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Licht und Finsternis

Zuletzt bearbeitet am 02. November 2015
Licht und Finsternis

 

Ein Anspiel zum Thema: Licht und Finsternis


Anspiel

Da das Stück bei seiner Aufführung guten Anklang fand, soll es anderen Teenagerleitern nicht vorenthalten werden.  

Ich gebe euch jetzt Einblick in das Leben des Harald K, aus P. Harald K. ist ein ganz normaler Mensch, soweit man das überhaupt von irgendeinem Menschen behaupten kann. Er wohnt in P., einer Stadt irgendwo in unserem Lande.  

Bitte schliesst jetzt für einen Moment die Augen. (Das Licht wird gelöscht und der Raum verdunkelt. Harald sitzt auf dem Boden oder geht hin und her.)  

Jetzt öffnet bitte eure Augen. Ihr seht, falls überhaupt etwas, das Leben von Harald. Er hat versucht, aus seinem Leben das Beste zu machen. Er wollte immer den Durchblick haben und ein erfolgreicher Mensch sein. Doch während der Jahre hat sich sein Leben immer mehr verdunkelt. Da waren die täglichen Lügen, die Betrügereien in seinem Beruf oder die kleinen stimmungsbedingten Unfreundlichkeiten seinen Mitmenschen gegenüber. Inzwischen sitzt  Harald K. im Dunkeln. Er versucht, mit der Finsternis zu leben, so wie es fast alle Menschen um ihn herum tun. Er ist unglücklich. (Harald nimmt eine Zeitung in die Hand). Harald K. gibt eine Anzeige in der Zeitung auf: Hilfe ich will nicht mehr im Dunkeln sitzen!  

(Eine Person tritt ein)
Eines Tages kommt ein Psychotherapeut des Weges und sagt zu Harald: „Du musst dein Licht von innen her finden. Deine Kraft liegt in der Beherrschung deiner Triebe. Schau in dich hinein.“  

(Harald setzt sich auf den Boden und nimmt eine Decke, mit der er sich zudeckt.) Harald K. schaut in sich. Aber was sieht er dort? Wieder nur Finsternis. Er sieht die Dinge, die ihm das Licht aus seinem Leben nehmen: Hass, Neid, Streitsucht.

Er merkt, dass er eine Lichtquelle braucht, denn allein kommt er aus seiner Dunkelheit nicht heraus. (Harald wirft die Decke weg und sucht nach irgend etwas, nimmt die Zeitung zur Hand. Harald sieht die Zeitung und liest eine Anzeige: Selbstvertrauen ist der Weg zum Erfolg! Mit ein bisschen Übung und Hartnäckigkeit ist das Selbstvertrauen schnell gefunden.  

(Er versucht, ein Feuerzeug anzuzünden, endlich klappt es.)
Jetzt hat er Licht. Er sieht wieder Dinge, die er vorher nicht gesehen hat, und das nur mit ein wenig Selbstvertrauen. Er sieht nämlich sich selbst. Aber weiter reicht das Licht nicht. Aber Harald will doch auch die Menschen sehen, die um ihn herum sind.  

(Harald macht das Feuerzeug wieder aus. Jemand Anderes tritt ein.)  
Ein Humanist kommt zu Harald K.: Du musst auf die anderen Menschen sehen. Suche dir ein Idealbild und werde so. Sieh, was die anderen Menschen machen. (Harald greift zur Taschenlampe.) Aha. Jetzt sehen wir, äh, sieht Harald schon viel mehr. Er sieht die Menschen, die in seiner Umwelt leben. Es sind reiche Menschen, die es zu etwas gebracht haben. Harald versucht, sich mit diesem Licht zu beleuchten. Denn was für die einen gut ist, kann es für ihn doch nicht schädlich sein.  

(Er hält die Taschenlampe auf sich.)
Aber es ist ziemlich dürftig. Sollte das Licht etwa zu schwach sein? Harald schaut auf das Preisschild der Lampe. Aha. Das Licht ist zu billig. Man will kein Fünf-Euro-achtzig-Licht bei den oberen zehntausend „Erleuchteten“. Also das ganze nochmals, aber eine Preisstufe höher.  

(Er holt eine grosse Taschenlampe oder einen Scheinwerfer heraus.)
Mit diesem hellen Licht, wird es wohl gelingen. Wenn ich mir jetzt die Menschen ansehe ...

(Er leuchtet in die Zuschauer.)
Ja, aber Moment mal. Warum wendet sich jeder von mir ab?  

(Leuchtet weiter im Publikum herum.)
Die sind ja alle viel ärmer als ich. (Nach einer Pause.) Ich hab’s! (Er macht eine Aha-Bewegung mit dem Finger.) Modern ist out. Zurück zur Natur.

(Er zündet eine Kerze an.)
Kein Atom, nur noch Natur. Das allein muss doch genügen, um erleuchtet zu werden, denn in der Natur liegt die Kraft.  

(Plötzlich geht ein Tageslichtprojektor an.)
An der Wand steht: Wissen ist Macht. Die erforschte Welt bringt Licht in die Zukunft. Darum: Zukunftsorientiert forschen. 

Grossartig! Klar. Wenn ich alles weiss, dann bin ich erleuchtet. (Harald schreitet stolz zum Projektor, nimmt einige Bücher zur Hand und fängt an zu studieren. Nach einer längeren Pause:) Alles Wissen gehört mir. Jetzt zeig’ ich allen Menschen, das Licht der Wissenschaft.  

(Mutig geht er in eine andere Ecke des Raumes.)
Moment mal. Hier ist es gar nicht so hell wie da hinten. Was soll denn das? Schliesslich weiss ich doch alles. Oder nicht?  

(Der Projektor geht aus.)
Gibt es denn keinen, der mich aus dieser Finsternis herausführt? (Laut:) Wo gibt’s dieses verdammte Licht?!  

(Eine ruhige Stimme:)
Du sollt nicht fluchen.
Was? Wer um alles in der Welt bist du denn? Ich heisse Jesus. Jesus Christus.  

Heilige Maria. Du bist doch der Typ aus der Kirche. Der, der bei Gott da oben wohnt. Was machst du hier? Ihr im Himmel habt doch genug Licht. Warum bist du hier in dieser Finsternis? Ich bin hier, weil ich das Licht habe, das du suchst. Ich will dich aus dieser Dunkelheit herausholen.  

Jetzt hör mir mal zu. Ich habe malocht, gerackert, gepaukt. Aber niemals habe ich das Licht gefunden, das mein Leben beleuchtet und ausleuchtet. Aber was soll’s? du musst auch deine Chance kriegen. Was muss ich tun, damit ich das Licht bekomme?  

Vertraue mir. Denn: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, hat das Licht, das zum Leben führt und wird nicht mehr im Dunkeln tappen. (Joh. 8, 12)  

Du meinst, ich soll dir einfach vertrauen, ohne etwas dazu zu tun? Du meinst, dass du mir das Licht schenken willst? (Pause) Probieren geht über Studieren.  

(Harald in Gebetshaltung)
Vielleicht ist das meine letzte Chance. Jesus Christus. Ich möchte dir vertrauen. Hilf mir, aus der Dunkelheit meines Lebens herauszukommen. Schenk mir das Licht, das mich von meiner Angst und meiner Schuld befreit.
(Passend dazu kann der Text aus Epheser 5, 1-20 gelesen werden)  

Hinweise  

Das Anspiel wird von einem Erzähler vorgelesen, der gleichfalls Haralds Stimme ist. Der Spieler, der Harald darstellt, braucht das Gelesene also nur pantomimisch darzustellen. Die Stimme des Psychotherapeuten bzw. des Humanisten kann entweder von dem Erzähler oder von zwei anderen Spielern übernommen werden. Dasselbe gilt für die Stimme von Jesus.



Quellennachweis:

Inhalt und Titelbild: Copyright BESJ, www.besj.ch

Autor: Marcus Felbick 


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Die Autoren: AnjaFritz, Irmgard
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