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Jugendarbeit mit Vision

Zuletzt bearbeitet am 06. Juni 2014
Jugendarbeit mit Vision

 

Das ist eine Zusammenfassung des Buches:
„Jugendarbeit mit Vision“
von Doug Fields aus dem Projektion J Verlag.
ISBN: 3-89490-318-X


Jugendarbeit mit Vision

Inhaltsverzeichnis

Element 1: Die Kraft Gottes

  • Eine gesunde Jugendarbeit braucht geistlich gesunde Mitarbeiter

Element 2: Der Auftrag

  • Die fünf Aufträge für deine Jugendarbeit
  • Warum eine klare Auftragsaussage so wichtig ist und wie du eine verfasst
  • Wie du deinen Auftrag vermittelst und mit gutem Beispiel vorangehst

Element 3: Die Zielgruppe

  • Die geistliche Entwicklungsstufe der Jugendlichen erkennen

Element 4: Die Veranstaltungen

  • Wie man die Jugendlichen der Nachbarschaft erreicht (Evangelisation)
  • Was gottesdienstbesuchende Jugendliche hält (Anbetung)
  • Pflege der Gemeinde-Jugendlichen (Gemeinschaft)
  • Die Ausbildung der „aktiven“ Jugendlichen
  • Die Herausforderung der Kernjugendlichen (Dienst)
  • Fünf Merkmale von intakten Jugendveranstaltungen

Element 5: Der Prozess

  • Benutze einen sichtbaren Prozess, um deinen Plan mitzuteilen

Element 6: Die Werte

  • Schlüsselwerte definieren und mitteilen

Element 7: Die Eltern

  • Zusammenarbeit mit den Eltern für eine familienfreundliche Jugendarbeit

Element 8: Die Mitarbeiter

  • Finde die Mitarbeiter, die deine Jugendlichen verdienen
  • Wie man potenziellen Mitarbeitern hilft, Leiter zu werden

Element 9: Der lange Atem

  • Wie man mit drängenden Projekten und Zeitnot umgeht
  • Positive Disziplin
  • Veränderungen einleiten

In dem Buch werden auf die W-Fragen Antworten gegeben:

  • Die Aufträge enthüllen, warum deine Arbeit existiert
  • Die Zielgruppe definiert, wen du erreichen willst
  • Die Veranstaltungen bestimmen, wie du dein Ziel erreichen und einen Auftrag erfüllen willst
  • Der Prozess macht deutlich, wohin du deine Jugendlichen in ihrem geistlichen Wachstum führen willst
  • Die Werte besagen, was in deiner Arbeit wichtig ist
  • Die Kraft Gottes bestimmt, wann Wachstum passieren wird

Das Buch baut auf 9 Elementen auf, die in der Jugendarbeit zum Tragen kommen sollen:



Element 1: Die Kraft Gottes

Eine gesunde Jugendarbeit braucht geistlich gesunde Mitarbeiter

Eine gesunde Jugendarbeit beginnt, wenn wir die allmächtige Kraft Gottes für unser Leben ernst nehmen. Die heutige Ausbildung zur Jugendarbeit betont oft zu sehr, wie man das Werk Gottes tut und vernachlässigt, wie man ein Mensch Gottes ist.

Eine gesunde Jugendarbeit beginnt nicht mit tollen Ideen, sondern mit einer soliden Basis aus geistlichen Mitarbeitern. Das heisst, dass es nötig ist, Mitarbeiter und Leiter zu haben, die von ganzem Herzen auf die Kraft Gottes vertrauen.

Unser Anliegen darf es nicht sein, Menschen zu gefallen, sondern Gottes Wille zu tun. Wir müssen uns erneut auf ihn konzentrieren und nach seinem Willen fragen. Wenn wir Gott vertrauen, gibt er uns die Kraft, sein Werk zu tun.

Drei Punkte um ein Jugendmitarbeiter zu werden, der Gott vertraut:

  • Erkenne Gottes Kraft durch persönliche Demut: Gott braucht kein Programm, um zu wirken, er braucht nicht einmal mich. Gott ist derjenige, der Veränderung bewirkt. Wenn gute Dinge passieren, müssen wir erkennen, dass sie durch Gottes Kraft passieren und nicht durch unsere Leistung.
    Wenn wir Applaus für unsere Arbeit anstreben, passiert es leicht, dass wir Gottes Kraft aus den Augen verlieren. Wir müssen Gott die Ehre für sein Werk geben. Wir können vielleicht ein tolles Programm auf die Beine stellen und Jugendliche auf ihrem Weg begleiten, aber es ist Gott, der am Wirken ist. 
  • Unterstell Gott deine Fähigkeiten und erlaube ihm, durch dich zu wirken: In allem, was wir tun und haben, müssen wir uns Gott unterordnen. Wir kommen vielleicht manchmal an gewisse Grenzen unserer Kraft oder unserem Wissen. Dabei ist es tröstlich zu wissen, dass die Verantwortung für das Werk Gottes auch bei Gott ist. Deshalb gibt er auch uns die nötige Kraft, um sein Werk zu tun. Wir müssen ihn durch uns wirken lassen.
     
  • Konzentrier dich darauf, ein Kind Gottes zu sein, bevor du Gottes Werk tust: Statt zu versuchen, allen zu gefallen, müssen wir lernen, dass unser Leben in erster Linie Gott gefallen muss. Gottes Werk zu tun ist nicht so wichtig, wie ein Jünger Gottes zu sein. Gott sorgt sich mehr um uns selber und um unsere geistliche Gesundheit als um die Erfolgsbilanz unserer Jugendarbeit.
    Der folgende Satz ist unglaublich wichtig für unser Leben: „Du kannst niemals genug tun.“ Es darf nie wichtiger werden, Gottes Werk zu tun, als Gottes Kind zu sein. Gottes Kraft im Leben der Mitarbeiter ist der Grundstein für eine funktionierende Jugendarbeit.

Jugendarbeit ist hart! Sie ist voll von Anfechtungen und Problemen und Gottes Kraft ist alles, was wir haben, um diese Probleme zu bekämpfen. Wenn wir uns auf seine Kraft verlassen, geben wir ihm Raum für sein Handeln. Unsere Früchte wachsen erst, wenn wir am „Weinstock“ bleiben.


Element 2: Der Auftrag

Die fünf Aufträge für deine Jugendarbeit

Die wichtigste Frage in der Jugendarbeit ist: „Warum gibt es deine Jugendarbeit?“ Diese Frage muss zuerst geklärt sein, damit wir das Richtige tun. Jede Kirche wird von einer Überzeugung bestimmt, ob bewusst oder nicht.

Eine intakte Jugendarbeit muss auf den fünf urchristlichen Aufträgen aufbauen. Diese fünf Aufträge lassen sich aus dem Abschnitt über das wichtigste Gebot (Mt 22,37-40) und dem Missionsbefehl (Mt 28,19-20) herauslesen.

Die fünf Aufträge sind:
Anbetung:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, mit ganzem Herzen.“
Dienst:
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Evangelisation:
„Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.“
Gemeinschaft:
„Tauft sie.“
Jüngerschaft:
„Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“
Wenn die fünf Aufträge der Grund für das werden, was du tust, dann 
wird deine Arbeit Früchte tragen.

Wir können verschiedener Meinung darüber sein, wie diese fünf Aufträge umzusetzen sind, aber wir müssen uns immer im Klaren darüber bleiben, wozu Gott uns berufen hat.


Ein Blick auf die fünf Aufträge in der Jugendarbeit

  • Evangelisation:
    Wir müssen die frohe Botschaft von Jesus mit Menschen teilen, die keine persönliche Beziehung zu ihm haben. Diesen Auftrag auf der Programmebene umzusetzen ist schwierig. Evangelisation muss persönlich und zu einem Lebensstil werden. Dazu ist es sehr wichtig, dass der Leiter als Vorbild vorangeht. Das Wachstum soll nicht in erster Linie von missionarischen Programmen, sondern vielmehr von missionarischen Jugendlichen abhängen.
  • Anbetung:
    Die Gemeinde existiert, um Gott anzubeten. Zur Anbetung gehört nicht nur, Gott mit Liedern zu preisen, sondern auch andere Elemente wie das Gebet, die Predigt, die Kollekte, die Taufe, die Stille und das Abendmahl.
  • Gemeinschaft:
    Wenn ein Mensch in eine persönliche Beziehung mit Jesus kommt, wird er in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. 
  • Jüngerschaft:
    Das ist der Prozess, in dessen Verlauf Menschen in ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen immer mehr auf Gott zuwachsen; das ist ein lebenslanger Prozess. Gesundes geistliches Wachstum kann nur unter sehr engagierten geistlichen Leitern entstehen. Man muss immer wieder Glauben säen und bewässern.
  • Dienst:
    Dienen heisst, Gottes Liebe anderen Menschen zu zeigen, indem wir ihren Bedürfnissen begegnen und sie in Jesu Namen in ihrem Leben unterstützen. Gott hat jeden Gläubigen mit speziellen Fähigkeiten für diesen Einsatz ausgerüstet und es geht darum diese Fähigkeiten zu entdecken und einzusetzen.

Es geht nun letztlich darum, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen diesen fünf Aufträgen zu schaffen, damit kein Auftrag auf Kosten anderen zu sehr betont wird oder gar nicht beachtet wird.

Um die fünf Aufträge für die Gemeinde zusammenzufassen, verwenden wir in Saddleback fünf Schlüsselbegriffe: Mission, Mitgliedschaft, Reife, Mitarbeit und Anbetung. Für die Jugendarbeit haben wir andere Begriffe gewählt: Erreichen, verbinden, wachsen, entdecken und ehren.


Warum eine klare Auftragsaussage so wichtig ist und wie du eine verfasst

Wenn die Mitarbeiter nicht wissen, warum sie überhaupt Jugendarbeit machen, verlieren sie schnell die Motivation. Die fünf Aufträge müssen durch eine klare und verständliche Definition immer wieder vermittelt werden. So bekommt die Jugendarbeit einen Sinn und eine klare Richtung. Die Leute wissen dann, warum sie sich engagieren sollen. 

Mit den fünf Aufträgen ist die Frage nach dem „Warum?“ beantwortet und die Frage „Wie?“ kommt zum Vorschein. Das „Wie?“ kann sich ändern, weil es der Situation angepasst werden muss, hingegen bleibt das „Warum?“ unverändert.

Wenn die Mitarbeiter das Ziel verstehen und sie es gut heissen, kann auch bei ihnen echte Begeisterung entstehen. Du wirst mehr Erfolg haben, wenn du den Menschen dein Vorhaben erklärst und gemeinsam mit ihnen die fünf Aufträge für die Gemeinde entdeckst und formulierst. Bring dein Team dazu, dieses Buch zu lesen, so dass eure gemeinsame Vision ein Ergebnis zustande bringt.

Gemeinsam als Team kann man die Definition des Auftrages erarbeiten. Obwohl die fünf Aufträge von Gott kommen und unveränderlich sind, kann die Sprache, in der sie ausgedrückt werden, variieren. 

Auf S. 59-60 und 71-72 werden Beispiele gegeben, wie die Aussage lauten könnte. Wichtig ist aber, dass man die eigene Aussage formuliert.

Wie definiert man eine Definition?

  • Eine Definition sollte einfach sein: Sie sollte in einem Satz wiedergegeben werden, damit sie einfach zu merken ist.
  • Eine Definition sollte aussagekräftig sein.
  • Eine Definition sollte handlungsorientiert sein: Benutze Worte, die Bewegung vermitteln (Verben).
  • Eine Definition sollte zwingend sein: Sie soll Veränderung auslösen.

Nachdem dein Team einige Entwürfe vorgelegt hat, wirst du diese durcharbeiten und zu einem einzigen Satz zusammenfassen müssen. Wenn die Aussage formuliert ist, ist es wichtig, sie anderen zu zeigen und sie nach ihrem Rat zu fragen.


Der beste Zeitpunkt, um deine Aussage zu veröffentlichen, ist, wenn sich deine Umgebung selbst in einer Stimmung der Veränderung befindet: Im Januar, wenn das neue Jahr beginnt und jeder eine Veränderung erwartet oder nach den Sommerferien.


Die Mitarbeiter müssen den Auftrag hundertprozentig unterstützen oder sich umorientieren.


Um die Definition umzusetzen und eine zielgerichtete Jugendarbeit aufzubauen, braucht es einen wirklich guten Leiter, der viel Hingabe, Ausdauer und Führungskraft hat. Leiter müssen harte Entscheidungen treffen und den Mut finden, das zu tun, was richtig ist. Deswegen werden sie nicht von allen gemocht.


Wie du deinen Auftrag vermittelst und mit gutem Beispiel vorangehst

Auf vielfache Weise hängt die Umsetzung des Inhaltes dieses Buches von deiner Rolle als Leiter ab. Die Anforderungen an einen Leiter sind hoch, um eine zielgerichtete Jugendarbeit aufzubauen. 


Du musst ständig deine Vision und deinen Auftrag kommunizieren. Die Leute müssen die fünf Aufträge verstehen und sich hinter dich stellen, damit die Jugendarbeit an Stärke gewinnt. Kontinuierliches Erklären wird deinen Mitarbeitern helfen, das Ziel zu sehen und im Auge zu behalten. Es ist klug, deine Leute mindestens einmal im Monat an Gottes Aufträge für die Jugendarbeit zu erinnern, damit sie diese nicht aus den Augen verlieren.


Auf S. 67-68 im Buch sind einige Beispiele, wie man den Auftrag vermitteln kann.


Am besten beginnt man, sich die fünf Schlüsselwörter einzuprägen. Überprüfe die Aussagedefinition und ändere falls nötig die Worte. Vielleicht musst du sogar die Formulierung etwas ändern, damit sie klarer wird.

Überleg dir, wie viel Zeit du für jeden der fünf Aufträge einsetzt; in der Woche, im Monat. Mach die fünf Aufträge zu Prioritäten in deinem Leben und überleg dir, wofür du deine Zeit einsetzt. 

Wenn du als Leiter deine Aufträge lebst, dann wirst du Leute mit dir ziehen und sie nicht schieben müssen. Sie sollen und werden deinem Beispiel folgen. Leiter sind Vorbilder für wichtige Werte und geben ein lebendes Beispiel für die Aussage ihrer Aufträge ab. 


Richte die Veranstaltung anhand der fünf Aufträge aus, um dein Ziel zu verfolgen. Jedes Programm soll mindestens einem Auftrag entsprechen und ein bestimmtes Zielpublikum ansprechen.


Element 3: Die Zielgruppe

Die geistliche Entwicklungssufe der Jugendlichen erkennen

Neben dem Auftrag ist es auch wichtig, sich die Zielgruppe bewusst zu machen, in der man die fünf Aufträge umsetzen will. Bei den Zielgruppen muss man auf die Unterschiede in der geistlichen Entwicklung schauen. Die einen brauchen noch Grundkenntnisse und die anderen müssen anfangen, ihren genährten Glauben auszuleben.


Man muss darauf achten, dass man nicht mit einem einzigen Programm versucht, alle fünf Aufträge abzudecken. 


Es gibt also zwei Fragen, die man sich stellen muss, bevor man eine Veranstaltung plant:

  • Welchen speziellen Auftrag soll dieses Programm erfüllen?
  • Wen wollen wir mit diesem Programm erreichen?

Es gibt mindestens fünf verschiedene Typen von Jugendlichen:

  • der nicht-christliche Jugendliche
  • der frisch bekehrte Christ
  • der Jugendliche, der zwar eine Menge über den Glauben weiss, unserer Arbeit aber eher teilnahmslos gegenübersteht
  • der im Glauben wachsende Jugendliche
  • der geistliche Leiter

Diese verschiedenen Zielgruppen existieren und haben unterschiedliche Bedürfnisse, ob wir es wahr haben wollen oder nicht. Wenn wir das erkennen, können wir effektiver auf die Jugendlichen eingehen.


In der Saddlebackchurch werden die Zielgruppen mit einem Konzept von fünf konzentrischen Kreisen verdeutlicht, die sie die „Hingabekreise“ nennen:



  • Nachbarschaft: Das sind die Jugendlichen, die im Dorf oder im Bezirk wohnen und Jesus noch nicht kennen.
  • Gottesdienstbesucher: Diese Jugendlichen kommen zum Jugendgottesdienst.
  • Gemeinde: Diese Jugendlichen kommen regelmässig, haben sich für Jesus entschieden umgehen in eine Kleingruppe.
  • Aktive Mitglieder: Diese Jugendlichen nehmen es ernst mit dem Glauben und ihn praktisch ausleben.
  • Kern: Diese Jugendlichen geben ihren Glauben anderen weiter und arbeiten in der Jugendarbeit mit.

Diese Kreise helfen, die Zielgruppe zu identifizieren und das Ziel der Jugendarbeit zu vermitteln, nämlich Jugendliche aus der Gesellschaft zu erreichen und sie näher zu Gott zu bringen. Es geht nicht darum, die Jugendlichen nach ihrer Zugehörigkeit zu werten und festzulegen, sondern zu erkennen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, damit wir ihr Wachstum bestmöglich unterstützen können.


Nachdem du deine potenzielle Zielgruppe identifiziert hast, frag dich: „Welche Interessen hat die jeweilige Gruppe?“ Je klarer das Bild ist, das du von jeder Gruppe hast, desto einfacher wird es für dich sein, dich auf sie einzustellen.



Da jede Stufe eine tiefere Hingabe verlangt, wirst du feststellen, dass die Gruppe immer kleiner wird, je höher der Grad der geistlichen Reife ist.


Das ist ein ganz normales Element des Reifeprozesses.

Das Schlüsselwort bei der potenziellen Zielgruppe ist potenziell. Die Jugendlichen, die du hast, lassen sich vielleicht in verschiedene Entwicklungsstufen einordnen; das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass du Jugendliche hast, denn damit hast du das Potenzial, sie zum Kern zu bringen. Du musst nicht damit anfangen, alle fünf Gruppen auf einmal zu entwickeln. Eine intakte, zielgerichtete Jugendarbeit entsteht nicht von heute auf morgen, sondern braucht Zeit.


Jetzt, wenn du die fünf Aufträge kennst und deine potenzielle Zielgruppe identifiziert hast, kann du fragen: „Welche Veranstaltung erfüllen die fünf Aufträge und erreichen unsere potenzielle Zielgruppe?“

Die Formel, die dazu Antwort gibt, lautet:
Potenzielle Zielgruppe + Auftrag = Programm

Beispiel: 
Nachbarschaftsjugendliche + Auftrag der Evangelisation = Silvesterprogramm

Auf S. 89-90 im Buch sind weitere Beispiele aufgezeigt.

Zusätzlich muss man beachten: 

  • die Ausrichtung der Kirche
  • die verfügbare Zeit der Mitarbeiter
  • die Anzahl erwachsener Helfer
  • die vorhandenen Mittel

Element 4: Die Veranstaltungen

Wie man die Jugendlichen der Nachbarschaft erreicht (Evangelisation)

Damit ein Jugendlicher zum Glauben kommt, muss manchmal ziemlich viel geschehen. So zum Beispiel ein Kontakt zu einem Christen, eine Einladung zu einer Gemeinschaftsveranstaltung mit anderen Christen, weitere Kontakte zu Christen, ein Jugendgottesdienst usw.

Nicht jeder kommt zum Glauben und nicht jeder kommt auf dieselbe Weise zum Glauben. Als Jugendarbeit ist es unser Ziel, Jugendliche zu erreichen und sie in geistliches Wachstum zu führen. Aber das klappt nicht immer.

Evangelisation ist kein Programm, sie ist ein Prozess:
Jugendarbeiten, die kirchlich distanzierte Jugendliche wirklich erreichen, sehen Evangelisation nicht nur als eine gute Idee, sondern als essentiellen Bestandteil ihrer Arbeit an. Wenn Evangelisation eine Priorität sein soll, dann darf es nicht nur auf ein Programm reduziert werden. Evangelisation ist kein Programm, sie ist ein Prozess, nämlich die Entwicklung einer Person. 

Unser Ziel ist es nicht, aussergewöhnliche Veranstaltungen zu erfinden, denn wir können nicht mit der Welt konkurrieren. Wir können aber einen Inhalt vermitteln, der Leben verändert (das Wort Gottes) und feste Beziehungen, um die wir uns kümmern. Damit kann die Welt mit all ihrer Unterhaltung nicht mithalten.

Die Evangelisation in der Saddleback Church umfasst drei Elemente:

  • Die Entwicklung eines evangelistischen Grundverständnisses
  • Die konstante Herausforderung, aktiv zu evangelisieren
  • Einen Gottesdienst, zu dem Jugendliche gern ihre Freunde mitbringen

Evangelistische Jugendarbeit drückt eine Überzeugung aus:
In Mt 9,12-13 sagt Jesus, dass er gekommen sei, Sünder zu rufen, nicht die Gerechten. Unser Auftrag ist es, die Aussenstehenden einzuladen, nicht die Insider zu verhätscheln. Viele Jugendarbeiten sind super darin, ihre „Innenseiter“ zu verwöhnen und lausig darin, die Aussenseiter zu erreichen.

Um den Missionsauftrag zu erfüllen, muss es eine gemeinsame evangelistische Grundhaltung aller Beteiligten geben. Jeder muss verstanden haben, dass es unsere Verantwortung ist, die Gute Nachricht mit anderen zu teilen, wo immer wir hingehen. 

Evangelisation ist harte Arbeit. Nichtgläubige Menschen sind kritisch und nehmen unsere Methoden und unsere Botschaft nicht so leicht an wie Gläubige. Evangelisation ist auch für Jugendliche schwierig. Sie fürchten sich vor Ablehnung. Evangelisation ist weiter schwierig, weil des den Feind gibt. Satan will nicht, dass Menschen zu Jesus finden und er tut alles dafür, dass das nicht geschieht. 

Evangelistische Jugendarbeit braucht Mitarbeiter, die die Jugendlichen wirklich lieben und gerne mit ihnen zusammen ist. Sie müssen ein Herz für Jugendliche haben. Es braucht auch Mitarbeiter, die einen evangelistischen Lebensstil vorleben. Wenn die Schlüsselperson in einer Gemeinde keinen evangelistischen Lebensstil vorlebt, dann werden es die Freiwilligen und Jugendlichen auch nicht tun. 

Jugendliche müssen nicht in der Öffentlichkeit predigen, sondern sie sollen evangelistisch leben, indem sie den Wunsch entwickeln, dass ihre nichtgläubigen Freunde zu Gott finden, dass sie für sie beten und sie zu geeigneten Veranstaltungen einladen (evangelistisch).

Freundschafts-Evangelisation kann mit folgenden Schritten aussehen:

  • Erzähl deinem Freund bei passender Gelegenheit, dass du an Gott glaubst
  • Lad deinen Freund zu einer geeigneten Veranstaltung ein
  • Sag deinem Freund, warum du an Gott glaubst
  • Erzähl deinem Freund, wie du Christ geworden bist
  • Frag deinen Freund, ob er oder sie Gott näher kommen möchte

Diese fünf Schritte kann man den Jugendlichen auf einem Kärtchen abgeben, das sie bei sich tragen können. Auf die Rückseite des Kärtchens kann es fünf Zeilen haben, auf die er Namen von fünf nichtgläubigen Freunden schreibt, für die er beten will.


Was gottesdienstbesuchende Jugendliche hält (Anbetung)

Hast du einen Gottesdienst oder eine andere Veranstaltung, zu der deine Jugendlichen ihre Freunde ohne Probleme mitbringen können? Wenn ja, dann wird dieser Gottesdienst sowohl Christen als auch Nichtchristen ansprechen. Ein solcher Gottesdienst muss nicht peinlich sein. 

Gottesdienst ist nicht nur Singen von Liedern, sondern soll Ausdruck unserer Liebe zu Gott sein. Diese Liebe drückt sich durch Beten, Singen, Wortbeiträge, Zeugnisse, Danken und Hören des Wortes Gottes aus. 

Der Stil des Jugendgottesdienstes soll das Vorurteil beseitigen, dass Kirche langweilig und nicht zeitgemäss ist.

Vier Elemente können helfen, um einen besuchersensiblen Gottesdienst zu gestalten:

  • Eine angenehme Atmosphäre
  • Das Spasselement
  • Die Mitarbeit der Jugendlichen
  • Eine verständliche Botschaft

1. Eine angenehme Atmosphäre:
Die Stimmung in der Schule oder der Lehre ist oft negativ, angespannt und von Leistung geprägt. Ein Gottesdienst sollte als Gegenpol dazu eine deutlich positive Atmosphäre verbreiten. Solange sich Jugendliche in ihrer Umgebung nicht wohl fühlen, sind sie für Gottes Wort nicht aufnahmefähig. 

Eine angenehme Atmosphäre gibt es durch:

  • Zeitgemässe Musik
  • Erwachsene und jugendliche Mitarbeiter begrüssen die hereinkommenden Personen
  • Fotos, die lustige Szenen aus der Jugendarbeit zeigen, hängen an der Wand
  • Die Sitzgelegenheiten sind so arrangiert, dass sie einladend wirken

 Zwei allgemein gültige Regeln:

  • Die Zehn-Minuten-Regel: Die Gestaltung deines Gruppenraumes sollte wenigstens zehn Minuten, bevor die ersten Jugendlichen eintreffen, beendet sein. So hat man dann auch die Zeit, die Jugendlichen zu begrüssen. Die Jugendlichen sollten einen freundlichen Raum betreten. Im Hintergrund kann Musik laufen, an den Wänden können Fotocollagen hängen usw. Die Begrüsser sollten Jugendliche und nicht Erwachsene sein. Sie sollten versuchen, mit den Besuchern ein Gespräch zu beginnen.
  • Achte auf angemessene Körperkontakte: Berührungen können heikel sein, da mt weiss, wie der andere reagiert. Aber jede Art von angemessener Berührung wie ein Händeschütteln, ist okay. Als Leiter kann man vor dem Gottesdienst im Raum herumgehen und versuchen, so viele Jugendliche wie möglich persönlich zu begrüssen.

2. Ein Gottesdienst braucht ein Spasselement

Manche Jugendlichen meinen, dass die Kirche und damit auch Gott langweilig sind. Eine tolle Zeit in einer Kirche zu haben, ist  deshalb der beste Weg, dieses Vorurteil zu zerstören. Wir müssen eine Atmosphäre kreieren, die Spass macht und Freude bereitet.

3. Ein Gottesdienst braucht die Mitarbeit von Jugendlichen

Jugendliche müssen beim Gottesdienst und in der ganzen Jugendarbeit mit einbezogen werden. Wenn wir ein Programm für Jugendliche entwerfen, fragen wir uns immer: „Ist das etwas, was die Jugendlichen tun könnten?“ So zum Beispiel ein Theater, ein Video, ein Flyer, Musik usw.

Ein Weg für Jugendliche, in unsere Gemeinde einzusteigen ist, einem unserer vielen Mitarbeiter-Teams beizutreten. Wir versuchen, diese Teams als leichten Einstieg für die Mitarbeit zu gestalten. Wir benutzen keine Schablone, um zu sehen, wo er geistlich steht, bevor er mitmachen darf. Wenn er noch nicht Christ ist, vertrauen wir Gott, dass er ihn entdeckt, während er mithilft. Wenn z.B. die Bandprobe mit einer kurzen Andacht und einem Gebet beginnt, wird er mehr über Gott erfahren, als wenn er einfach einen Gottesdienst besucht und dann wieder nach Hause geht. Es soll nicht um perfekte Jugendliche gehen, sondern darum, dass jeder Jugendliche die Möglichkeit hat, mitzumachen, wenn er das will.

4. Ein Gottesdienst braucht eine verständliche Botschaft

Weil der Gottesdienst von Christen und Nichtchristen besucht wird, ist es wichtig, einen geistlichen Impuls zu bringen, der beide herausfordert. Gottes Wort ist wahr und deshalb ist sie auch für jeden relevant. So können wir über die Bedürfnisse der Jugendlichen sprechen und dabei die Bibel als Quelle benutzen.

Besucher beobachten und beurteilen den Prediger die ganze Zeit und fragen sich:

  1. Kann ich dir vertrauen?
  2. Bedeute ich dir etwas?
  3. Weisst du, wovon du sprichst?

Gib deiner Botschaft einen kreativen Titel:

Die Frage ist: „Warum sollte ich dir zuhören?“ Ein kreativer Titel kann Interesse wecken und dir sofortige Aufmerksamkeit verschaffen. 

Ich benutze gerne „Wie man“-Titel, weil sie automatisch versprechen, interessant zu werden, denn er besagt, dass ich etwas fürs Leben lernen kann. 

Beispiele:

  1. Wie man attraktiv ist, ohne gut auszusehen (Gal 5 – Frucht des Geistes)
  2. Wie man Liebe findet, wenn man sich zum Kotzen fühlt
  3. Wie man bei sich eine Herzoperation vornimmt (Hartherzigkeit)

Investier Zeit, um deine Predigttitel kreativ, interessant und ansprechend zu gestalten.

Ich wähle immer feste Themen. Ich frage mich zum Beispiel: „Was sagt die Bibel über Freundschaften?“ Ich mache das Gleiche mit Themen wie Versuchung, Familie, Sex, Gruppenzwang, Kraftausdrücken und so weiter.

Entwickle einen Einstieg, der Interesse weckt:
Ein guter Einstieg ist das Allerwichtigste, um die Jugendlichen gleich zu Anfang abzuholen und für deine Message zu gewinnen.

So ein Einstieg kann eine Geschichte sein, etwas Erlebtes, etwas Aktuelles aus den Nachrichten oder ein Witz. 

Vereinfache deine Botschaft:
Spreche in einer einfachen Sprache, gebrauche Geschichten, einprägsame Bilder und Vergleiche. Versuche nicht, die Jugendlichen mit deinem Wissen zu beeindrucken oder ihnen einen Vortrag zu halten. Du musst auch darauf achten, nicht zu viel Wissen in einen Input zu packen. Das meiste, was du sagst, vergessen die Jugendlichen wieder. Deshalb solltest du deine Botschaften zu einer Schlüsselaussage vereinfachen.

Benütze verständliche Bibelstellen:
Benütze eine verständliche Übersetzung, denn wenn die Jugendlichen die Sprache der Übersetzung nicht verstehen, verlieren sie das Interesse. 

Den Bibeltext oder die Verse, die du gebrauchst, kannst du vorne projizieren, so dass die Jugendlichen mitlesen können.

Gib den Jugendlichen eine kurze schriftliche Zusammenfassung, damit sie dir folgen können:
Teile den Jugendlichen einen Zettel mit den wichtigsten Aussagen deiner Predigt aus und einem Lückentext, der auszufüllen ist, damit sie sich in die Botschaft einfinden. Diesen Zettel können sie auch nach Hause nehmen und werden sich eher nochmals die Predigt erinnern.

Im Buch ist auf S. 121 ein Beispiel abgedruckt.

Stell praktische Hilfen zur Verfügung:
Am Ende der Predigt sollte man praktische Hinweise bekommen, was man jetzt tun soll und wie man es tun kann. Damit die Predigt zur Umsetzung kommen kann, muss man den Jugendlichen Handlungsschritte zeigen. Diese Schritte zu erstellen ist meist der schwierigste Teil bei der Zusammenstellung einer Predigt.

Nimm dir Zeit für die Vorbereitung:
Wenn du die oben stehenden Ideen einbringen willst, dann nimm dir Zeit für die Vorbereitung, denn das wird sich positiv bemerkbar machen. Ohne gute Vorbereitung wird es dir an Tiefe und Klarheit fehlen.

 

Ein Programm für gottesdienstbesuchende Jugendliche: Das Saddleback-Modell:

  1. Band fängt an: Die Band spielt am Anfang ein Lied, damit man sich innerlich sammeln kann.
  2. Begrüssung mit einem lustigen Einstieg: Die Begrüssung sollte am besten von einem Jugendlichen ausgeführt werden. Der Einstieg kann auch mit einem lustigen Spiel gemacht werden, bei dem alle mitmachen müssen oder nur einzelne nach vorne kommen. 
  3. Einstieg: Wenn es passt, zeigen wir einen kurzen Ausschnitt aus einem Film oder einer Fernsehshow und probieren, diesen dann später in unser Thema mit einzubauen.
  4. Theaterstück: Die Theatergruppe kann ein Anspiel aufführen, das weiter ins Thema führt. Der Prediger kann auf das Anspiel Bezug nehmen. 
  5. Worship: Nun folgt auch längerer Lobpreisteil. Nichtchristen singen wahrscheinlich nicht mit, aber sie beobachten die anderen sehr genau und hören auf die Worte in den Liedern. Bei besucherorientierten Jugendgottesdiensten sollten die Lieder von einer guten Band gespielt werden, damit sie nicht peinlich wirken. Lobpreislieder sind kein Muss für einen Gottesdienst, der noch in den Kinderschuhen steckt.
  6. Erfahrungsberichte von Jugendlichen: Fast jedes Mal erzählt einer der Jugendlichen etwas aus seinem Leben, was sie mit Gott erlebt haben. Es ist ermutigend, immer wieder zu hören, wie Gott in den Leben der Jugendlichen wirkt. 

Pflege der Gemeinde-Jugendlichen (Gemeinschaft)

Während der Gottesdienst das Ziel hat, eine grosse Anzahl von Jugendlichen anzulocken und anzusprechen, haben die Kleingruppen das Ziel, das geistliche Wachstum der Gemeindejugendlichen zu fördern.

Wenn wir wollen, dass die Jugendarbeit wachst, müssen wir uns um die Gemeindejugendlichen kümmern. Das heisst auch, ihnen zu helfen, in ihrem Glauben zu wachsen. Die Jugendlichen wachsen, indem sie eine vertrauensvolle Beziehung zu einem ihrer Jugendmitarbeiter haben.

Gemeinschaft ist mehr, als nur zusammen zu sein und sich zu unterhalten. Gemeinschaft beinhaltet auch das Teilen (1.Joh 1,7), das Abendmahl (Apg 2,42), gemeinsames Gebet, Lehre und tiefe Beziehung mit anderen Gläubigen (Gal 2,9). Dies ist am besten in der Kleingruppe möglich, wo ein Zugehörigkeitsgefühl entsteht. In einer grossen Gruppe können sich Jugendliche gut verstecken, das geht in einer Kleingruppe nicht.

Ein Jugendleiter kann sich nicht um alle Jugendlichen kümmern. Wenn die Jugendlichen aber in einer Kleingruppe sind, können die Kleingruppenleiter sich um die Jugendlichen kümmern und sie begleiten. Damit bekommen die Jugendlichen auch das Gefühl, wichtig zu sein.

Während wir in Gottesdiensten nur das Evangelium teilen können, können wir in Kleingruppen auch das Leben teilen. Das Leben zu teilen ist eine der Hauptaufgaben der Kleingruppenleiter. In der Kleingruppe kennt man sich, man weiss von den Ängsten, Stärken und Schwächen der anderen. In der Kleingruppe wird eine vertraute Atmosphäre hergestellt, in der die Jugendlichen ihre Meinung sagen können und sich nicht gehemmt fühlen.

Kleingruppen machen die persönliche Anwendung des Glaubens möglich. Die Jugendlichen hören zwar viele Predigten, können aber die Botschaft oft nicht umsetzen, bevor sie in den Kleingruppen einmal vertieft und diskutiert werden. In der Kleingruppe wird es persönlich.

Indem man in der Kleingruppe sich offenbart und Erfolge, Schwierigkeiten und Fragen miteinander teilt, kann jeder mehr Verantwortung für sein Leben übernehmen. Das nächste Mal in der Kleingruppe wird darüber ausgetauscht, was man für Erfahrungen gemacht hat.

Werte in einer Kleingruppe:
Es ist wichtig, dass sich der Kleingruppenleiter bewusst ist, welche Werte in seiner Kleingruppe gelten. So kann eine Gruppe wachsen und es gilt für jeden dasselbe. Festgelegte Werte ermöglichen, sich bewusst zu machen, was man in einer Kleingruppe will und was man nicht will.

Beispiele:

  1. Authentizität: Alle Leiter müssen aufrichtig und sichtbar ein Leben mit Christus leben. Sie müssen ehrlich sein, so werden auch die Teilnehmer ehrlich werden.
  2. Vertrauenswürdig: In den Kleingruppen muss man sich vertrauen können. Was in der Kleingruppe mitgeteilt wird, muss in dieser Gruppe bleiben. 
  3. Vertrauen in die Botschaft: Die Teilnehmer müssen alles fragen dürfen, was sie beschäftigt. Keine Frage ist dumm oder falsch. 
  4. Liebe zu anderen: Das heisst, dass man sich akzeptiert, wie man ist, sich respektiert und einander ausreden lässt, dass man nicht negativ über andere spricht. Niemand soll sich ausgegrenzt oder niedriger geachtet fühlen.

Erleichtere den Gruppenleitern ihre Aufgabe. Sie müssen ihre Zeit in Beziehungen investieren können und nicht in die Vorbereitung. So muss man für sie das Kleingruppenmaterial vorbereitet und ihnen Fragen geben, die sie in der Gruppe diskutieren können. 

Man soll mit allgemeinen Fragen anfangen, so dass sich die Gruppe aufwärmen kann und dann zu spezifischeren Fragen übergehen. Am Schluss soll es immer um die praktische Anwendung gehen. Versuche deinen Kleingruppenleitern mehr Fragen vorzugeben, als sie brauchen, dann haben sie eine Auswahl. 

Bilde Kleingruppenleiter in einigen Grundfähigkeiten aus, aber erschlag sie nicht mit Theorien. Gib ihnen ein paar Grundideen und lass sie durch persönliche Erfahrung lernen. 

Du kannst ihnen auch einige Grundregeln geben, die du ihnen immer wieder vor Augen führen musst. Du kannst auf jedem Leitertreffen für eine Regel fünf Minuten Zeit nehmen.

Beispiele:

  1. Hab keine Angst vor der Stille
  2. Zeig, dass die Meinung jedes Einzelnen wichtig ist
  3. Denk nicht, dass du auf alles die richtige Antwort haben musst
  4. Halt die Gruppe beim Thema
  5. Wechsel nicht zu schnell zu einer neuen Frage über. Frage: „Möchte noch jemand etwas dazu sagen?“ Die Priorität liegt auf dem Dialog, nicht auf der Beantwortung der Fragen
  6. Versuch nicht, das Gespräch zu beherrschen
  7. Bitte Gott, dir seine Augen und Ohren zu geben

Wenn du die Kontaktperson der Kleingruppenleiter bist, dann solltest du die meiste Zeit mit ihnen verbringen. Jede Minute, die du in die Leiter investierst, wird zu einer vervielfachten Minute mit den Jugendlichen. Wenn Kleingruppenleiter wachsen, werden sie ihre Jugendlichen noch besser betreuen.


Die Ausbildung der "aktiven" Jugendlichen

Die Jugendlichen bekommen viel über die Bibel, christliche Dogmen und Theologie mit, wenn sie in einer Gemeinde aufwachsen. Aber sie müssen auch lernen, ihren Glauben wirklich zu leben und geistlich weiterzukommen. Ansonsten bleiben die Informationen über den christlichen Glauben nur an der Oberfläche. Manche gehen zwar an viele Gemeindeveranstaltungen, aber ihre Beziehung mit Jesus vertiefen sie nicht. 

Die Aufgabe, Christen zu geistlichem Wachstum zu verhelfen, ist eine schwierige. Neben vielfältigen Methoden gibt es auch  die einzigartigen Wachstumsmuster der Jugendlichen zu beachten. Jugendliche reagieren auf geistlichen Input ganz unterschiedlich, wodurch man kein einheitliches Jüngerschaftsprogramm entwerfen kann, das bei allen gleich ankommt. 

Die Grundregel oder Definition von Jüngerschaft lautet: „Den Jugendlichen dabei helfen, Jesus immer ähnlicher zu werden.“ 

Bis Wachstum sichtbar wird, kann es beim einen sechs Monate und bei anderen sechs Jahre gehen. Deswegen muss unser Vorgehen immer persönlich sein und eine Beziehung zu ihnen enthalten. 

Bei Jesus sehen wir folgendes: Er schulte seine Jünger (Lehre) und lebte mit ihnen (Beziehung). Aber neben Lehre und Beziehung machte er noch etwas, er bereitete seine Jünger systematisch auf seine Abwesenheit vor. Wenn wir nur auf Lehre und Beziehung bauen, dann erziehen wir die Jugendlichen zur Abhängigkeit, statt sie mit den nötigen Fähigkeiten zur geistlichen Unabhängigkeit und Selbstständigkeit auszurüsten. Die Jugendlichen müssen geistliche Gewohnheiten eintrainieren, um nicht vom Leiter abhängig zu sein.

So geschieht Jüngerschaft durch folgendes Verhältnis:

1/3 Lehre und Schulung
1/3 unabhängige geistliche Gewohnheiten
1/3 Beziehung

Geistliche Gewohnheiten entwickeln:
Wenn Jugendliche ihr ganzes Leben lang beim Glauben bleiben sollen, dann müssen sie beständige Gewohnheiten für ein geistliches Wachstum entwickeln. So werden geistliche Gewohnheiten den Glauben der Jugendlichen auch in schweren Zeiten aufrechterhalten. 

Gewohnheiten einüben geschieht am besten in den Kleingruppen, in denen sich die Jugendlichen wohl fühlen und die Gruppenleiter die Jugendlichen besser ermutigen und ihnen Hilfsmittel für ihre Entwicklung geben können. 

Nun muss man auch die Gewohnheiten definieren, die man einüben will. In der Saddleback Church haben sie folgende sechs Gewohnheiten definiert:

  1. Regelmässig Zeit mit Gott verbringen, bei der sie beten und in der Bibel lesen
  2. Verantwortliche Beziehung zu anderen Christen haben und pflegen
  3. Sich dem „Leib Christi“, also der Gemeinde, als Ganzes angliedern
  4. Die Prinzipien des Gebens und des Zehnten verstehen
  5. Sich Schlüsselstellen der Bibel einprägen
  6. Die Bibel aus eigenem Antrieb lesen

Für uns stellt sich die Frage: „Welche Gewohnheiten sind wichtig für ein lebenslanges geistliches Wachstum“. Jede Jugendarbeit muss diese Frage selber beantworten und ihre Gewohnheiten definieren, die sie in ihrer Jugendarbeit vermitteln wollen. 

Nun stellt sich weiter die Frage: „Welche Hilfsmittel können meinen Jugendliche dabei helfen, die Fähigkeiten zu entwickeln?“ Man kann von den Jugendlichen nicht erwarten, dass sie die Bibel lesen, wenn man ihnen nicht zeigt wie. Hilfsmittel wie ein Bibelleseplan kann man kaufen oder auch für die Jugendlichen selber entwerfen. Wenn man den Jugendlichen etwas Selbstverfasstes in die Hand gibt, so betrachten sie es als ein Geschenk und merken dabei das Herz, das dahinter steckt. 

Weiter muss man die Jugendlichen immer wieder ermutigen, gute Gewohnheiten zu entwickeln. Das kann man z.B. mit einem monatlichen Brief oder Mail tun. 

Bevor man den Jugendlichen die Hilfsmittel gibt, muss man folgendes bedenken:

  1. Kein Jugendlicher will alle Materialien auf einmal; sie sind sonst zu überfordert.
  2. Es ist finanziell aufwändig, Hilfsmittel zu erstellen und/oder zu kaufen.

Im Buch ist zu jeder der sechs oben genannten Gewohnheiten ein Beispiel der Umsetzung gegeben.


Die Herausforderung der Kernjugendlichen (Dienst)

Vielen Jugendlichen macht es Spass, wenn sie irgendwo mithelfen dürfen und dadurch ihre Gaben entdecken. Manchmal ist es schwieriger, die Gemeindeleitung davon zu überzeugen, dass Teenager mitarbeiten können als die Teenager dazu zu motivieren. 

Jugendliche aller Stufen der geistlichen Entwicklung können den Auftrag des Dienens erfüllen. So müssen nicht alle Stufen durchlaufen werden, bis jemand mithelfen darf. Es ist wichtig, die Jugendlichen ins Gemeindeleben und in eine Gemeindearbeit zu integrieren. 

Jugendliche sind nicht einfach die Zukunft der Kirche, sondern sie sind selbst die gegenwärtige Kirche, genauso wie alle anderen Gläubigen. Wir sollten die Jugendlichen ermutigen, heute mitzuarbeiten, statt erst darauf zu warten, dass sie erwachsen werden. In der Bibel steht nirgendwo eine Mindestaltersangabe für den Einsatz im Reich Gottes. 

Wir müssen den Jugendlichen erklären, dass sie dazu geschaffen sind, sich einzubringen. Dazu gibt es viele Bibelstellen (siehe Buch S. 168). Sie müssen auch hören, dass Gott sie mit vielen Gaben beschenkt hat. Sie werden ihre Gaben am ehesten entdecken, wenn sie mit verschiedenen Aufgaben zu experimentieren beginnen. 

Man kann auch einen Kurs anbieten, in dem die Jugendlichen ihre Leidenschaft, ihre Gaben und ihre Persönlichkeit kennen lernen. Das kann ein Gabentest sein oder das D.I.E.N.S.T.-Seminar von Willow-Creek. So kann man ihnen helfen, einen Platz in der Gemeinde zu finden, der ihnen entspricht. Man muss sich weiter um die Jugendlichen kümmern und sie in ihrem Dienst begleiten. Bis ein Jugendlicher eine passende Einsatzmöglichkeit findet, braucht es vielleicht verschiedene Versuche.

Leiterteam:

Teil des Leiterteams zu sein, erfordert noch mehr Hingabe und Verlässlichkeit als die Teilnahme an einem Dienst. Nicht jeder hat die Zeit dazu oder entspricht den nötigen Anforderungen. Jemand, der im Leiterteam ist, soll auch eine Vorbildfunktion in der Jugendarbeit einnehmen. Gott hat einen hohen Anspruch an seine Leiter. In Eph 4,1 sagt Paulus: „Ich, der ich um des Herren willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.“ 

Jesus gab seinen Jüngern ein Bild der Leiterschaft, das unser Standard sein sollte. In Mt 20,25-28 sagt er, dass wer bei uns gross sein will, der soll ein Diener sein. Ein Leiter ist dazu da, um anderen zu dienen und nicht um Macht auszuspielen. 

Wenn wir Leute ins Leiterteam nehmen wollen, müssen wir einen hohen Standard festlegen, weil Gott selbst hohe Anforderungen hat (z.B. 1. Tim 3). Leiterschaft ist nicht jedermanns Sache. Ein geistlicher Leiter zu sein, hat grosse Bedeutung. Mit hohen Anforderungen sichert man eine stabile Basis. Durch ein solides Fundament wird auch ein gesundes Wachstum entstehen. Mögliche Anforderungen sind im Buch auf S. 178 zu sehen. 

Man kann auch einen Mitarbeitervertrag erstellen, den die Jugendlichen unterschreiben müssen, die in de Jugendarbeit mitarbeiten wollen oder gar ins Leitungsteam möchten. Ein solcher Vertrag ist im Buch auf S. 180 zu sehen.

 

Fünf Merkmale von intakten Jugendveranstaltungen

Intakte Programme

  • müssen Beziehungen an erste Stelle setzen
  • brauchen neue Ideen
  • brauchen Stärke unabhängig von Persönlichkeit
  • brauchen ein funktionierendes Betreuungssystem und
  • Klarheit über ihr Ziel und ihre potenzielle Zielgruppe

1. Beziehung an erste Stelle setzen:

Positive Beziehungen sind der Schlüssel zum Wachstum in der Jugendarbeit. Beziehungen ziehen am besten. Sie machen es möglich, dass jemand an eine Veranstaltung kommt wegen der Beziehung, nicht wegen der Veranstaltung. 

Die Jugendarbeit soll eine Arbeit mit den Jugendlichen, statt eine programmorientierte Veranstaltung für die Jugendlichen sein. Programme sind wichtig, aber erst, wenn Beziehungen entwickelt wurden. 

Die Jugendlichen brauchen auch Beziehungen zu Erwachsenen, die sich für sie interessieren. Es braucht Leute, die sich um die Jugendlichen kümmern und Zeit in sie investieren. Sie werden es schätzen. 

Erfinde keine Aktivitäten, um Jugendliche in dein Leben einzubeziehen; plane sie lieber in deine schon vorhandenen Aktivitäten mit ein.

Erwachsene müssen:

  1. Als Vorbilder fungieren: Während unserer Zeit mit den Jugendlichen sind die Erwachsenen Vorbilder. Jugendlichen sehen und hören, was die Erwachsenen tun und sagen und sie merken sich das. Die Erwachsenen sind immer Vorbilder, ob sie wollen oder nicht, ob gute oder schlechte.
  2. Authentisch sein: Eines der Merkmale von guten Jugendmitarbeitern ist ihre Echtheit, wenn sie mit Jugendlichen zusammen sind. Sie scheuen sich nicht, ihre Schwächen zu zeigen und preiszugeben, wie es ihnen geht. So gewinnen Jugendliche Mut, nach einem Fehler wieder aufzustehen und weiterzumachen.
  3. Akzeptanz ausdrücken: Jugendliche müssen geliebt und akzeptiert werden. Was er tut, muss nicht akzeptiert werden, aber er muss als Person akzeptiert werden.
  4. Helfen, Stress abzubauen: Schüler sind gestresst! Leistungsdruck, schlechte Zukunftsaussichten, Konkurrenzdenken, Gruppenzwänge, Freizeitstress sind Dinge, die Stress auslösen. Die Jugendlichen müssen sich entspannen können. Dafür braucht es Gemeinschaft, ohne etwas tun zu müssen.
  5. Geistlich herausfordern: Wenn wir Beziehungen zu Jugendlichen entwickeln, erlangen wir auch das Recht, dass uns zugehört wird, wenn wir über geistliche Dinge reden. Wenn wir eine Beziehung mit einem Jugendlichen aufgebaut haben, dürfen wir ihn ohne Bedenken auch danach fragen, wie ihre Beziehung zu Gott aussieht. 

2. Veranstaltungen brauchen neue Ideen:
Wenn wir wissen, wohin wir wollen (Erfüllung der fünf Aufträge) und wen wir erreichen wollen (Zielgruppe), werden uns neue Ideen helfen, effektivere Programme zu entwerfen.

Es gibt viele Bücher mit Ideenvorschlägen, wie wir nutzen können. Wir müssen neue Ideen unter dem Gesichtspunkt der fünf Aufträge ansehen.

3. Veranstaltungen müssen unabhängig von den beteiligten Personen stark sein:
Eine gute Jugendarbeit muss auch über die Person des Leiters hinaus Kraft besitzen. Wenn der Leiter geht, darf nicht die Jugendarbeit versanden. Die Jugendarbeit ist nur so stark wie das Team.

Um bessere Leiter zu werden, müssen wir:

  • Verantwortung aufteilen: Delegieren heisst nicht Arbeit abladen, weil man selber keine Zeit mehr hat, sondern andere in die Arbeit einbeziehen und darin fördern. 
  • Abwesenheiten einplanen: Indem der Leiter eine Zeit lang weg ist (z.B. Ferien), zeigt sich, ob die Jugendarbeit auch ohne ihn bestehen kann. Die Jugendarbeit muss auch ohne den Leiter funktionieren können. 
  • Für Nachwuchs sorgen: Ein Leiter muss anfangen, weitere Leiter nachzuziehen und auszubilden. Nur so kann er auch absichern, dass die Jugendarbeit auch ohne ihn weitergeht.

4. Veranstaltungen benötigen ein funktionierendes Betreuungssystem
Jeder Jugendliche sollte von jemandem betreut werden. Seine Abwesenheit soll jemand zur Kenntnis nehmen. Bei Jugendlichen und auch Mitarbeitern, die einmal unentschuldigt fehlen, soll der Leiter nachfragen, was los ist und wie es ihnen geht. Bei einer grossen Jugendarbeit müssen die Kleingruppenleiter um ihre Leute besorgt sein.

5. Veranstaltungen brauchen Klarheit über ihren Auftrag und ihre Zielgruppe:
In einer intakten Jugendarbeit sollte nie die Frage auftauchen, warum die Arbeit existiert. Sowohl der Auftrag als auch die Zielgruppe soll bekannt sein. Die Mitarbeiter sind das Blut der Jugendarbeit und müssen informiert sein, so werden sie auch die Jugendarbeit unterstützen.

 


Element 5: Der Prozess

Wenn man nun den Auftrag, die Zielgruppe und die Veranstaltungen definiert hat, hilft es einem, den ganzen Prozess sichtbar zu machen. Das ist zum Beispiel möglich anhand eines Baseballfeldes, bei dem man von „Base“ zu „Base“ rennt, bis man im Ziel ist und punktet.

Die bildliche Darstellung des Baseballspiels als Entwicklungsprozess ist verbunden mit den fünf Kreisen der Hingabe. Es zeigt die Position der potenziellen Zielgruppe in ihrer geistlichen Entwicklung.



Auf Seite 204 ist eine ausführlichere Skizze abgebildet mit 18 Angeboten um das Feld herum.

Wenn die Jugendlichen ihre Position im Prozess erkennen, können wir sie ermutigen, den nächsten Schritt zu tun und eine auf sie zugeschnittene Veranstaltung zu besuchen, um ihr Weiterkommen zu fördern.

Um dieses „Baseballfeld“ herum können die verschiedenen Veranstaltungen angeordnet werden, um den Prozess für geistliches Wachstum darzustellen. Diesen Prozess soll man als bildliche Darstellung den Jugendlichen vermitteln. 

Bei den vier „Base“ gibt es jeweils einen Kurs, den die Jugendlichen besuchen können. Diese Kurse werden auf S. 216+217 im Buch beschrieben. 

Auf den Seiten 205-213 sind 18 verschiedene Veranstaltungen beschrieben, welche die Saddleback Church durchführt. 

Ein Entwicklungsprozess kann nicht bei jedem, der daran teilnimmt, die planmässige Entwicklung garantieren. Blosse Teilnahme an den Veranstaltungen bedeutet nicht automatisch Wachstum.


Element 6: Die Werte

Schlüsselwerte definieren und mitteilen

Wenn du eine intakte Jugendarbeit aufbauen willst, musst du viel Zeit mit deinem Leiterschafts-Team verbringen, um zu besprechen, welche Werte euch wichtig sind. Die Werte müssen strategisch geplant und sorgfältig ausgewählt werden, damit sie die Jugendarbeit beeinflussen.

Die gemeinsamen Werte verbindet die Jugendarbeit; sie zeigen, was in dieser Jugendarbeit wichtig ist und gelebt werden soll.

Die Werte werden von den Mitarbeitern gemeinsam entwickelt, so dass sie auch von allen getragen werden. 

Eine gute Möglichkeit ist es, mit den Werten ein Wortspiel zu erfinden, damit man sich die Werte besser merken kann.

Beispiel der Saddleback-Church: 

Das Wort „Relationships“ (Beziehungen) steht für die Werte, indem jeder Buchstabe der Anfangsbuchstabe eines Wertes ist.

R elavante Beziehungen
E rmutigung
L achen und feiern
A nnahme
T ransparenz
I ntensives Einbringen der Jugendlichen
O rientierung nach aussen
N umerisches Wachstum
S pirituelles Wachstum
H eimatgefühle
I ntimität
P rofessionalität
S trategische Betreuung

Im Buch werden die Werte noch einzeln kurz erklärt (S. 225-229).

Wenn man die Werte ausgewählt und formuliert hat, muss man dafür sorgen, dass sie in der Jugendarbeit auch bekannt werden, so dass sie zur Umsetzung kommen. 

Der Leiter muss sie vorleben und damit ein Vorbild sein. Jeder Wert kann vorgelebt werden. 

Um die Werte überprüfen zu können, so dass man weiss, ob sie auch etwas bewirken, muss man sich Fragen stellen; z.B. durch eine Auswertungsbogen. Für jeden Wert, kann man ein paar Fragen formulieren. Ein Beispiel ist im Buch zu finden auf S. 236.


Element 7: Die Eltern

Zusammenarbeit mit den Eltern für eine familienfreundliche Jugendarbeit

Eine Jugendarbeit ist effektiver, wenn sie Familien mit einbezieht. Familien haben einen enormen Einfluss auf die Jugendlichen. Wenn wir planen, Jugendliche auf lange Sicht zu betreuen, dann müssen wir uns ehrlich vornehmen, auch deren Familien zu betreuen. Eine Jugend- und Familienarbeit braucht lange Zeit, um sich zu entwickeln. 

Es ist jedoch oft so, dass weder Jugendliche noch Eltern eine solche integrative Eltern-Teenager-Jugendarbeit überhaupt wollen. Viele Jugendliche kennen nur eine nach Altersstufe eingeteilte Jugendarbeit. 

Eine familienfreundliche Jugendarbeit basiert auf mehreren Schritten, die aufeinander aufbauen und zu einer Fokussierung auf die Familie führen. Diese Schritte reichen von wenig Zeit beanspruchend bis zu zeitintensiv.

1. Eine Teamwork-Mentalität schaffen: 
Voraussetzung ist einmal, dass die Jugendleiter erkennen, dass die Eltern nicht ihre Feinde sind.

Drei Haupteinflüsse wirken zusammen, um einen Jugendlichen bei seinem Wachstum zu helfen:



Gott erwartet von den Eltern, die Hauptverantwortung für die geistliche Reife ihrer Kinder zu übernehmen. Der Jugendmitarbeiter kann nur dabei mithelfen, darf aber nicht die Hauptverantwortung übernehmen. Natürlich wird die Verantwortung des Jugendmitarbeiters grösser, wenn ein Jugendlicher aus einer kirchendistanzierten Familie kommt. 

Die Aufgabe des Jugendmitarbeiters ist es also, die Eltern der Jugendlichen kennen zu lernen und Kontakte mit ihnen zu pflegen. Er muss Zeit in sie investieren. Er kann von ihnen lernen und sie auch nach ihren Ängsten fragen. Die wachsende Unabhängigkeit der Kinder zu ihren Eltern beunruhigt viele Eltern. 

Der Jugendmitarbeiter muss auch die Familienprioritäten respektieren. Die Eltern entscheiden oft, wie viele Abende in der Woche ihre Kinder zu Veranstaltungen gehen dürfen und wann sie zu Hause sein müssen. 

Wenn der Jugendmitarbeiter will, dass die Eltern die Jugendarbeit unterstützen, so soll er auch Anwalt ihrer Werte und Regeln sein. 

2. Halte die Kommunikation in Gang:
Wenn du Eltern für dein Team gewinnen willst, musst du kommunizieren. Die Eltern werden gerne im Voraus über Veranstaltungen informiert. Sende den Eltern zusätzlich zu deinem Veranstaltungsplan einen Infobrief (monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich), damit sie im Bild sind, was lauft. Ein Beispiel eines solchen Briefes ist im Buch auf S. 247.

Als allgemeine Regel gilt: Je früher die Eltern über Datum, Ziel und Kosten einer Veranstaltung Bescheid wissen, desto besser.

Nutze jede Gelegenheit, den Eltern von ihren Kindern vorzuschwärmen. Erzähl ihnen, was du an ihrem Kind so schätzt.

Einer der Wege, Eltern in deinem Team zu halten, ist, dich und deine Arbeit auf professionelle Weise zu präsentieren. So zeigst du, dass du jemand bist, der weiss, was er tut. Professionalität beinhaltet auch, dich in Gegenwart der Eltern angemessen zu verhalten. 

3. Hilfsmittel für Familien finden:
Ein Weg, eine familienfreundliche Jugendarbeit aufzubauen, ist Hilfsmittel wie Bücher, Magazine und Videos zu Erziehungsthemen bereitzustellen. Dein Einsatz zeigt dein Interesse an der Familie. 

Da aber der Jugendleiter nicht immer selber auf Erfahrungen in der Erziehung zurückgreifen kann, kann er die Eltern untereinander mehr vernetzen, so dass sie voneinander profitieren können. Man kann eine Liste erstellen, wer zu welchem Thema etwas zu sagen hat. So kann man die Betroffenen an die Eltern weiterleiten, die Erfahrungen damit haben.

4. Familien das Lernen erleichtern:
Eine familienfreundliche Jugendarbeit bietet Fortbildungsmöglichkeiten für Eltern an, die Fragen haben und etwas dazu lernen wollen. Finde reife Eltern, die bereit sind, ihre Erfahrungen an andere weiter zu geben. 

Als Jugendmitarbeiter weisst du wahrscheinlich mehr über die Jugendkultur als die meisten Eltern und kannst sie über die neuesten Trends auf dem Laufenden halten. 

Elterntreffen können auch dazu nützlich sein, dass Eltern über ihre Problem und Fragen betreffs Erziehung austauschen können. Auch wenn man selber noch keine Erfahrungen hat, kann man das Treffen organisieren und das Gespräch leiten. Diese Treffen zeigen den Eltern auch, dass sie „normal“ sind, da andere Eltern dieselben Probleme haben.

5. Nimm Eltern in dein Team auf:
Eltern in dein Mitarbeiterteam aufzunehmen, kann einer der weisesten Schritte sein, den du als Jugendmitarbeiter machen kannst. Diese Eltern sind ein einzigartiger Kanal der Kommunikation zu anderen Eltern, da sie die Jugendarbeit aus der Innenperspektive sehen. Sie können auch als Vorbilder für die Jugendlichen dienen. 


Element 8: Die Mitarbeiter

Finde die Mitarbeiter, die eine Jugendlichen verdienen

Eine Jugendarbeit ohne angemessene Mitarbeiterschaft kann nie funktionieren, aber eine Jugendarbeit mit einem Überschuss an guten Mitarbeitern wir immer Potenzial haben. 

Drei Prinzipien:

  1. Du kannst es schaffen; du kannst es nur nicht alleine schaffen
  2. Gott hat die Mitarbeiter; du musst sie nur finden
  3. Jugendliche verdienen Mitarbeiter, die dienen, nicht Mitläufer, die kontrollieren

Es ist ein beständiger Kreislauf des Suchens, Findens, Ausbildens, Aufbauens und Anspornens. Je mehr gute Mitarbeiter du hast, desto mehr Jugendliche werden geistlich wachsen und so die Teilnehmerzahl steigen.

Du kannst es nicht alleine schaffen!
Viele Jugendarbeiten scheitern, weil die Jugendleiter versuchen, alles selbst zu machen. Das biblische Prinzip von Mitarbeiter fördern steht in 2.Mose 18,17-23. Ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis ist 5:1. Jugendliche ohne Mitarbeiter sind wie Schafe ohne Hirten.

 Ein Fünf-Schritte-Plan, um Mitarbeiter zu finden:

  1. Denk über deine Auffassung von Leiterschaft nach: Die Haltung soll nicht sein: „Ich brauche unbedingt jemanden, um diese Lücke zu füllen.“ Daraus wird keine fruchtbare Arbeit entstehen. Die Haltung soll vielmehr sein: „Wir brauchen Mitarbeiter, um zu gedeihen.“ Es geht darum, Jugendliche zu fördern und ihre Gaben zu entdecken.
  2. Zerstreue vorhandene Stereotypen: Wenn man danach fragt, wie ein Jugendmitarbeiter sein soll, so gibt es eine Menge Eigenschaften, die aber kaum jemand abdeckt. Zwei Eigenschaften sind wirklich von grosser Bedeutung: Liebe zu Gott und ein Herz für Jugendliche. So können verschiedenste Menschen mitarbeiten, wenn die zwei Eigenschaften stimmen. 
  3. Vereinfache deine Einsatzmöglichkeiten: Nicht jeder Mitarbeiter kann alles machen und will alles machen. So muss eine Jugendarbeit aus verschiedenen Teams mit verschiedenen Aufgaben bestehen, wo ein Mitarbeiter sich einen Bereich aussuchen kann, der ihm entspricht. So kann man zum Beispiel ein Aufmunterungs-, ein Material- oder ein Gebetsteam gründen, für die gerade ältere Leute in Frage kommen. Ein Anpackteam besteht dann aus Menschen, die direkt mit den Jugendlichen arbeiten und sich um sie kümmern. Das Anpackteam besteht aus verschiedenen Teams. So braucht es Teams, die sich um die Veranstaltung kümmern und solche, die sich um die Jugendlichen selbst kümmern. 
  4. Hör nie auf, nach potenziellen Mitarbeitern zu suchen: Bei dieser Suche können die Mitarbeiter selber mithelfen. Man muss die Augen offen halten, um einen potenziellen Mitarbeiter zu entdecken. Mitarbeiter können Jugendliche, junge Erwachsene und selbst Senioren werden. Für jeden gibt es eine passende Arbeit. Jugendliche selbst können ältere Menschen ansprechen und sie dazu ermutigen, sich für die Jugendarbeit einzusetzen. Auch Eltern kann man als Mitarbeiter in Betracht ziehen. Ein effektiver Weg, Teenies in der Jugendarbeit zu halten, ist, ihnen Verantwortung innerhalb der Jugendarbeit zu übertragen. 
  5. Lade die Menschen in deine Teams ein: Wenn du Leute einlädst, deinen Teams beizutreten, dann erklär ihnen möglichst genau und ansteckend deine Ziele und Träume. Die Mitarbeiter sollen nicht einfach rekrutiert oder angeworben werden, sondern eingeladen. Dazu gehört auch, sie in die Arbeit einzuführen und ihnen alles zu geben, was sie brauchen, um ihren Dienst wahrnehmen zu können. Als Dank kann man einmal im Jahr ein Mitarbeiterfest organisieren. Das hat den Zweck, den Mitarbeitern für ihre Unterstützung zu danken und dass sich alle Mitarbeiter einmal sehen und weitere Kontakte geknüpft werden können. 

Wie man potenziellen Mitarbeitern hilft, Leiter zu werden

  • Man soll jeden in der Gemeinde als potenziellen Leiter sehen, aber dennoch feste Kriterien haben, nach denen man dann wirklich einen Leiter aussucht. Es ist entscheidend, wen man als Leiter nimmt und wen eben nicht. Wenn man die falschen Mitarbeiter zu Leiter macht, kann das problematisch werden.

In der Saddleback Church haben sie einen Zehn-Schritte-Prozess, den alle potenziellen Mitarbeiter durchlaufen müssen, bevor sie offiziell im Team beitreten können. Dadurch können Stärken, Schwächen, Motive und Haltung der Person entdeckt werden. Es hilft auch, hingebungsvolle Mitarbeiter zu entwickeln und Konstanz in die Arbeit zu bringen.

Hier ist zu beachten, dass Saddleback eine Grösse hat, wo man die meisten Gemeindeglieder nicht kennt. Dazu kommen hier nicht nur Jugendliche, sondern auch älter Menschen in Frage.

Der Zehn-Schritte-Prozess:

  1. Interesse: Der potenzielle Mitarbeiter muss ein Interesse zeigen für die Jugendarbeit.
  2. Erste Kontakte: Wenn uns Leute ansprechen oder wir sie, erklären wir ihnen unsere Ziele und Wünsche und die erforderlichen Schritte, um ein Jugendmitarbeiter zu werden. 
  3. Das Jugendarbeits-Paket: Dies ist im Anhang F des Buches abgebildet. Es enthält einen Willkommensbrief, Anforderungen, eine Auftragsdefinition und Werte der Jugendarbeit, eine Arbeitsbeschreibung, das Aufnahmeverfahren und eine Anmeldung. 
  4. Eine Veranstaltung besuchen: Die Person soll eine Vorstellung der zukünftigen Tätigkeit bekommen. 
  5. Der Antrag: Wenn die Person interessiert ist, soll sie einen Antrag ausfüllen, um mehr Informationen über die Person zu erhalten. Falls die Person nicht aus bestimmten Gründen nicht in Frage kommt, muss man es ihr dann sagen. Es ist zwar nicht einfach, einer Person zu sagen, dass sie nicht geeignet ist, aber es ist besser als sie zu nehmen und dann ein Problem in der Jugendarbeit zu haben. Auf S. 284 stehen auch ein paar „Warnlämpchen“, auf die man achten sollte. 
  6. Gespräch mit dem Jugendpastor: Nun hat der Jugendpastor bereits einen guten Eindruck von dieser Person und es kann zu einem Gespräch kommen, wo noch offene Fragen gestellt werden können. Dort wird auch der Verpflichtungsbogen (siehe Anhang G im Buch) besprochen. 
  7. Gebetszeit: Nun sollen beide Parteien nochmals Zeit haben, darüber zu beten. 
  8. Der Verpflichtungsbogen: Der Verpflichtungsbogen ist eines der besten Dinge, die Doug Fields in seiner Jugendarbeit einsetzt. Damit hat der Leiter die Erlaubnis, den Mitarbeiter zu konfrontieren, wenn er sich nicht an die Verpflichtungen hält. 
  9. Der Einsatz beginnt: Nun soll der Mitarbeiter mit der Tätigkeit beginnen, die ihm wahrscheinlich am ehesten zusagt. 
  10. Der 30-Tage-Check-up und/oder das Auswertungstreffen: Nach ein paar Wochen kommt es wieder zu einem Gespräch, um Schwierigkeiten zu besprechen. Neue Mitarbeiter brauchen eine intensive Betreuung. Sie müssen hören, dass sie gute Arbeit leisten und brauchen vielleicht einige Tipps. Auch nach dieser Anfangszeit kann der Leiter feststellen, dass die Person für die Jugendarbeit nicht geeignet ist oder die falsche Tätigkeit ausführt; dann muss er handeln. 

Wenn neue Leute ins Team kommen, müssen sie weiter wachsen. Der Leiter hat die Aufgabe, sie zu führen und zu motivieren. 

Ein paar Tipps:
- Schaffe sinnvolle Verantwortungsbereiche: Der Leiter muss wissen, wo er neuen Mitarbeiter einsetzen kann, welche Bereiche es in seiner Jugendarbeit gibt. Die Mitarbeiter wollen eine sinnvolle Aufgabe und ein Ziel. Auf S. 288-289 sind auch einige Tipps für erwachsene Mitarbeiter, wie sie sich in die Jugendarbeit investieren können.

- Deine Erwartungenmitteilen: Deine Mitarbeiter können keine Gedanken lesen. Wenn du der verantwortliche Leiter der Jugendarbeit bist, musst du sie über deine Erwartungen informieren und ihnen mitteilen, wenn sich etwas ändert. Mitarbeiter werden ungern für etwas verantwortlich gemacht, von dem sie nichts wussten. Erwartungen müssen ständig kommuniziert werden und schriftlich vorliegen.

- Grosszügig sein mit Lob: Jeder Mitarbeiter wird Lob schätzen und es wird ihn weiter motivieren. Anerkennung muss nicht dem Spektakulären vorbehalten sein. Menschen für ihre ganz normalen und gewöhnlichen Taten zu loben, hat grossen Nutzen. Sei in deinem Lob spezifisch. Das Lob soll nicht nur vom Jugendpastor kommen, sondern auch von Aussen wie z.B. von der Gemeindeleitung oder Leuten aus der Gemeinde.

- Mitarbeiterveteranen motivieren: Damit sind Leute gemeint, die bereits zwei Jahre in der Jugendarbeit mitarbeiten. Die Frage lautet: „Wie können wir ihn für zwei weitere Jahre behalten?“ Folgende Möglichkeiten gibt es:

a) Übertrage ihnen mehr Verantwortung: Er hat schon viele Erfahrungen gemacht und kann mehr Verantwortung übernehmen. Vielleicht ist auch eine neue Herausforderung an der Zeit, so dass er eine andere Tätigkeit übernimmt.

b) Beziehe sie in wichtige Entscheidungen mit ein: Seine Erfahrungen sollen zum Zuge kommen. Vielleicht steht eine wichtige Entscheidung an, für die man solche Mitarbeiter miteinbeziehen kann. 

c) Lass sie ein Team leiten: Wer bereits zwei Jahre in einem Bereich tätig ist, kann vielleicht selber die Leitung dieses Bereiches übernehmen. Anstatt, dass der Jugendleiter für alles verantwortlich ist, kann er die Leitung einzelner Bereiche an erfahrene Mitarbeiter abgeben. 

d) Nimm sie mit: Die erfahrenen Mitarbeiter kann man an eine Fortbildung mitnehmen, damit sie selber profitieren. 

e) Verabschiede sie mit Lob und Anerkennung: Wenn ein Mitarbeiter seine Tätigkeit aufhört, weil sie etwas in seinem Leben ändert, dann zeig ihm, dass du ihn schätzt und ihm dankbar bist. Die Wertschätzung soll auch öffentlich zum Ausdruck kommen.

 

- Unbelastende Mitarbeitertreffen: Man kann ein monatliches Mitarbeitertreffen machen, wobei man die Mitarbeiter motiviert und sie in einer entspannten Atmosphäre zusammen kommen. Folgendes ist zu beachten:

a) Halte deine Tagesordnung positiv: Gib den Mitarbeiter an diesem Treffen nicht zu viele Gelegenheiten, Beschwerden auszudrücken, weil das auch die anderen negativ belastet. Vielmehr frage, was Gott in ihrem Bereich getan hat. Das bringt sie auf einen positiven Kurs. Halt Arbeitsgespräche und Entscheidungen auf ein Minimum reduziert. Das Mitarbeitertreffen ist mehr ein Gottesdienst als ein Arbeitstreffen. Ein möglicher Ablauf steht auf S. 297 im Buch. 

b) Lass sie die Initiative ergreifen: Lass Teams an Projekten und Veranstaltungen arbeiten und übertrag ihnen Verantwortung. 

c) Betone den Vorrang geistlicher Ermutigung vor der Fortbildung: Es ist wichtiger, die Mitarbeiter geistlich zu fördern als fortzubilden. Obwohl Fortbildung wichtig ist, ist es entscheidender, dass sie austauschen können und geistlich Ermutigung erhalten. Motivierte Mitarbeiter sind bessere Mentoren, Ausbildner und Vorbilder.

 


Element 9: Der lange Atem

Wie man mit drängenden Projekten und Zeitnot umgeht

Die Arbeit eines Jugendleiters endet nie! Es gibt immer noch einen Jugendlichen zu betreuen, noch eine Veranstaltung zu planen, noch eine Andacht vorzubereiten usw. Um darin „überleben“ zu können, braucht man eine Strategie. Manche Jugendleiter starten fest entschlossen, aber verausgaben sich zu schnell. Jugendliche brauchen Leiter, die stabil und ausgeglichen sind und lange Zeit für sie da sind.

Es ist schlimm, aber viele Leute betrachten „überbeschäftigt sein“ als eine Art Tugend. Jeder Jugendarbeiter kann beschäftigt sein, aber nur die wenigsten schaffen es, die Anforderungen der Jugendarbeit, persönliche Bedürfnisse und Zeit für die Familie in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Nur ein ausgeglichenes Leben ist ein intaktes Leben.

Man muss lernen, das Rennen in einem Tempo zu laufen, das man bewältigen kann. Es hat oft mehr mit emotionaler als mit physischer Energie zu tun. Wenn man emotional müde ist, wird man auch körperlich und geistlich müde.

 

Wie du dich vor einem Burn-out schützen kannst

  1. Handle gemäss deinem Alter: Je nach dem, in welchem Alter du bist, denkst du anders, verhältst du dich anders, hast mehr oder weniger Energie usw. Nimm Rücksicht auf dein Alter wie auch auf das Alter deiner Jugendlichen. Leg nicht deine erwachsenen Massstäbe an einen 14-jährigen an. Erwarte von einem Teenager nicht dieselbe geistliche Reife, die du hast. Jugendliche handeln gemäss ihrem Alter und nicht gemäss dem, was du dir erhoffst und erwartest.
  2. Du kannst es nicht allen recht machen: Es ist schwer, ein guter Leiter zu seine und von allen gemocht zu werden. Als Leiter muss man manchmal unpopuläre Entscheidungen treffen. Leiter müssen lernen, diese Realität zu akzeptieren oder sie gehen emotional unter. 
  3. Nein sagen üben: Lerne dich auch dann wohl zu fühlen, wenn du bei wunderbaren Gelegenheiten Nein sagen musst. Du kannst einfach nicht alles machen. Um dich vor dem Ausbrennen zu schützen, musst du Grenzen setzen. 
    Ein Hinweis für Jugendleiter, die verheiratet sind und Kinder haben: Jedesmal, wenn du zu Überstunden Ja sagst, sagst du gleichzeitig Nein zu deiner Familie. Obwohl es seltsamerweise einfacher ist, deine Familie zu enttäuschen, ist es nicht weiser.
  4. Konflikten muss man sich stellen: Konflikte können uns emotional sehr herunterziehen und wir müssen lernen, mit ihnen umzugehen. Sie sind ein Teil der Leiterschaft und der Arbeit mit Menschen. 
  5. Sprich mit anderen Jugendleitern: Es ist wichtig, dass du mit jemandem über deine Schwierigkeiten redest, damit du dich nicht alleine fühlst und denkst, du wärst der einzige Jugendleiter auf dem Planteten, der mit Schwierigkeiten wie unproduktiven Ruhezeiten, unkooperativen Eltern oder fehlenden Fähigkeiten zu kämpfen hat. 
  6. Verlässliche Freundschaften ausserhalb der Jugendarbeit: Die meisten sozialen Kontakte eines Jugendleiters kommen oft aus der Mitarbeiterschaft. Dabei ist es erfrischend, Freundschaften mit Leuten zu haben, die dich mögen, aber keine Ahnung von deiner Arbeit haben. 
  7. Such dir einen Mentor: Als Mitarbeiter bist du ständig am Geben. Das ist erschöpfend und muss wieder ausgeglichen werden. Ein Mentor kann wertvolle Einzahlungen auf dein emotionales Konto leisten. Ein Mentor ist jemand, der dich ernst nimmt, dich versteht, dir zuhört und gute Ratschläge mitgeben kann. 
  8. Halt dir einen Tag frei: Wenn du nicht jede Woche einen Tag hast, an dem du nicht arbeitest, dann bist du ein hervorragender Kandidat für einen Burnout. Ich habe herausgefunden, dass das Auslassen des freien Tages eine der Hauptursachen für das Aufgeben von Jugendleitern ist. Setz kein kurzes Treffen an, sag keinem eine Andacht oder ein Gespräch zu. Sag Nein. Stöpsel dein Telefon aus. Wenn du verheiratet bist, dann ist dieser Tag extrem wichtig für deine Familie. Nutze den Tag für persönliche, physische, familiäre und geistige Erholung. 
  9. Halt dir Urlaub frei: Markier dir im Kalender eine Zeit zum Verreisen und halte sie dir schon mehrere Monate vorher frei. 
  10. Lass deine Familie mitreden: Wenn du verheiratet bist, ist es weise, deinen Partner bei deiner Terminplanung mitreden zu lassen. Ich will z.B. keine Veranstaltung an einem Tag einplanen, an dem eines meiner Kinder eine wichtige Aufführung oder ein Spiel hat. 
  11. Arbeitsbeschreibung und Dienstbesprechung: Wenn du keine Arbeitsbeschreibung hast, dann schreib selbst eine und bitte deinen Vorgesetzten, sie zu bestätigen oder gegebenenfalls zu ändern. Wenn du deine Arbeitsbeschreibung hast, dann bitte um eine Dienstbesprechung. Du musst wissen, was von dir erwartet wird und wie du eingeschätzt wirst. Jeder hat Schwachpunkte. Wenn dich jemand auf einen hinweist, so ist das eine Gelegenheit zum Wachstum. 
  12. Kontrollier die Zeit – oder andere werden es tun: Zu viele Jugendleiter erlauben es anderen Leuten, ihre Zeit zu kontrollieren. Wenn du den Leuten die Gelegenheit gibst, deine Zeit auszunutzen, dann werden sie das tun. Du musst über deine Zeit verfügen und sie zielgerecht einsetzen. Leiter müssen entscheiden, was wichtig ist. 
  13. Bleib deiner Zeit auf der Spur: Ein Jugendleiter arbeitet nicht zu gewöhnlichen Bürozeiten und auch nicht immer im Büro; er braucht flexible Arbeitszeiten. Andere sehen oft gar nicht, was er alles tut. Er sollte seine gearbeiteten Stunden genau aufschreiben, für den Fall, dass mal Fragen aufkommen. Informier deinen Vorgesetzten über deinen Terminplan, damit du dich nicht ständig rechtfertigen musst. 

Leg deine Rollen fest: 

Der erste Schritt, mit deiner Zeit sinnvoller umzugehen, ist, deine verschiedenen Rollen zu erkennen. Ich habe sechs primäre Rollen: Kind Gottes, Ehemann, Vater, Freund und Verwandter, Besitzer und Angestellter. Meine Rolle als Angestellter teile ich in fünf weitere Unterrollen ein: Lehrer, Pastor, Verwalter, Entwickler, Leiter.

Welches sind deine Unterrollen? Wenn du deine Rollen festgelegt hast, kannst du auch deine Zeit nach ihnen einrichten. Trage deine Aufgaben in einen Zeitplan ein, so siehst du wie viel Zeit dir sonst noch bleibt. Bestimme für jeden aufgelisteten Punkt einen realistischen Zeitrahmen für die Erledigung. Auf S. 388-390 gibt er ein Beispiel. 

Heute plane ich für jede Aufgabe ein bisschen mehr Zeit ein, als ich voraussichtlich brauchen werde, um zwischendurch eine kleine Atempause zu haben. 

Ich brauche eine Stunde, um meine Woche zu planen, aber spare dadurch viel Zeit ein.


Positive Disziplin

Manche Erwachsene haben nicht nur Mühe mit dem Fehlverhalten von Jugendlichen, sondern mit ihrem Verhalten überhaupt. Es gibt Jugendliche, die sich wirklich daneben benehmen. Wir dürfen nicht aufhören, von den Jugendlichen ein angemessenes Benehmen zu erwarten, sonst ist alles schon gelaufen. Als Jugendmitarbeiter hat man mit Disziplinproblemen zu kämpfen. 

Das Wort Disziplin ist negativ behaftet. Jedoch ist das Wort verwandt mit dem Wort „Schüler“. So gehört Disziplin und Jünger sein eng zusammen. Es geht um das Lernen von Richtlinien und Grenzen, die es für das Gelingen des Lebens braucht. Disziplin hat mit zwei Seiten zu tun, die man verschieden benennen kann: Liebe und Grenzen; Gnade und Wahrheit; Bestätigung und Verbesserung; Unterstützung und Konsequenzen.

Ein Modell geht von vier Erziehungsstilen aus, die sich aus den beiden Seiten Kontrolle und Unterstützung ergeben:



Laut einer Studie waren die erfolgreichsten und ausgeglichensten Jugendlichen jene, die von autoritativen Eltern erzogen wurden. Diese Eltern wichen nicht von ihren vorgeschriebenen Regeln ab, sondern setzten sie mit Liebe und Verständnis, aber konsequent durch. Die Jugendlichen, die mit zuviel Kontrolle oder zuviel Unterstützung aufwuchsen, hatten am meisten Probleme. 

Wir schaffen Jünger durch Liebe und Disziplin, Unterstützung und Kontrolle. Die Disziplin von einer positiven Perspektive zu betrachten, kann uns den Antrieb geben, sie auch positiv zu nutzen. Manche Jugendmitarbeiter versäumen es, junge Leute positiv zu formen, weil sie selber den Wunsch haben, gemocht zu werden. Sie könnten einen viel stärkeren positiven Einfluss haben, wenn sie sich unter vier Augen mit disziplinlosen Jugendlichen treffen und mit ihnen über deren Leben sprechen würden. Das ist keine einfache Aufgabe, aber wir sind dazu berufen, Jesus zu folgen und geistliche Leiter zu sein. 

Es gibt kein Wachstum ohne Disziplin und keine zielgerichtete Jugendarbeit ohne die Pfeiler der Gnade und Wahrheit.

 Wie du deine Grenzen ausbalancierst:

Wo platzierst du deine Grenzen, deinen Zaun? Wenn sich der Zaun eine Meile weit weg ums Haus befindet bzw. ein Jugendlicher erst jemand töten muss, bevor wir etwas mitkriegen, sind unsere Grenzen sinnlos. Wenn sich aber alle zwei Meter ein bewaffneter Bewacher und eine Liste mit Regeln findet, dann sind unsere Grenzen erdrückend.

Ein paar Prinzipien, die helfen können:

  1. Gutes Benehmen: Wir müssen erwarten, dass die Jugendlichen sich selbst gegenüber und den Mitarbeiter gegenüber respektvoll verhalten.
  2. Einfache Regeln: Wähle sorgfältig ein paar klare Regeln aus, die auf deinen Werten basieren und benutze sie, um ein angemessenes Verhalten zu formen, das den Jugendlichen auch im späteren Leben nützt.
  3. Vermittle Regeln positiv und erkläre ihren Sinn: Nur wenige Dinge sind irritierender als unsinnige Regeln.
  4. Erkläre angemessene Konsequenzen: Es ist unfair, Jugendliche durch Massnahmen zu disziplinieren, von denen sie vorher nichts wussten. Erkläre deine Regeln im Voraus und sag ihnen, was es für Konsequenzen hat, diese Regeln zu missachten.
    Auf S. 329-330 ist ein Vertrag mit Verhaltensregeln für einen Ausflug abgebildet.
  5. Der Unterschied zwischen nervtötend und unangemessen: Jugendliche nerven manchmal, das ist Teil ihres Erwachsenwerdens. Nicht jedes Verhalten, das uns stört, ruft unbedingt nach Disziplin, oft mehr nach Verständnis.
  6. Warnungen minimieren: Minimiere die Anzahl der Warnungen. Wiederholte Warnungen, die nach Autorität schreien, zeigen nur, dass du sie nicht hast. Warne die Betreffenden zwei Mal und dann lass den Ausschluss folgen. Lass nicht zu, dass das störende Verhalten eines Jugendlichen den anderen das ganze Treffen versaut.
  7. Jugendliche nicht mit negativen Namen bezeichnen: Wir alle kennen die prophetische Kraft von Worten. Sehr wörtlich erschaffen sie die Realität, die sie beschreiben. Jugendliche neigen dazu, die Namen auszuleben, die wir ihnen geben.
  8. Setzt Regeln konsequent, aber ohne Wut durch: Regeln ohne Wut durchzusetzen beinhaltet eigentlich zwei Prinzipien: Erstens, setz Regeln durch. Sie sind wertlos, wenn sie nicht durchgesetzt werden. Zweitens, ohne Wut. Die meisten Menschen fangen an zu disziplinieren, weil sie wütend sind. Stattdessen sollten wir loslegen, bevor wir wütend werden. Stopp das Problem, bevor es dich zur Weisglut bringt.
  9. Stell niemand öffentlich bloss: Wir wollen, dass die Jugendlichen ihr Fehlverhalten aufgeben, nicht ihr Gesicht. Eine Ausweisung wird deine Jugendlichen nicht aus der Jugendarbeit treiben, aber eine Erniedrigung schon.
  10. Gespräche unter vier Augen: An den Jugendlichen dranzubleiben, die Probleme machen, bringt weitere Balance in die Anwendung von Regeln. Sei konsequent, wenn du einen Jugendlichen disziplinierst und zeig ihm deine Liebe und Vergebung in einem nachfolgenden Gespräch. Besprich die Situation und erkläre, warum du so gehandelt hast. Sag dem Jugendlichen, dass du ihn magst und dass du die Sache nun als vorbei betrachtest. Benutze Gespräche auch als vorbeugende Massnahme.
  11. Scheu dich nicht, Eltern einzuschalten: Obwohl wir auch Vertrauenspersonen sind, gibt es Dinge, die auch die Eltern erfahren müssen, da sie letztlich die Verantwortung für ihre Kinder tragen. Das kann z.B. bei Drogengebrauch oder Gewaltanwendung der Fall sein. 

Veränderungen einleiten

Da wir Menschen Gewohnheitstiere sind, ist Veränderung für uns anstrengend und mühselig. Neue Ideen in deine Arbeit einzubauen bringt sicher einige Unsicherheiten und Fragen mit sich. Ein paar Schritte können auf dem Weg der Veränderungen helfen:

Erste Schritte zur Veränderung:

  1. Bewerte deine Motive für einen Wechsel: Bevor du in den Prozess einsteigst, solltest du dir über deine Motive im Klaren sein. Wenn deine Motive eigennützig sind, dann sind sie falsch. In der Jugendarbeit darf es nicht um Ruhm oder Balsam für dein Ego gehen. Deine Hauptmotivation sollte dein Gehorsam gegenüber Christus und deine Liebe für Jugendliche sein.
  2. Bete!: Verbringe von Anfang an viel Zeit mit Gott und frage ihn nach seinem Willen. Bitte ihm um Erkenntnis und Weisheit, wie du vorgehen sollst.
  3. Mach eine Pro-Kontra-Liste: Mach eine Liste der Pro und Kontras, um deine geplanten Veränderungen ehrlich zu bewerten.
  4. Such die Meinung deines Vorgesetzten: Besprich deine Liste mit jemand aus der Gemeindeleitung. Nimm Fragen vorweg und halte sinnvolle Antworten parat. Dieses Gespräch kann eine gute Gelegenheit sein, um Unterstützung zu bitten.
  5. Bezieh positive Mitarbeiter, Eltern und Jugendliche mit ein: Erklär ihnen dein Vorhaben und beantworte ihre Fragen. Sie werden dich als erstes unterstützen.
  6. Bezieh negative Mitarbeiter, Eltern und Jugendliche mit ein: Negativ eingestellte Menschen sind für gewöhnlich nicht ganz so stur, wenn du sie unter vier Augen sprichst statt in einer Gruppe. Oft möchten diese Leute nur angehört werden; oft sind sie einfach unsicher und brauchen einfach mehr Zeit und Liebe als andere.
  7. Sprich von „Experimenten“: Das lässt den Wechsel weniger „riskant“ erscheinen – es ist ja nur ein Versuch, wenn es nicht klappen sollte.
  8. Leute werden sich verletzt fühlen: Die meisten Menschen mögen keine Veränderung und meinen: „Wir haben das schon immer so gemacht.“ Oft sind nicht die Veränderungen an sich das Schwierige, sondern die Beteiligten zu motivieren. Veränderung erfordert von den Menschen, dass sie sich aus ihrer Bequemlichkeit heraus bewegen und neue Verhaltensweisen entwickeln.
  9. Kluges Timing: Kluges Timing lässt deine Veränderungen strategischer rüberkommen. Drei gute Zeitpunkte für Rundumveränderungen sind im Januar nach der Weihnachtspause, im Juni/Juli zu Beginn der grossen Ferien und im August zu Beginn des neuen Schuljahres.
  10. Sie werden sich daran gewöhnen: Die Leute gewöhnen sich mit der Zeit an die Veränderungen.
  11. Dank deinen Veränderungs-Helfer: Gib deinen Mitarbeiter immer wieder Wertschätzung für den Dienst den sie leisten. Das motiviert sie weiterzumachen.

 

Die „Sparkonten“ der Veränderung:

Das Planungs-Konto: 
Wenn deine Jugendarbeit grösser wird, muss gleichzeitig deine Bereitschaft zur Organisation wachsen. Je länger im Voraus Veranstaltungen geplant, Räume reserviert, Budgets festgelegt und Camps gebucht sind, desto mehr Zeit hast du auf Veranstaltungen für Jugendliche. Zur Planung kann die E.A.H.-(=Erste Allgemeine Hilfs-) Methode dienen:

a) Ergebnis: Stell dir zuerst das erwünschte Ergebnis deiner Veranstaltung vor. 

b) Aktionsplan: Was musst du unternehmen, um zu dem erwünschten Ergebnis zu gelangen? Mach eine Liste mit allen nötigen Aufgaben, die erledigt werden müssen.

c) Hilfsmittel: Welche Hilfsmittel brauchst du, um dein Ziel zu erreichen?

 

Das Politik-Konto:
Wenn du über diesen Punkt überrascht bist, musst du neu in der Jugendarbeit sein. Die Ängste und Frustrationen, die in Verbindung mit Gemeindepolitik auftreten, sind endlos. Viele fähige Jugendmitarbeiter mit den besten Absichten sind an unangemessener Gemeindepolitik gescheitert. Deine Politik ist die Fähigkeit, Unterstützung für deine Arbeit zu bekommen, die Gott dir anvertraut hat. 

Sechs Vorschläge, die den Einfluss der Jugendarbeit innerhalb deiner Gemeinde stärken:

a) Lern das System kennen: jede Gemeinde hat ihre eigene Struktur der organisierten Leitung. Ob an Traditionen, Bestimmungen oder Persönlichkeiten gebunden – dieses System ist der Wegeplan zu Entscheidungen.

b) Entdecke, was wichtig ist: Es ist wichtig, dass du die Werte deiner Gemeinde verstehst und ernsthaft vertrittst.

c) Werde ein Mannschaftsspieler: Deine Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeiter und Gruppen innerhalb der Gemeinde wird die Entwicklung der Gesamtgemeinde fördern und damit auch deine eigene.

d) Unterstütze die Gemeindeleitung, vor allem den Pastor: Wenn du Unterstützung von anderen willst, dann musst du auch welche geben. Zum Beispiel respektiere ihre Zeitplanung, lade sie zu deinen Veranstaltungen ein, folge ihrer Leitung, steh öffentlich hinter ihnen, diene ihnen.

e) Erfolg messen und vermitteln: Es ist wichtig, dass du deinen Erfolg feststellen und deiner Gemeinde vermitteln kannst. Eine bedeutende Rolle der Jugendleiter ist es, die Früchte ihrer Arbeit zu präsentieren (Zahlen, Grad der Mitarbeit, geistliche Reife usw.).

f) Wähl die Schlachtfelder weise aus: In deiner Arbeit wird es unweigerlich Konflikte geben. Versuch diese möglichst freundschaftlich und ohne unnötige Ausbrüche zu lösen. Versuche dem anderen zuzuhören und ihn zu verstehen. Beachte, dass der wahre Kampf gegen den Teufel und nicht gegen Menschen geht.

 

Das Gebets-Konto:
Wenn die Kraft Gottes eine unerlässliche Energiequelle für den Aufbau einer zielgerichteten Jugendarbeit ist, dann ist es nur logisch, dass wir diese Quelle anzapfen und uns unser Leben lang von ihr versorgen lassen wollen. Sicher ist Beten für sie wichtig, aber bist du auch überzeugt, dass es absolut lebensnotwendig ist? Betest du regelmässig für deine Jugendarbeit?

a) Aufgabe des Betens: Der Sinn des Betens ist es, uns abhängig von und in Beziehung zu dem Einen zu halten, der Leben gibt. Im Gebet danken wir Gott für das, was er tut und können ihm unsere Bitten, Hoffnungen und Wünsche zurufen.

b) Das Wesen des Betens: Das Beten ist das Rückgrat eines Christen. Die Jugendarbeit braucht von Gott erneuerte Mitarbeiter und durch das Gebet wird man Gott ähnlicher.

c) Die Priorität des Betens: Wenn wir wie Jesus das Beten an erste Stelle setzen, dann werden wir alles (jeden Tag, jede Sitzung usw.) im Dialog mit dem Vater beginnen und beenden, um seine Meinung und seinen Segen zu erfahren.

d) Die potentielle Kraft des Betens: Wenn wir an die Wahrheit des Wortes Gottes glauben, dann müssen wir auch glauben, dass: 

  • mit Jesus alles möglich ist
  • Gott sich um unsere Angelegenheiten kümmern wird, wenn wir ihn darum bitten
  • der, der in uns ist, grösser ist als der, der in der Welt ist
  • wir noch Grösseres tun können


Quellennachweis

Inhalt: Zusammenfassung des Buches „Jugendarbeit mit Vision“ von Doug Fields aus dem Projektion J Verlag. ISBN: 3-89490-318-X, durch Philipp Kurth 

Bild: Clipart mit freundlicher Genehmigung des Verlages buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart - www.ejw-buch.de


Die Autoren: Irmgard
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