sarasani

Der Sarasani ist ein grosses Gruppenzelt, geknüpft aus Militärblachen. Ein Sarasani kann in verschiedenen Grössen aufgebaut werden, abhängig davon, wie viele Blachen verwendet werden und wie hoch die Konstruktion ist.

Der Sarasani wird aus drei Blachenquadraten geknüpft. In der Theorie entspricht die Form eines Sarasanis einem Tetraeder (Pyramide mit 3 Kanten).


Dimensionierung eines Sarasanis

Um bei der Planung eines Sarasanis, die Grösse zu bestimmen gibt es einige Richtwerte. Entscheidend ist, wie viele Personen stehend od. sitzend Platz finden müssen. Aus der untenstehenden können Richtwerte für die verschiedenen Sarasanigrössen entnommen werden.

Achtung: Bei den Werten handelt es sich um Richtwerte, reelle Werte variieren je nach Steilheit des Zeltes sehr stark.


Sarasanigrössen-Tabelle


Anzahl Militärblachen

Nachdem man anhand der Sarasanigrössen-Tabelle den zu verwendenden Grundtypen bestimmt hat, muss man definieren, wie viele Blachen definitiv verwendet werden sollen.

Grundsätzlich besteht ein Sarasani aus 3 Blachenquadraten, die zu einer Pyramide zusammengeknüpft werden. Ist die Seitenlänge eines solchen Teilquadrates 4 ergibt dies eine Blachenanzahl von 48 (4x4=16 pro Teilquadrat *3=48Blachen). Das entspricht dem 48er-Typen.

In der Praxis werden jedoch oft die äusseren Ecken des Sarasanis abgenommen, da diese die Nutzfläche i.d.R. nur unwesentlich vergrössern. Nimmt man so z.B. beim 48er-Typen an jedem der drei Teilquadrate die äussersten 3 Blache weg, kommt man auf eine Blachensumme von 39.

Ob und wie viele Blachen bei einem bestimmten Typen abgenommen werden sollten, kann man nicht endgültig sagen, es hängt von der Situation ab und ist auch eine Philosophiefrage.

Ein Problempunkt des Sarasanis ist oft der geringe Lichteinfall. Wenn man keine zusätzliche Beleuchtung installiert, ist es vor allem beim 75er und 108er Typen empfehlenswert, ca. 3 lichtdurchlässige Blachen einzuknüpfen. Das sind Blachen mit einem eingelassenen Fenster (Plastikplane).

Es sollte immer im Vornherein überlegt werden, wie die Blachen übereinander geknüpft werden müssen, und wie man die Nähte platzieren muss. Es bietet sich an, einen Plan vorzubereiten, um ihn auch den Jungschärlern beim knüpfen zeigen zu können.

Nachfolgend ist ein Beispiel für einen 39-Blachen Sarasani gezeigt. Die schwarzen Pfeile bezeichnen die Überlappung der Knüpfnähte. Die roten Pfeile bezeichnen die Richtung der Nähte der Blache. Der grosse Pfeil bezeichnet die vorherrschende Windrichtung.


Knüpfplan (39-Blachen-Sarasani)


Mast

Die minimalen Masthöhen können der Sarasani-Grössentabelle entnommen werden. Der Mast sollte aus einem massiven, möglichst geraden Stamm bestehen, der nicht zu alt (oder gar morsch) ist.

Der Mast sollte min. 50cm optimaler aber >=100cm im Boden versenkt werden. Vor dem Aufstellen des Masts muss unbedingt die Blachenaufhängung vorbereitet werden (Siehe unten).

Da der Mast später mit Seilen abgespannt wird, müssen diese im Voraus befestigt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine sehr verbreitete Methode ist, dass man 2 Seile verwendet, die jeweils in der Seilmitte mit einem Mastwurf an der Mastspitze befestigt werden. Später werden sie Diagonal über den Sarasani gespannt. Diese Seile dienen auch zur Hilfe beim Aufstellen des Masts.

Wenn der Mast im Loch steht, werden grosse Steine dem Mast entlang in den Boden gerammt, um den Mast zu stabilisieren. Der Mast sollte ohne abspannen bereits stabil stehen!

Anschliessend wird der Mast an grosse Pflöcke (es bieten sich Doppelpflöcke an) abgespannt.

Alternativ zu einem Mast kann ein Sarasani auch an ein gespanntes Seil (nur für kleine Ausführungen!!!) oder einen Quermasten hochgezogen werden. Dies bietet sich vor allem in bewaldeten Gebieten an.


Mast


Blachenaufhängung

Der kritischste Punkt eines Sarasanis ist die Konstruktion, mit der die Blachen mit dem Mast verbunden werden.

Da an dieser Stelle grosse Belastungen auf die Blachen lasten, sollten die Blachen nicht direkt mit Seilen angebunden werden.

Verbreitet ist die Methode, dass die obersten drei Blachen zwischen zwei Holzdreiecken eingeklemmt wird. Dazu benötigt man zwei massive Holzdreiecke (gleichseitig, ca. 115cm Seitenlänge) vorzugsweise aus massivem Holz (z.B. Eichenholz). Zum Klemmen können Schraubzwingen o.ä. verwendet werden. Bei dieser Konstruktion bleibt an der Spitze des Zeltes ein Loch offen. Bei Bedarf kann es mit einer zusätzlichen Blache verschlossen werden.
Der wenige Regen, der so eindringt stört jedoch selten allzu stark. Zudem ist die Öffnung eine zusätzliche Lichtquelle und dient als Abluftöffnung.

Ein weiterer Wichtiger Punkt ist die Befestigung der Seile und ev. Röllchen / Karabiner an der Mastspitze. Grösstenteils wird dies mit Hilfe von Seilen realisiert. Alternativ kann eine Bauklammer verwendet werden. Diese kann einfach in den Mast gerammt werden. Bauklammern erhält man z.B. in Baugeschäften.

Um die Blachen nun den Mast hochzuziehen kann man einen Flaschenzug einsetzen. Einerseits kann man so die Blachen einfacher hochziehen und andererseits wird das Material geschont (halbe Zugkraft auf dem Seil). Ein möglicher Flaschenzug ist unten abgebildet.


Blachenaufhängung


Planung

Grundsätzlich muss ein Sarasani sehr gut geplant werden. Vor allem wenn man das erste Mal einen Sarasani aufstellt, oder wenn man eine spezielle Sarasani-Form bauen möchte, bietet es sich an, im Voraus ein Modell des Sarasanis zu fertigen.

Dazu gibt es 2 Möglichkeiten:

  • Man druckt den Blachenplan des Sarasanis aus und klebt ihn, zur Form des Sarasanis zusammen. (Siehe Bild unten)
  • Man bastelt ein Netz aus Schnüren, das die Blachen darstellt und hängt es an einen Masten, der im selben Massstab ist.

Ein Modell eignet sich auch immer, um den Mitleitern und den Jungschärlern zu zeigen, wie der Sarasani später aussehen soll. Denn oft haben diese Mühe, es sich vorstellen zu können, z.B. beim Knüpfen der Blachen.


Sarasanimodell


Vor- / Nachteile

Vorteile

  • sehr imposant
  • gross
  • auch im Sommer relativ kühl
  • hoch (z.T. auch Feuer im Zelt möglich)

Nachteile

  • grosse Angriffsfläche für den Wind
  • grosse Belastungen für das Material
  • grosser Materialaufwand
  • Verhältnis Blachen/Nutzfläche ist nicht Optimal

Sicherheitshinweise

Ein Sarasani birgt einige Sicherheitsrisiken. So ist weniger das Eigengewicht das Problem (obwohl dieses auch oft über 150kg ist), als vielmehr die grosse Angriffsfläche für Wind und Regen.

Folgende Punkte sollten unbedingt beachtet werden:

  • Der Sarasani darf bei Gewitter auf keinen Fall betreten werden (Blitzeinschlags-Gefahr)
  • Bei Stürmen sollten die Blachen heruntergelassen werden, um ein Zerreissen der Blachen zu verhindern
  • Zum Abspannen des Masts sollten keine Hanfseile verwendet werden (Probleme mit Nässe)
  • Die Pflöcke, an die die Seile gespannt werden müssen so konzipiert sein, dass sie auch bei nassem Untergrund fest verankert bleiben.
  • Beim Aufstellen und Ablegen des Masts sollten sich Kinder nur in sicherer Entfernung aufhalten.

Bildnachweis

  • Titelfoto: 39-Blachen Sarasani (09.07.2010), zur Verfügung gestellt von der Jungschar Schinznach / Manuel Meier
  • Grafiken und Bilder: Zur Verfügung gestellt von der Jungschar Schinznach / Manuel Meier

Die Autoren: jsschinznach, Ramba, snoopy78
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