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Karrieren-Poker

Zuletzt bearbeitet am 18. November 2015
Karrieren-Poker

Rollenspiel um Berufwahl,  Vorstellungsgespräche, Mobbing und Karriere.

Diese Themen sind brandneu auch bei unseren Teenies. Wir spielen den Ernstfall auf nicht ganz ernstzunehmende Art und Weise.


Spieleinleitung

Big Boss und Personalchef präsentieren sich in angemessener Kleidung und verkaufen ihre Idee:  

"Wir werden eine Firma gründen, die weit über die Jahrtausendwende erfolgreich sein wird. Unsere Firma hat vier Stockwerke mit je einer sozialen Schicht. Also eine Chefetage, Kaderetage, Arbeiteretage und Hilfsarbeiteretage. Ihr bestimmt, in welcher Position ihr einsteigen werdet. Allerdings kann sich diese Hierarchie später selbstverständlich wieder ändern.  

Wir als Geschäftsinhaber stellen das Kapital und das Know-how der Firmenführung. Ihr entwickelt das Produkt. Das Ziel der Firma ist, Marktleader in Sachen Sport zu werden. Unser Produkt soll Jugendliche ansprechen und muss ein Verkaufsrenner werden.  

Euer Produkt könnt ihr mittels eines zweiminütigen Werbespots präsentieren. Es gibt keine zeitliche Überschreitung, da Werbesekunden unglaublich teuer sind!

Euer Produkt kann gezeichnet, beschrieben oder gebaut werden. Zudem braucht euer "Renner" einen gehaltvollen Namen. Für diesen Auftrag habt ihr 30 Min. Zeit - Zeit ist Geld! Die Firma freut sich auf gelungene Produkte! Viel Erfolg."  

Teenies werden in vier Gruppen eingeteilt, die während des ganzen Anlasses erhalten bleiben.


1. Bewerbungsrunde - Vorstellung der Produkte

Die genialen Erfindungen mit den ebenso genialen Namen werden präsentiert.

Die Bewertung erfolgt durch die Gruppen:

  • Die Teams erhalten vom Big Boss Fr. 1800 (Monopolygeld).
  • Jede Gruppe muss ihr gesamtes Geld auf die anderen drei Gruppen verteilen.
  • Dabei darf nichts auf sich selber gesetzt werden.
  • Die verteilten Summen müssen geheim gehalten werden.

Das Geld wird vom Personalchef in Couverts gesammelt. 


Bewerbungsgespräch

Das Produkt ist wichtig. Die Personen die dahinterstehen noch wichtiger! Darum geht es jetzt um die richtige Personalwahl. 

Der Personalchef und der Big Boss haben sich ein Erscheinungsbild der Firma zurechtgelegt:

  • sicheres Auftreten
  • totaler Einsatz für die Firma
  • persönliche Plaudereien und Freude haben nichts zu suchen
  • Äusserlichkeit wie Kleidung, Noten und Zeugnisse haben keinen grossen Stellenwert
  • Motivation ist entscheidend
  • Big Boss schätzt Schmeicheleinheiten
  • Pünktlichkeit ist wichtig
  • vergessene Unterlagen nicht so tragisch, wenn der gute Wille da ist
  • Familie ist nicht schlecht aber nicht zu viele Kinder und kein zu grosser Zeitaufwand dafür

Diese Charakteristik braucht es zur Bewertung der folgenden Fragen. Nacheinander versucht sich jeweils ein Bewerber pro Gruppe bei der Beantwortung. Wer am meisten den Firmenvorstellungen entspricht, kriegt Fr. 50.-.

  • Sie kommen ins Büro herein und begrüssen uns. Wie tun Sie das?
  • Beschreiben Sie Ihre Kleidung
  • Welche Ausrede erfinden Sie, wenn Sie zu spät ins Bewerbungsgespräch kommen?
  • Wie finden Sie eigentlich meine Krawatte?
  • Der Big Boss lässt zwischendurch etwas auf den Boden fallen. Welche Gruppe hebt es auf?
  • Ein Angestellter kommt um 11:45 Uhr mit einem persönlichen Problem zu Ihnen ins Büro. Wie reagieren Sie?
  • Der Personalchef wünscht Ihre Bewerbungsunterlagen zu sehen -  Sie haben sie aber vergessen. Wie reagieren Sie?
  • Haben Sie Familie? Wie sieht sie aus und was bedeutet sie Ihnen?

Jetzt werden Die Couverts mit dem Geld verteilt und von den Gruppen gezählt.


Börse

Jedes Team hat nun die Möglichkeit, ihr Kapital zu vermehren (oder zu verlieren). Die Spekulation an der Börse ist aber freiwillig. Die Gruppe entscheiden sich, ob und wie viel Geld sie setzen wollen. Sie melden ihren Entscheid dem Big Boss.

Spielanlage: Ein Kartenset wird auf einem Tisch ausgelegt. Die Teams senden einen Abgeordneten, der eine Karte aufdeckt, die den Einsatz beeinflusst.  

  • Herz: Verdoppelung
  • Schaufel: Verlust
  • Ecke: Stagnation
  • Kreuz: nochmals ziehen  

Festlegung der Hierarchie  

Wer nach der Börse am meisten Geld besitzt, darf sich an die Tische der Chefetage setzen, dann folgt das Kader, die Arbeiter und Hilfsarbeiter.  

Diese Einteilung drückt sich vor allem in der Ausrüstung der Tische aus:

Die Direktion hat Porzellanteller, Silberbesteck, Weingläser etc. Sie trinken Rimuss und Orangensaft.

Das Kader hat Campingteller, Campingbecher und normales Besteck. Sie trinken Cola und Mineralwasser.

Die Angestellten haben Pappteller, Plastikbecher und Plastikbesteck. Sie trinken Tee.

Die Hilfsarbeiter haben Gamellen und einen Plastiklöffel. Sie trinken normales Wasser.  

Selbstverständlich müssen sie der Chefetage das Essen servieren und anschliessend auch das gesamte Geschirr abwaschen und neu auftischen. Damit das Servieren nicht eskaliert, muss der Leiter darauf achten, dass es ernsthaft zu und her geht. Zur Erleichterung der Hilfsarbeiter müssen sie jeden Chef nur einmal bedienen (Nachschub holen können sie selber).  

In dieser Hierarchie wird die Vorspeise (z.B. Salat und Brötchen) zu sich genommen. Gleichzeitig müssen sie sich auf jeder Etage eine standesgemässe Darbietung überlegen, die nach dem Essen vorgetragen wird. 


2. Bewährungsrunde

Nach der Präsentation der Darbietung wird wieder Fr. 1800.- an die Gruppen ausgeschüttet. Diese Summe muss wie beim ersten Mal an die anderen Teams verteilt werden.  

Streikkarte

Obwohl streiken eines echten Schweizers unwürdig ist, kann diese Karte gewonnen werden. Sie nützt allerdings nur den Hilfsarbeitern etwas. Sie können damit ihr Ämtli verweigern und das Servieren und Abwaschen muss von den Arbeitern übernommen werden. Gewinnt eine andere Gruppe die Karte, kann sie am Ende der Runde verkauft werden. Die Karte gewinnt diejenige Gruppe, die beim Big Boss das kürzeste Streichholz zieht.    

Ereignis: Diebstahl

Leider gibt es auch in unserer Firma Diebe. Selbstverständlich sind es nie die oberen Etagen, sondern Schuld sind die Arbeiter und Hilfsarbeiter.  

Sie dürfen die gestohlenen Gegenstände in Taschen und Wolldecken verstecken und müssen sich nacheinander vor den oberen Etagen präsentieren. Die anderen dürfen zur Verwirrung natürlich auch Taschen etc. tragen. Obwohl man die Gegenstände nicht sehen wird, erkennt man oft am Verhalten der Personen, ob sie Diebesgut auf sich tragen oder nicht.

Die Direktoren beurteilen die Hilfsarbeiter. Das Kader die Arbeiter.

Pro richtig getippte Person gibt es von der Firma Fr. 250.- Prämie. Gelingt der Schmuggel, erhalten die unteren Schichten dieselbe Summe.  

Ereignis: Unfall

Leider ist ein Betriebsunfall geschehen. Dies schadet dem Ansehen der Firma und den Direktoren werden wegen Aktienverlusten Fr. 150.- abgezogen. Wer sonst noch Schuld trägt, wird mit einem Spiel entschieden:

Mit Verkehrsmonarchen wird ein Parcour abgesteckt. Dieser muss mit einem beladenen Palettrolli oder Gepäckwagen absolviert werden.

Pro umgefahrenen Monarchen gibt es Fr. 100.- Strafe. Die langsamste Gruppe bezahlt zudem Fr. 300.-.


Börse

Die Bewährungsrunde wird - wie bereits bekannt -  an der Börse abgeschlossen.  

Danach wird das Geld gezählt und die Hierarchie neu festgelegt. Allenfalls darf die Streikkarte noch verkauft werden, was die Einteilung noch beeinflussen kann. Nach der definitiven Festlegung wird in dieser Formation der Hauptgang verspeisen.


3. Ausdauerrunde

Nach dem Abwasche und dem Auftischen durch die Hilfsarbeiter(oder mit Streikkarte durch die Arbeiter) geht es in die Ausdauerrunde. auch hier meint es die Wirtschaft nicht gut mit uns.  

Ereignis: Umweltskandal mit Korruption

Leider ist uns ein klein wenig Chemie ins Abwasser gelangt (aber die Bevölkerung braucht sich keine Sorgen zu machen). Natürlich schadet dies dem Image und die Direktion verliert Fr. 150.-. Aber auch hier ist klar, dass eine Abteilung die Hauptschuld auf sich nehmen muss. Nur welche? Die Schuldigen werden mit würfeln ermittelt. Alle Gruppen senden einen Delegierten. Sie würfeln nacheinander. Diejenige Gruppe, die zuerst 20 oder mehr Punkte erzielt, ist aus dem Schneider. Die letzte zahlt Fr. 500.- für die entstandenen Umweltschäden.  

Vor dem Würfeln muss aber noch Folgendes beachtet werden: Korruption scheint es auch in unserer Firma zu geben… der Big Boss oder der Personalchef ist bestechlich (muss vorher abgemacht werden). Die Abteilungen können sich entscheiden, ob sie jemanden mit Fr. 50.- schmieren wollen.  

Haben sie die richtige Person bestochen und werden schuldig, dann müssen sie die Fr. 500.- nicht bezahlen. Haben sie aber die falsche Person bestochen und werden schuldig, bezahlen sie neben dem Bestechungsgeld und der Busse noch Fr. 200.- wegen der ausgelösten Bestechungsaffäre. Bezahltes Schmiergeld ohne später erwiesene Schuld bleibt ohne Folgen.  

Ereignis: Steuerbetrug

Kaum ist der Umweltskandal ausgestanden, kommt bereit das nächste Unheil. Die Steuerbehörde hat Mängel bei der Buchhaltung ausgemacht. Wem dieser Fehler unterlaufen ist wird mit einer einfachen Übung herausgefunden: Alle Abteilungen erhalten folgende Rechnung: 15'233 + 16'105 - 2553 x 2 + 18'228 - 23 x 5 + 11'001 = 55'346  

Jede Gruppe, die ein falsches Resultat abgibt, ist schuldig und bezahlt Fr. 200.-. Die schnellste bekommt dafür als Belohnung für spezielle Verdienste Fr. 300.-. Die zweite Fr. 200.-. Die dritte Fr. 100.-.  

Ereignis: Liebesaffäre

Spätestens seit Clinton weisse jede Firma, wie schädlich eine Liebesaffäre sein kann. Offenbar gibt es auch in unserer einige Techtelmechtel, die aber nur innerhalb der Abteilungen toleriert werden können.   Spielverlauf: Vom Personalchef werden vier ähnlich aussehende Burschen aus jeder Abteilung ausgewählt und die Gruppen bestimmen ein Mädchen, das ausser Sichtweite gebracht werden muss. Wenn sie weg sind, werden den Jungs in einem separaten Raum Ringe und Brillen ausgezogen, Pullover und Hosen ausgetauscht. Danach werden sie wieder hereingeführt und auf vier bereitgestellte Stühle gesetzt. Danach wird das Girl der ersten Gruppe mit verbundenen Augen hereingeführt. Sie muss nun durch Tasten und Riechen herausfinden, welcher Boy zu ihrer Abteilung gehört. Selbstverständlich wird jegliches Geräusch seitens der Gruppen oder der Kandidaten mit einer höhen Busse bestraft. Nach spätestens 2 Minuten muss sich das Mädchen entschieden haben und sie setzt sich auf die Knie des auserwählten Jungen. Tippt sie falsch, kostet es dieser Abteilung Fr. 300.- für Rechtsanwälte, die die Affäre wieder ins richtige Lot bringen.  

Ereignis: Produktefehler

Als letztes Ereignis passiert unserer Firma noch ein Mangel an einem Produkt. Die Behebung erfordert äusserste Schnelligkeit und Präzision und wird entsprechend belohnt.

Spielablauf: Das Lösungswort (z.B. Maschineneinstellungen) wird mit vier Farben notiert und die einzelnen Buchstaben ausgeschnitten. Diese werden im ganzen Raum verteilt. Jeder Gruppe wird eine Farbe zugeteilt. Sie suchen die Buchstaben zusammen und versuchen das Lösungswort herauszufinden. Die schnellste Gruppe erhält Fr. 500.-. Leider wird der Direktion noch Fr. 100.- durch den Produktionsausfall abgezogen.


Börse

Die Ausdauerrunde wird - wie bereits bekannt - an der Börse abgeschlossen.

Danach wird das Geld gezählt und die Hierarchie neu festgelegt. Allenfalls darf die Streikkarte noch verkauft werden, was die Einteilung noch beeinflussen kann.  

Nach der definitiven Festlegung wird in dieser Formation der Dessert verspiesen und die Ämtli verrichtet.


4. Wichtige Hinweise

Falls die Andacht integriert werden will, ist dies gut als Tischrede möglich. Es eignen sich Themen wie:

  • Ungerechtigkeit in der Schule/Arbeit
  • Mobbing
  • Missgunst
  • einander dienen
  • Umgang mit Macht/Geld Gott = Big Boss? Gute Taten - Belohnung, schlechte Taten - Strafe?  

Die Spielleitung hat gute Möglichkeiten, die Disziplin im Griff zu behalten, indem sie unflätige Bemerkungen und gute Taten mit finanziellen Mitteln bestraft oder belohnt. Es darf aber nicht übertrieben werden, sonst bekommt es zu viel Gewicht.  

Dieses Spiel dauert sehr lange. Im Basiskurs Sport mit rund 70 Teilnehmern dauerte die beschriebene Vollversion über sechs Stunden! Es kann also fast nur in einem Lager oder Weekend gespielt werden.  

Es lohnt sich! Trotz der Länge bleibt die Stimmung super und die Teenies sind total begeistert.



Quellennachweis:

Inhalt und Titelbild: Copyright BESJ, www.besj.ch

Autor: Matthias Spiess, BESJ-Teamsekretär


Die Autoren: Irmgard
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