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Einführung in Jahresschwerpunkt 1993

Zuletzt bearbeitet am 27. Mai 2015
Einführung in Jahresschwerpunkt 1993

„Ihr sollt heilig sein; denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.“ (3. Mose 19,2)
„Es kommt die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.“ (Johannes 4,23)


Der BESJ-Schwerpunkt 02

Anbetung hat in den letzten Jahren in unseren Gemeinden an Bedeutung gewonnen. Zumindest als Schlagwort ist sie überall – es gibt „Anbetungslieder“, „Anbetungsteile“ im Gottesdienst und „Anbetungsleiter“. Dennoch gehen die Vorstellungen von Anbetung weit auseinander.

Während die einen eher stille Anbetung suchen, bedeutet sie für andere fröhliches Feiern und Bewegung! Obwohl das Wort in aller Munde ist, besteht also Klärungsbedarf. Die beiden Grundsatzreferate zu Beginn dieses Heftes umreissen den Begriff der „Anbetung“ aus biblischer, ganzheitlicher Sicht. Sie werfen ein etwas anderes Licht darauf. Vielleicht verwechseln wir zu oft „Lobpreis“ und „Anbetung“, wie Arne Kopfermann immer wieder betont. Während Lobpreis eine äussere Form und Ausdrucksweise unseres Gottesdienstes ist, geschieht Anbetung in der Tiefe, mit dem ganzen Leben. Deshalb sprechen wir bewusst von „Anbetung als Lebensstil“.

In der Kinder- und Jugendarbeit ist Anbetung aus dieser Sicht weitgehend Neuland. Singen mit Kindern, die Band im Teenie-Gottesdienst – beides ist längst Pflicht. Und emotional sind alle dabei. Aber was geschieht in der Tiefe? Führen wir unsere Jugend wirklich in die Anbetung des heiligen Gottes? Möglicherweise müssten wir als Leiter auf diesem Weg vorangehen: Warum nicht Anbetung im Team leben?

Die praktischen Anwendungen sind im Heft kurz gehalten. Wir glauben, dass echte Anbetung weniger mit Methoden und Formen als mit persönlicher Hingabe zu tun hat. Wer das begreift, wird keine Mühe haben, aus den gegebenen Ideen eigene Wege zu entwickeln.

Zu diesem Dossier Der BESJ-Jahresschwerpunkt „Anbetung“ folgt auf das Thema „Vision“ (teamweekend 01). Nach der Ausrichtung nach vorn jetzt die Ausrichtung nach oben. Hingabe und Jüngerschaft haben sich bereits im Zusammenhang mit der Vision als zwei zentrale Themen herausgestellt.

Das Dossier gibt in erster Linie Referate und Seminare des Hauptleiter-Weekends 02 wieder. Wir danken allen ReferentInnen, die einen Beitrag gestaltet oder ihr Referat zur Verfügung gestellt haben.

Wir hoffen, dass diese Beiträge ihre Wirkung in der christlichen Kinderarbeit – auch über den BESJ hinaus – entfalten.

BESJ-Jungscharbüro Uster, 26. Juni 2002                                             Giancarlo Voellmy


1. Anbetung als Lebensstil

Matthias Spiess

Die Backstreet Boys in ihren ersten Sekunden auf der Bühne – Geschrei der Menge, Toben, Jubel, Verzückung... Tausende von jungen Mädchen sehen ihren Lebenstraum vor sich. – Fussball-WM 2002: Ein rundes Leder soll ins Netz – und Millionen Jungs verbringen täglich Stunden damit, sich über die neusten Resultate ins Bild zu setzen.

Beides kommt meiner Definition von „Anbetung als Lebensstil“ sehr nahe. Ich meine natürlich nicht das Gekreische und das Toben... Sondern: 

  • Für diese Fans gibt es nichts mehr daneben, nur noch ihre Stars. Liebe kommt zum Ausdruck, Verzückung. Nur noch ein Wunsch bleibt – den Stars so nahe zu sein wie möglich. Einen Blick zu erhaschen, vielleicht sogar eine Berührung.
     
  • Die Fans verteidigen ihre Gruppe, Mannschaft, egal was die anderen sagen und suchen jeden Schnipsel ihres Stars und bewahren ihn auf. Sie kennen alle Songs auswendig. 
     
  • Sie kennen die Tour-Daten. Sie sind immer auf dem Laufenden über Torstatistiken und Punkteliste.
     
  • Sie beginnen sich oft so zu kleiden (speziell Elvis- oder Kelly Family-Fans).
     
  • Sie sind bereit, für ein Ticket fast jede Summe zu bezahlen. Vor einigen Jahren gab es eine grosse Schlagzeile im Blick, weil ein Mädchen eine Annonce aufgab mit dem Text: „Gebe Sex für Michael Jackson Ticket“.

Extreme Fans geben alles - für einen Menschen. Eigentlich unglaublich, aber leider viel zu oft wahr.  


Anbetung kommt von innen

Es geht bei Anbetung als Lebensstil nicht darum, welche Lieder wir mit welchen Instrumenten singen sollen und wie lange der Lobpreisteil in einer Gemeinde sein sollte. Sicher, Lobpreis-Zeiten sind nicht falsch! Aber nicht auf die äussere Form, sondern die Motivation, dein und mein Herz, die innere Haltung entscheidet. Die oben genannten Fans praktizieren „Anbetung“ in einer viel echteren Art und Weise als das in der Gemeinde oft geschieht. 

 

Es fällt leichter, von etwas Fan zu sein – und etwas anzubeten – das man sehen oder sogar anfassen kann. In Indien lässt sich für jedes Lebensproblem eine spezielle Götzenfigur kaufen. Nicht umsonst nennt man die Geliebte im deutschen Volksmund auch ‚die Angebetete’. Beim Erzählen vom Motorrad, Computer, Instrument oder Kombi-Mix-Rühr-Raffel-Knet-Gerät spürt man vielen Menschen die Begeisterung schnell ab. Weshalb? 

 

Wichtigste Voraussetzung: Man weiss, wovon man spricht. Niemand betet etwas an, das er nicht kennt. – Kennst du Gott? Was hast du für ein Gottesbild? Unten findest du verschiedene (fragwürdige) Gottesbilder, gezeichnet von Max Spring:

Jeder von uns nimmt Prägungen aus der Vergangenheit mit, wie wir Gott sehen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus der Erziehung der Eltern, vom Hörensagen, aus Andachten und Predigten und hoffentlich auch aus eigenem Bibellesen und Erfahrungen. 

WAS ICH ANBETEN WILL, MUSS ICH KENNEN.

Unsere Sicht von Gott ist immer irgendwie einseitig, jeder hat auch seine Lieblingsthemen. Das erkennst du an den Texten, mit denen du Stille Zeit machst. Oder am Inhalt deiner Andachten, wenn die Hauptaussage schlussendlich bei jedem Text dieselbe ist. 

 

In der letzten Zeit habe ich mich vor allem mit der Heiligkeit Gottes beschäftigt. Dieser Wesenszug Gottes wird oft vernachlässigt. Heute bin ich der Meinung, dass wir Gottes Liebe und Zuwendung nur richtig verstehen, wenn wir uns bewusst sind, wie heilig Gott ist.

Begreifen wir ein bisschen dieser Heiligkeit und Grösse Gottes, übertrifft das unsere Begeisterung über alle Kombi-Mix-Rühr-Raffel-Knet-Geräte und Motorräder um Längen! Dann werden wir kaum anders können, als Gott mit Leib und Seele anzubeten.


Verschiedene (fragwürdige) Gottesbilder:


Anbetung, weil Gott heilig ist

In Jesaja 6 lesen wir davon, dass Jesaja eine spezielle Vision hatte. Dabei sah er sich vor dem Thron Gottes und die Engel riefen sich zu: 

„Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott! Seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Welt.“

Die Engel wiederholen das Wort „heilig“ dreimal. Wiederholungen waren damals üblich, um Wichtiges hervorzuheben. Diese Engel (Seraphim) hatten sechs Flügel. Zwei davon nur, um sich das Gesicht zu bedecken, weil Gottes Herrlichkeit so gewaltig ist, dass sie nicht einmal Engel ertragen.

Erstaunlicherweise wird in der Bibel nirgends dreimal betont: „Liebe, Liebe, Liebe ist der Herr...“ Deshalb bin ich sicher, dass die Heiligkeit Gottes etwas sehr Spezielles ist.

„Heilig“ bedeutet übersetzt etwa „abgesondert / abgetrennt“. Aber nicht einfach abgeschnitten und dann liegen gelassen wie ein Stück Fett, das man vom Fleisch abtrennt. Sondern abgetrennt als etwas Besonderes. Als etwas, das höher steht, über den Rest hinausragt. Es ist der Versuch, zu beschreiben, wie Gott über diese Welt hinausragt. Und damit für uns auch ein Stück unbegreiflich wird.

Gott ist grösser als die Erde. Er ist heiliger. Er hat absolute Macht darüber. Kein Mensch kann Leben schaffen. Wir können es nur verlängern oder manipulieren. Aber wir können dem Nichts nichts schaffen. Gott kann es. Nur ein Wort – und es geschah. Gott hat die Macht, ewiges Leben zu schaffen. Unsere Hülle wird nach dem Tod zu Erde zerfallen, aber in uns drin ist eine Seele, die weiter lebt.

Beweisen kann ich es nicht. Für viele ist es einfach unglaublich, weil man es nicht sehen kann. Mir gefällt das Bild vom Philosophen Joostein Gaardner, der schreibt: „Man hat schon manches Gehirn seziert, aber noch nie einen Gedanken gefunden.“ Es gibt Realitäten, die nicht sichtbar sind!

Gott ist grösser als das Universum. Er ist heiliger. Er hat absolute Macht darüber. Millionen Lichtjahre entfernte Planeten und es ist noch kein Ende zu erkennen. Gott hat es erschaffen. Um dies ein wenig zu verdeutlichen, wird es einmal so beschrieben, dass Gott so gross ist, dass er die Erde gerade so als Fussschemel benützen kann.

Gott steht auch über der Zeit. Er ist heiliger. Er hat absolute Macht darüber. Tausend Jahre sind für ihn wie ein Tag und ein Tag wie tausend Jahre. Gott war schon immer, ist immer und wird immer sein!

Gott ist grösser als der Mensch. Er ist heiliger. Er hat absolute Macht über uns. In der Bibel heisst es, dass jeder Mensch einmal vor Gott stehen wird. Beziehungsweise – wir werden vor ihm niederfallen, wenn wir seine Herrlichkeit sehen werden. Dann wird er als Richter auftreten und die Menschen in zwei Gruppen teilen: Diejenigen, die Jesus lieb haben und ihm nachfolgen – Sie werden für immer in Gottes Gemeinschaft sein können. 

Es gibt auch noch eine andere Seite, die ich nicht verschweigen will. Wer Jesus bewusst ablehnt und verachtet, wird für immer von Gott getrennt bleiben. Gott hat die Macht über den Menschen.

In Berührung mit Gott

Eine richtige Reaktion auf die Heiligkeit Gottes beschreibt ein Psalmschreiber, der sagt: „Betet den Herrn an, unseren Gott! Fallt vor seinem Thron nieder, denn er ist der heilige Gott!“ (Psalm 99,5)

Ja, was passiert mit Menschen, die mit diesem heiligen Gott in Berührung kommen? Es gibt viele Beispiele dafür. Ein paar habe ich herausgesucht:

  • Gott sehen wäre tödlich. Mose sah ihn von hinten und bekam einen solchen Glanz von der Herrlichkeit Gottes, dass es das Volk nicht ertragen konnte.
  • Die Reaktion von Jesaja, als er sich vor Gott sieht, ist nur: „Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich, und mitten in einem Volk mit unreinen Lippen wohne ich.“ – Als Jesaja die Herrlichkeit von Gott sieht, wird ihm schlagartig bewusst: Ich kann so unmöglich vor Gott bestehen! Alleine, was ich schon alles gesagt habe (vom Denken wohl ganz zu schweigen)...
  • Als Petrus trotz seiner Skepsis die Boote voller Fische hatte, sagte er: „Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr.“  
  • Die Jünger später: „Und sie fürchteten sich mit grosser Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorchen?“ Als den Jüngern die Kraft und Macht Gottes bewusst wurde, bekamen sie eine extreme Ehrfurcht vor Gott.  
  • Paulus kommt mit Jesus in Berührung und wird von dessen Herrlichkeit dermassen geblendet, dass es ihn zu Boden schlägt und er davon erblindet. 

In der unmittelbaren Begegnung mit Gott erkennt jeder Mensch, dass er auf keine Fall vor ihm bestehen kann. Menschliches Misstrauen gegen Gott und Fehlerhaftigkeit sind unmöglich mit Gottes Heiligkeit zu vereinen. 

„Werft euch vor ihm nieder, wenn er in seiner Grösse und Macht erscheint! Die ganze Welt soll vor ihm erzittern!“ (Psalm 96,9)

Von uns aus sind wir nicht in der Lage, gebührend auf Gottes Heiligkeit zu reagieren. Weil Gott definitiv so anders ist und so weit über uns steht ist es einfach unmöglich, aus eigener Kraft zu ihm zu kommen. Würde es dabei bleiben, wären wir hoffnungslos!

Gottes Reaktion

Gott sei Dank wird bereits im alten Testament vielfach beschrieben, dass Gott nicht nur die unnahbare Art hat. So heilig wie Gott ist – genauso so ist er auch Liebe, weil niemand so besonders liebt wie er. Gott hat den Menschen nicht als Marionette für seine langweiligen Minuten geschaffen. Trotz unserer Fehlerhaftigkeit liebt er uns und will und eine Beziehung zu uns aufbauen. Wenn wir uns in die Situation von Gott hineinzudenken versuchen, stellen wir fest, dass das in keiner Weise selbstverständlich ist. Aber es ist absolut not-wendig!

Man könnte die Beziehung zwischen Gottes Heiligkeit und der menschlichen Sünde vergleichen mit dem Plus- und Minuspol einer Batterie. Eine direkte Verbindung ist unmöglich – das Kabel verglüht.


Jesus: die Verbindung


Doch Jesus steigt in die Lücke. Er nimmt die Fehlerhaftigkeit von uns auf. Er erleidet für uns den Tod, die verdiente Strafe, und macht so eine Verbindung möglich. Ich staune darüber, dass dieser heilige, allmächtige Gott sich so sehr um mich bemüht, dass er seinen Sohn in diese Welt sendet.

Und ich staune darüber, dass Jesus – der ja wesensgleich ist mit Gott und somit auch vollkommen heilig – dass Jesus bereit war, sich von seinen Geschöpfen so mobben zu lassen, sich so fertig machen zu lassen, sich anspeien zu lassen, sich töten zu lassen und im schlimmsten Moment die ganze Schuld der Welt für immer auf sich zu nehmen. 

Mit jedem Übertritt sagen wir eigentlich: „Gott, du bist nicht gut. Ich vertraue dir nicht. Deine Gebote sind nicht gut. Ich habe das Recht, zu tun, was ich will. Ich weiss besser, wie man lebt in dieser Welt. Ich regiere über mein Leben und brauche keinen Herrscher über meinem Leben.“

Im schlimmsten Fall benutze ich seine Gnade sogar als Freibrief, noch egoistischer zu leben. „Ach, so schlimm ist es doch nicht – ich werde am Abend dann wieder um Vergebung bitten“, ein Schlag ins Gesicht von Jesus, aber ich muss gestehen, dass ich sogar nach vielen Jahren als Christ noch dazu fähig bin.

In einigen Geschichten der Bibel zeigt Gott die Macht der Sünde auf und sagt sozusagen: „Seid vorsichtig! Nehmt meine Gnade nicht für selbstverständlich! – Nehmt meine Heiligkeit ernst!“ Ich denke an die Geschichte von Ananias und Saphira, die aufgrund einer Lüge blitzartig ihr Leben lassen mussten. Das wäre eigentlich, was wir alle verdient haben. Das wäre gerecht. 

Gott schuldet mir nichts – ich schulde ihm alles. Ich habe die Gnade nicht verdient. Wenn ich meine, ich könne sie mir verdienen, dann bin ich auf dem Irrweg. Wenn ich von Verdienst rede, dann stelle ich sozusagen eine Rechnung zusammen, bei der es ein Soll und ein Haben gibt. Keine Chance! Bei Gott stehen wir in der Kreide.

Einmal werde ich vor Gott treten, ohne etwas vorweisen zu können. Nur durch seine Liebe wird er sagen: „Das habe ich dir alles vergeben. Du bist okay.“ Das ist unbegreiflich. – Er macht es trotzdem.

Unsere erste Reaktion auf die Heiligkeit und Grösse Gottes kann nur so aussehen: Die Bitte um Vergebung. Auch wenn wir Gott als Kumpel klein gemacht haben. Staunen über die Grösse Gottes. Anbetung, Lob und Dank!

„Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, steht nun nichts mehr zwischen uns und Gott. Wir haben Frieden mit ihm. Wem verdanken wir das? Allein Jesus Christus. Er hat uns die Tür zu diesem neuen Leben mit Gott geöffnet. Voller Freude danken wir Gott dafür, dass wir einmal an seiner Herrlichkeit teilhaben werden. (Römer 5,1)“
 

Ein neuer Lebensstil

Eine zweite Reaktion auf die Begegnung mit Gott betrifft meinen ganzen Lebensstil. Anbetung als Lebensstil heisst für mich: Ich will Gott mit meinem Leben Freude machen. Ich gebe ihm den ersten Platz und will mit allem, was ich habe, Gott ehren.

Ein Bild: Ich habe von Erwin einen schönen Baum bekommen. So richtig mit Wurzeln, Stamm, Ästen und... vielleicht auch mal Früchten. Es ist ein Zierapfel-Baum. Irgendwann wird er schöne Früchte tragen.

In der Bibel wird der Glaube und die Veränderung des Herzens als Wachstum beschrieben. Und wie bei unserem Baum muss es auch bei in einem gesunden Glauben zu Früchten kommen. Diese Früchte bringt der Heilige Geist im Leben hervor, wenn wir ihn lassen:

„Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22)

Wenn diese Eigenschaften immer mehr zu meiner Persönlichkeit werden, dann werden meine Gedanken, Worte und Taten Gott immer mehr Freude machen.

Wir können diesem Baum jetzt einfach Früchte anhängen, die wir im Laden gekauft haben. Allerdings werden sie bald verfaulen. Wahre Früchte können nicht einfach angehängt werden. Sie müssen wachsen. Nur ein Baum mit einer gesunden Wurzel kann wachsen. Sie nimmt die Kraft auf und setzt sie um, damit der Baum grösser wird und dass Früchte entstehen können. – Das kann der Ast nicht alleine – er braucht die Kraft aus der Wurzel.

Du kannst auch nicht einfach aus dir selber ein bisschen „Gut sein“. Du musst etwas haben, bevor du geben kannst. So brauchst du die Kraft des Heiligen Geistes, der dein Herz füllt. Und nur ein solches Herz wird „von Herzen“ Gott dienen können. 
 

Die Nährstoffe zum Wachstum

Wie bei einer Pflanze können gewisse „Nährstoffe“ unser persönliches Wachstum fördern:

  • Sei dankbar, denn Dankbarkeit gibt enorme Kraft. Du gibst Gott die Ehre in deinem Leben, wenn du dankbar bist. Selbst wenn du nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehst, gibt es immer viele Gründe, Gott zu danken. Genug zu essen, die Vergebung, Freiheit, Gottes Schöpfung, Freunde usw. 

Und dann gibt es wirklich Situationen, in denen wir uns total ungerecht behandelt fühlen. Oder es gibt sonst Gründe, dass es einem überhaupt nicht ums Danken ist. Jakobus gibt uns da einen guten Rat, in einer Selbstverständlichkeit, die einen fast ärgert: 

„Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Wem es aber gut geht und wer Grund zur Freude hat, der soll Gott Loblieder singen.“ (Jakobus 5,13)

Beim Leiden reicht es offenbar nicht ganz zum Singen, aber zum Gebet soll man sich durchringen. Setze es um und du wirst sehen, wie Gott dein Leben verändern wird. 

Lies die Psalmen, zum Beispiel Psalm 43. Zuerst klagt der Psalmist über die ganze Ungerechtigkeit, über seine Sorgen und Probleme. Er klagt Gott an, dass er ihn fallen gelassen habe. Dann kommt ihm offenbar der Gedanke, dass er sich statt zu jammern besser in den Tempel begeben würde und er beginnt Gott anzubeten.

„An deinem Altar will ich dich anbeten, will mich über dich freuen und dir zujubeln. Dankbar spiele ich dir auf der Zither, dir, meinem Gott!“ (Psalm 43,4)

Während er betet und offenbar ist es ein Willensakt – beginnt er sich zu freuen. Er wird dankbar. Seine Perspektive ändert sich total. Nicht mehr seine Nöte sind wichtig, sondern Gottes Grösse und Möglichkeiten. Dann fragt er sich:  

„Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer? Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiss: ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen!“ (Psalm 43,5)




Es gibt eine Lob- und Dankkur, die ich von Hanspeter Nüesch gelernt habe. Sie funktioniert wirklich, ich teste sie fast jeden Morgen. Sie geht so:

Wenn du am Morgen erwachst, denke nicht zuerst an all das, was auf dich zukommen wird, sondern beginne mit Danken und Gott loben. Danken für den neuen Tag. Dafür, dass du wieder in einen neuen Tag gehen darfst, den Gott bereits vorbereitet hat. Lobe Gott für seine Kraft und für seine Liebe, die er für dich bereit hält.

  • Sei zufrieden mit dem, was Gott dir zur Verfügung gestellt hat. Wir vergleichen so oft mit den Stärken der anderen und möchten so sein wie sie. Das gilt auch für Äusserlichkeiten. Andere Nase, längere Beine etc. . Ein bekanntes Kinderlied fasst es kurz: „Dä Hans im Schnäggeloch hät alles, was er will. Und was er will das hät er nöd und was er hät das will er nöd – dä Hans im Schnäggeloch hät alles, was er will.“ Dabei hat dich Gott genau so gewollt, wie du bist. Du bist „sehr gut!“, wie Gott uns bei der Schöpfung bewertet. Du bist ein geliebtes Kind Gottes.
    Die richtige Frage lautet: Wem glaubst du?. Deinen Wünschen, den aktuellen Trends – oder Gott? 
     
  • Setze deine Gaben gut ein, die Gott dir zur Verfügung gestellt hat. Egal, wie viele und was für welche Gaben du hast: Du hast von Gott den Auftrag, deine Gaben für ihn einzusetzen. Zur Ehre Gottes. Das ist Anbetung als Lebensstil.
    „Ihm (Gott) diene ich mit allem, was ich bin und habe, indem ich die Heilsbotschaft von seinem Sohn verkündige.“ (Römer 1,9) 
     
  • Gott soll den ganzen Tag in Gedanken und Gebeten einen Platz haben. Wir werden von Jesus sehr oft aufgerufen, unsere Sorgen und Bitten Gott mitzuteilen. Die meisten von uns würden bestätigen, dass das etwas vom Wichtigsten überhaupt ist – fürs Gelingen des persönlichen Lebens wie für die Jugendarbeit.
    Trotzdem habe ich gehört, dass die durchschnittliche Gebetszeit von wiedergeborenen Christen rund 3 Minuten pro Tag sei. – „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet“, sagt Jesus.
    Es kann eine Hilfe sein, wenn du nach Zeiten suchst, die auf einfache Art sinnvoller genutzt werden könnten. Das könnte eine vereinbarte Gebetszeit sein – jeder betet zu einem bestimmten Zeitpunkt gleich da, wo er sich befindet. Ich selber nutze die Fahrt ins Büro am Morgen fürs Gebet. Ich stelle bewusst kein Radio ein. In diesen fünfzehn Minuten bitte ich für den Tag, für andere Menschen, für den BESJ oder andere Anliegen. Anstelle einer Gebetszeit können es auch viele einzelne , die einem bewusst machen, dass Jesus wirklich da ist. 
     
  • Nimm dir Zeiten der Stille. Wir leben in einer sehr hektischen Zeit. Burn-Out ist für viele kein Fremdwort mehr. Wir sind gefordert im Beruf, gestresst in der Freizeit. Überall ist Musik. Egal, wo wir hinschauen – es gibt fast immer etwas zu lesen. Und sonst wartet bestimmt ein SMS auf dem Handy.
    „Geht jetzt an einen einsamen, stillen Platz!» sagte Jesus zu ihnen. «Ihr habt Ruhe nötig!» Es waren nämlich so viele Menschen bei ihnen, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden.“ (Markus 6,31)

    Gott spricht vor allem in der Stille. Jesus ging vor wichtigen Entscheidungen in die Stille. Elia hörte Gott in der Stille. Wie soll Gott zu dir und zu mir reden, wenn wir ihm keine Gelegenheit dazu geben? Stell dir vor, du möchtest einen Freund etwas Wichtiges sagen, doch der schaut währenddessen immer auf die Uhr, rennt wieder weg, redet drein etc. 
     
  • Freue dich am Lobpreis. Gott hat Freude an unseren Liedern. Viele Psalmen rufen uns auf, Gott mit Liedern zu loben. Lobpreis bringt uns geistliche Wahrheiten näher. Viele Bibelverse kennen wir auswendig, weil sie in Liedern vorkommen. Lieder „laufen einem nach“ und begleiten durch den Tag.

    Allerdings wird wohl kaum so viel gelogen wie im Lobpreis. Wir machen Versprechungen und sagen Dinge, die wir sonst kaum so sagen würden. („Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern...“ / „Hier bin ich, sende mich...“ / „Das Höchste meines Lebens ist, dir Dienen...“, etc.). Was wir Singen muss mit dem Leben übereinstimmen. Schon zu biblischen Zeiten hielten sich die Leute für sehr fromm und besuchten die Gottesdienste – beuteten aber die Armen aus. Gott meint dazu:

    „Ich hasse eure Feiern, geradezu widerwärtig sind sie mir, eure Opferfeste verabscheue ich. Eure Brand- und Speiseopfer nehme ich nicht an, und wenn ihr Tiere mästet, um sie mir darzubringen, ist mir das völlig gleichgültig. Eure lauten Lieder kann ich nicht mehr hören, verschont mich mit eurem Harfengeklimper. Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein!“ (Amos 5,21)

    Deutliche Worte! 
     
  • Suche Gemeinschaft mit anderen Christen. Miteinander kann man über Dinge diskutieren, zusammen beten und singen. Gemeinsam fällt vieles leichter. In einer Gemeinschaft gibt es Ergänzung, Anteilnahme und Korrektur. Wichtige Voraussetzungen, um zu wachsen.

    Im Gegensatz zu östlichen Religionen ist der christliche Glaube ganz auf Gemeinschaft angelegt. Bereits die erste Gemeinde hat dies sehr intensiv gepflegt, indem sie materiell und geistlich füreinander gesorgt haben. 
     
  • Nimm dir Zeit fürs Bibelstudium.
    „Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Es ist schärfer als die Klinge eines zweischneidigen Schwertes; dringt es doch bis in unser Innerstes, trennt dort Menschliches von Göttlichem und trifft uns tief in Mark und Bein. Dieses Wort ist ein unbestechlicher Richter über die Gedanken und geheimsten Wünsche unseres Herzens.“ (Hebräer 4,12)

Die persönliche Zeit des Bibellesens ist extrem umkämpft. Vielleicht darum, weil Satan weiss, wie wichtig es für unser Wachstum ist. – Wenn Anbetung dein Lebensstil sein soll, musst du dich von Gott beeinflussen lassen. Gott selber redet vor allem durch die Bibel zu dir! 

Manchmal ist es eine Frage der Methode, ob das Bibellesen interessant ist oder nicht. Frage andere Christen, wie sie diese Zeit mit Gott interessant gestalten und finde deine persönliche Form. Oft liegt es an der Zeit: Du kannst nicht 10 Minuten Zeit nehmen und meinen, dass du dann die grossen Erkenntnisse hineinziehen wirst. Gott soll dein Leben prägen und nicht dein „ich-sollte-doch-die-Bibel-lesen-Gewissen“ beruhigen.




Ganz mit Gott leben

Da liegen also jede Menge Schätze bereit, die wir aufnehmen können. Ihre Kraft muss durch den Stamm in die Äste und die Früchte fliessen. Ein Baum lässt das einfach zu –wenn er nicht verletzt ist, geschieht dies von selbst. Wir Menschen sind da meist ein wenig komplizierter. Unser Wille wehrt sich dagegen, Gott ganz in uns aufzunehmen. Wir geben vielleicht gerne so zwei drei Leitungen frei, aber wirklich unser ganzes Leben?

Führe dir nochmal die angehängten Früchte vor Augen. Gott will in deinem Leben nicht einfach Kosmetik vornehmen, dass du ein bisschen besser wirkst und ein paar gute Werke mehr tust. Es geht viel tiefer. Es geht um deinen Willen, der von Natur aus gegen den Einfluss von Gott rebelliert. Es entspricht nicht unserem Wesen, dass wir unseren Willen dem Willen von Gott unterordnen. „Dein Wille geschehe“ – heisst konkret: Ich stelle Gott an die erste Stelle. Und das soll sichtbar sein im Umgang mit Zeit, Geld, Planung, etc. . Das fällt uns einfach schwer. Wir wollen selber entscheiden.

Satan, der „Vater der Lüge“, will dir einflüstern, dass es Gott gar nicht gut meint mit dir. Dass er dir Dinge wegnehmen will. Dass nur seine Macht sichern will. Dabei kannst du doch selber Gott sein... Eva ist auf diese Lügen hereingefallen. Wahrheit ist: Gott hat Gutes für dich bereit, etwas, das du dir selbst nicht holen kannst.

Der gebildete und korrekt lebende Nikodemus kam zu Jesus und wollte mehr über ihn wissen. Jesus antwortet ihm: „Ich sage dir eins, Nikodemus: Wer nicht neu geboren wird, kann nicht in Gottes Reich kommen.“ Neu geboren – nicht nur ein wenig positiv verändert!

  • Gott will dich ganz. Mir gefällt der krasse Satz von C.S.Lewis: „Dabei will er deinen Willen, deine Wünsche und Bedürfnisse nicht quälen - sondern töten!“ Gott will den faulen Zahn nicht ausbohren, eine Krone aufsetzen oder plombieren, sondern ziehen. Es geht um eine totale Hingabe und Unterordnung, die aber frei macht für Gott.

Hingabe heisst:

  • Völliges Vertrauen in Gott. Er sorgt für dich. Er meint es gut mit dir. Ich lege ihm sozusagen mein ganzes Leben vor die Füsse und sage: Nimm es – mach etwas daraus!

  • Ich muss nicht alles erkennen – aber ich tue alles, was ich erkenne. Wenn dir Gott Dinge aufzeigt, die nicht in Ordnung sind, kehre um, bereinige sie. Wenn dir Gott zeigt, wie du anderen helfen kannst – tue es. 

Das ist der Sinn der Nährstoffe, die ich vorher erklärt habe. So lebst du immer mehr zur Ehre Gottes. Du tust es nicht mehr, weil du musst, sondern weil du Gott immer mehr liebst. So wird er dich zum Segen setzen in dieser Welt. Du wirst Spuren hinterlassen, die man bis in den Himmel sehen wird. Du sammelst Schätze im Himmel mit Ewigkeitswert. 

„Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Du sollst ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit all deiner Kraft.“ (5.Mose 6, 4-5) 


2. Die Macht der Anbetung

Peter Blaser

Lass dich mitnehmen auf eine karge, ca. 36 Quadratkilometer grosse Insel im ägäischen Meer. Ein Mann steht in einer einsamen Bucht. Über das Rauschen der Brandung hinweg schweift sein Blick in die Tiefe des Horizonts. Wie Brillanten blitzen hier und da Wellengruppen im Sonnenlicht auf. Die Felsen zeichnen sich warm und golden vom stahlblauen Himmel ab. In diese bewegte Ruhe hinein tut sich eine neue Welt auf.

„An einem Sonntag war es, als Gottes Geist mich ergriff. Ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme, durchdringend wie eine Posaune: Ich drehte mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Da sah ich sieben goldene Leuchter.
Mitten zwischen ihnen stand einer, der wie ein Mensch aussah. Er hatte einen langen Mantel an, und um die Brust trug er einen goldenen Gürtel. Die Haare auf seinem Kopf waren wie weiße Wolle, ja leuchtend weiß wie Schnee. Seine Augen glühten wie Feuerflammen, die Füße glänzten wie flüssiges Gold im Schmelzofen, und seine Stimme dröhnte wie ein tosender Wasserfall.
In seiner rechten Hand hielt er sieben Sterne, und die Worte aus seinem Mund wirkten wie ein scharfes, doppelschneidiges Schwert. Sein Gesicht leuchtete strahlend hell wie die Sonne.
Als ich das sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Aber er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: «Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, und ich bin der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich für immer und ewig, und ich habe Macht über den Tod und das Reich des Todes.“ (Offenbarung 1,12-18)

Mit diesen Worten beschreibt Johannes seine Begegnung mit Jesus auf der Insel Patmos. Eine gewaltige Erscheinung - anders, als wir uns Jesus oft vorstellen. Kein Wunder, dass Johannes vor Furcht und Ehrfurcht wie tot auf den Boden fällt. Eine in der Erinnerung des Johannes unauslöschbare Begebenheit. Sie hat ihn tief geprägt, so wie die Jesus-Begegnung als Jünger in seinen jungen Jahren.

Begegnungen mit Jesus prägen mein Leben nachhaltig. Wo begegnest du Jesus prägend?

WO BEGEGNEST DU JESUS PRÄGEND?

Wen bete ich an?

Die Bibel spricht davon, dass der lebendige Schöpfergott und sein Sohn Jesus Christus angebetet werden sollen.

„Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott und ihm allein dienen“ (5. Mose 6,13)

Wer ist dieser Gott und sein Sohn, der unsere Anbetung verdient? Es ist einerseits der heilige, würdige Gott und sein Sohn, der sich für uns „entwürdigen“ liess:


Der würdige Gott

Schöpfer allen Lebens, die Weisheit, der Mächtige, der uneingeschränkte Herrscher, der Alles umfassende, der Alles durchdringende, die Wahrheit, das Licht, der Heilige, der Kommunizierende, der Gerechte, der Barmherzige, Gnädige, der sich offenbarende, der Lebendige, der Herrliche, der Ewige, der Sündlose

Der "entwürdigte" Gott - Jesus Christus

der Menschgewordene, der Gedemütigte, der Verachtete, der Unerwünschte, der Unverstandene, der Ausgestossene, der als Lügner beschimpfte, der Angespuckte, der Geschlagene, der Verlassene, der Versuchte, der Verpottete, der Ausgelachte, der Gekreuzigte, der Verurteilte, der Ausgepeitschte, der Abgelehnte

Meine Sünde hat den würdigen Gott zum „entwürdigten“ Gott in Jesus gemacht! Doch der herrliche Gott wird durch seine Menschwerdung und durch das, was er in Jesus alles für uns erduldete noch herrlicher, noch grösser, noch unfassbarer – und gleichzeitig, gerade dadurch, für uns nahbar.

Mir bewusst zu werden darüber, wen oder was ich anbete, ist sehr entscheidend. Denn das, was ich anbete, hat Macht über mich. Jeder Mensch betet einen Gott an! Entweder den wahren, lebendigen Gott oder einen Ersatzgott. Deshalb ist die Frage nach dem Objekt der Anbetung so entscheidend!

Ist es der lebendige Gott, oder sind es bei dir Ersatzgötter wie z.B.

  • Beruf, Karriere
  • Besitz
  • Spass, Abenteuer, Freizeit, Mobilität
  • Freundin, Freund, Lebenspartner, Kinder
  • das gute Gefühl im Lobpreis
  • die fromm getarnte Selbstverwirklichung in der Gemeinde
  • die Ameisli-, Junschi-, Teenie- oder Sportarbeit
  • Ansehen, Ehre
  • Hobbies
  • Computer, Handy mit all ihren Facetten

IM OBJEKT DER ANBETUNG LIEGT DIE MACHT DER ANBETUNG.

Gott hat uns in seinem Reichtum alles geschenkt und wir dürfen uns an seinen Gaben freuen. Wenn wir aber die Gaben anbeten werden sie zu Götzen. Götzen rauben uns die Vollmacht, die Glaubwürdigkeit, weil sie uns wichtiger sind, als Jesus, weil sie nicht Gottes Willen entsprechen und ihm in unserem Leben den ersten Platz rauben . Denn Gott sagt, dass er ein eifersüchtiger Gott ist, der es nicht zulässt, dass ihm die Ehre „geklaut“ wird.

Wenn es um die Macht der Anbetung geht, muss in meinem Leben die Frage nach dem Gott, den ich anbete geklärt sein.

Wir sind geschaffen, Gott anzubeten

Wenn ich Gott und Jesus mit meinem geistlichen Augen betrachte, kann ich nicht anders als ihn anbeten. Es entspricht dem mir von Gott zugeordneten Sinn des Lebens. Ich bin dazu geschaffen, ihn anzubeten. Das ist meine Daseinsberechtigung.

"Nach seinem Plan und Willen hat Gott uns schon im voraus durch Christus als seine Erben eingesetzt. Jetzt sollen wir mit unserem Leben Gott verherrlichen, die wir schon lange auf unseren Retter gewartet haben." (Epheser 1,11-12)

Der zweite Teil lautet wörtlich übersetzt: "...dass wir seien zum Preis seiner Herrlichkeit, die wir zuvor schon gehofft haben auf Christus." An zahlreichen anderen Stellen fordert uns die Bibel ebenfalls auf, Gott anzubeten – häufig in Befehlsform!

„Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott und ihm allein dienen.“ (5. Mose 6,13)

„Bringt den Herrn die Ehre seines Namens.“ (1.Chronik 16,29)

„Betet ihn an, in heiligem Schmuck.“ (1.Chronik 16,29)

„Gebt Gott die Ehre.“ (Offenbarung 14,7)

„Betet an, der gemacht hat Himmel und Erde.“ (Offenbarung 15,4)

„Betet Gott an.“ (Offenbarung 22,9)

„Lobt den Herrn.“ (Psalm 147,1)

„Wir wollen nicht aufhören, Gott im Namen Jesu zu loben und ihm zu danken. Das sind unsere Opfer, mit denen wir uns zu Gott bekennen.“ (Hebr 13,15)

Wie beten wir an

Wenn wir den von Gott im Alten Testament eingesetzten Tempeldienst betrachten, so fällt auf: Gott legt grossen Wert auf die Anbetung durch Musik, Gesang, Kleidung, bestimmte Reinigungen, die Predigt, die Opfer, usw. Ferner hat er seinem Volk etliche längere Feste „verordnet“, die folgende Ziele haben:

  • seine Anbetung 
  • Freude an ihm
  • Freude und Dank an seinen Gaben
  • Erinnerung an seine Taten
  • Verkündigung seines Namens
  • Freude aneinander und Ermutigung

GOTT SUCHT MEINE ANBETUNG MIT KOPF, HERZ UND HAND.

Gott selber ist sehr kreativ. So sollen und dürfen auch wir kreativ sein. Wir können Gott sehr unterschiedlich anbeten, in unterschiedlichen Formen und verschiedener Haltung. Das ist oft eine Typenfrage. Die einen ziehen es vor zu singen, musizieren, tanzen, während andere eher Ruhe und Stille suchen. Gott will letztlich mehr, als kreative Formen und Haltungen – er will mein Herz! Und er will es ganz.

Gott will, dass unsere Anbetung aufrichtig, ehrlich, glaubwürdig ist, das heisst, aus der Liebe zu ihm entspringt. Ist das ein spezielles Liebesgefühl, ein Wohlgefühl? Ist das ein spezieller geistlicher Zustand? Ist unsere Liebe zu Gott messbar?

Ja! Jesus sagt:

„Wer meine Gebote annimmt und danach lebt, der liebt mich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben.“ (Johannes 14,21)

Der Liebesbeweis ist Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort.

„Samuel erwiderte: «Was denkst du, worüber freut sich der Herr mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den Herrn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.» “ (1. Samuel 15,22)

Wie oft meine ich, mit Opfern wie Zeit, Finanzen, Einsatz usw., den Gehorsam umgehen zu können? In der tiefsten Dimension beten wir Gott durch Gehorsam an!

Wir können über Anbetung reden, kreative Anbetung organisieren oder lobpreisen in der Gemeinde, im Lager, im Team. Wenn in unserem Leben jedoch der Gehorsam gegenüber Jesus und seinem Wort nicht sichtbar wird, bleibt jede Form ein heuchlerisches, frommes Ritual, vielleicht sogar professionelle Show. Das Gefühl dabei kann uns umhauen – mit Gott hat das nichts zu tun! Jesus sagt:

„Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ (Matthäus 15,8)

Heute sind wir aufgefordert, uns ganz persönlich zu prüfen und dafür zu sorgen, dass Jesus dasselbe über uns, über mich und dich nicht sagen muss.

Die Macht der Anbetung

Was bewirkt echte Anbetung in meinem Leben? Wenn Anbetung eine Kraft in sich trägt, dann hat sie entsprechende Auswirkungen:

  • richtet das Herz aus auf Jesus – ich begegne ihm, er prägt mich 
  • stärkt das Vertrauen, den Glauben an Jesus – ich traue ihm mehr zu 
  • macht dankbar – ich lerne, wie Paulus sagt, in allen Dingen dankbar zu sein (1. Thessalonicher 5,18), was grossen Segen zur Folge hat 
  • macht frei von mir selbst – Blick zum Nächsten, nicht auf mein Ego 
  • ermutigt zu sozialem Engagement – Dienstbereitschaft anstelle von Vergnügungsstress 
  • macht glaubwürdig –ein Potential der praktischen Verkündigung wird freigesetzt 
  • führt in die Demut – ich sehe mich im Licht Gottes 
  • schenkt situationsunabhängige Freude –das Leben stimmt mit dem Willen Gottes überein 
  • gibt Allem im Leben die rechte Wertung, Priorität –heute ein grosses Problem Kurz: Anbetung verändert mein Leben zu dem Bild, das Jesus von mir hat. Die Macht der Anbetung verändert das Denken, die Gesinnung und dadurch wächst die Qualität der Anbetung (2. Kor. 3,18). 

Einige Beispiele dazu: 

  • Paulus und Silas (Apg. 16,16-39) loben und preisen Gott im Gefängis. Gott greift ein durch ein Erdbeben, sie werden frei. Auf den Lobpreis hin wirkte Gott völlig unerwartet – mit spürbaren Konsequenzen. 
  • Shelter Now (Georg Taubmannin einem Interview) – Mitarbeiter der Hilfsorganisation werden in Afghanistan verhaftet. „Wir beteten mehrmals täglich miteinander, lasen in der Bibel, sangen Loblieder, lasen Psalmen, als wären sie genau für uns geschrieben worden. Da fand unser Herz Ruhe. Dass wir hier lebend herausgekommen sind, sind Wunder über Wunder Gottes.“ 
  • Daniel (Dan. 6, 1-29) zeigt kompromisslose Treue zu Gott. Trotz der Androhung, den Löwen vorgeworfen zu werden, öffnet er wie immer drei mal am Tag sein Fenster und betet. Daniel erlebt Gottes Bewahrung in der Löwengrube, weil er gehorsam ist und sich zu Gott bekennt. 

Wir sehnen uns danach, Gott zu erleben und rennen von Event zu Event. Und doch bleibt oft Frustration, weil wir Jesus nur oberflächlich erleben und das gute Gefühl rasch verflogen ist. Wir wollen Jesus erleben, ohne seine Bedingungen einhalten zu wollen. Jesus ist vielerorts zum Automaten verkommen, zum gutem Kunmpel, der seine Heiligkeit verloren hat, mit dem ich umspringen kann nach Gutdünken.

WIR WOLLENN JESUS ERLEBEN, OHNE SEINE BEDINGUNGEN EINZUHALTEN.

Aber Gott ist heilig. Er hasst die Sünde. Wir sind ihm Unterordnung und Gehorsam schuldig – auch da, wo wir es nicht verstehen!

  • Joschafat (2. Chronik 20,18-24) Der König von Juda wurde von Feinden bedrängt. Joschafat wandte sich an Gott und befolgte mit dem ganzen Volk seine Anweisungen. Schliesslich geht es ohne Kampf aus – verschiedene feindliche Völker hatten sich gegenseitig erledigt! 
  • Ein persönliches Erlebnis: Die politische Gemeinde verwehrte mir die Baubewilligung für ein kleines Gartengebäude. Ich kochte, Protest- und Trotzgedanken gingen mir durch den Kopf. Doch Gott half, mich zur Dankbarkeit durchzuringen. Und tatsächlich: Aller Groll, die ganze Auflehnung verschwanden.
    Das Beste kommt aber erst: Vier Tage später gab der Bausekretär Bescheid, man werde das Gesuch dem Gemeinderat zur positiven Entscheidung unterbreiten. Ich könne mit der Bewilligung rechnen.
    Es geht nicht immer so auf, manchmal lässt es Gott auch in der Situation. Doch mir wurde bewusst: ohne den Gehorsam unsererseits, hätten wir auch Gott nie so erlebt. 
  • Joseph (1.Mose 39, 6-13) geniesst als Kammerdiener alle Freiheiten im Haus Potiphars. Eines Tages macht ihm die Frau Potiphars einen verlockenden Antrag. Joseph schlägt ihn aus und flieht – da verleumdet sie ihn: Er habe sie belästigt.
    Josef kommt ins Gefängnis. Es sieht nicht gut aus für ihn. Was hat die Treue seinem Herrn gegenüber jetzt gebracht? Doch sein Gehorsam wird belohnt, wenn auch nicht sofort. Er wird schliesslich zum zweitobersten Mann in Ägypten. 


Diese Beispiele zeigen Anbetung Gottes pur. Auch wenn nicht immer Worship und Musik im Zentrum stehen. Hier sind Menschen Gottes Wort gehorsam, sie sind bereit, sich seinem Willen zu unterstellen und sich zu ihm zu bekennen.


Wie wächst echte Anbetung?

Es ist klar, dass tiefe Anbetung nicht von einem Tag auf den anderen kommt. Konsequentes Leben in der Nachfolge von Jesus braucht Zeit. Man könnte diesen Wachstumsprozess „geistliches Atmen“ nennen:

1. ich erkenne meine Sünde – auch als Kind Gottes

2. ich kehre echt um – das Falsche loslassen

3. ich bringe in Ordnung, was mir bewusst ist – ganz praktisch

4. ich unterstelle mich Jesus – ein Herrschaftswechsel

5. ich pflege fördernde Gemeinschaft.

Viele Christen, haben nie einen Herrschaftswechsel in ihrem Leben vollzogen. Dadurch leben sie in einem dauernden Selbstbetrug. Sie meinen, sie seinen Erlöste, aber in Wirklichkeit kennt sie Gott nicht. Jesus sagt:

„Nicht, wer mich dauernd ‚Herr’ nennt, wird in Gottes Reich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ (Matthäus 7,21)

Der Herrschaftswechsel äussert sich nicht in der perfekten Sündlosigkeit, sondern im bewussten darauf Hinarbeiten, gemäss Gottes Willen zu leben, bewusste Sünde zu vermeiden und im Gehorsam Jesus nachzufolgen. Ohne Sündenerkenntnis, -bekenntnis nicht wird auch kein Herrschaftswechsel geschehen!

Wenn du dir nicht sicher bist, oder wenn du bewusst ein Doppelleben führst, so vertraue dich einer Person an, die dich aufgrund der Bibel beraten kann. Gott will dir helfen, dein Leben zu verändern.

 

Die Macht der Anbetung ist Realität

Was würde in unseren Teams geschehen, was würde in unseren Land geschehen, wenn wir zu echter Anbetung Gottes durch unser Leben durchdrängen? – Unsere Beziehungen würden intakt. Unsere Gesellschaft, unser Land würden sich zum Positiven hin verändern. Unsere Mission würde in Erfüllung gehen: Tausende junger Menschen könnten Jesus kennenlernen! Es liegt bei mir und bei dir.

„Herr, glücklich ist das Volk, das dich jubelnd als König feiert! Du selbst bist unter ihnen und bringst Licht in ihr Leben. Sie freuen sich jeden Tag über dich und sind fröhlich, weil du deine Versprechen hältst. Du allein machst sie stark, durch deine Liebe gelangen sie zu Ansehen und Macht.“ (Psalm 89, 16-18)

Jesus Christus möge sich dir offenbaren und es dir schenken zu seiner Ehre.


3. Anbetungsparcours

Nadine Kuhn

Eine Möglichkeit, wie du Gott in Ruhe auf verschiedene Arten anbeten kannst – 1:1 erprobt am BESJ Hauptleiter-Weekend 2002.

Idee

Auf dem Anbetungsparcours können verschiedene Formen der Anbetung kennengelernt und ausgeübt werden. Jeder Posten beschreibt eine andere Form der Anbetung.

Dabei ist jeder Teilnehmer für sich alleine unterwegs. Er entscheidet selber, auf welche Art er sich wie lange Zeit nimmt.

Ein Anbetungsparcours lässt sich auf die beschriebene Art und Weise erst ab dem Teeniealter durchführen. Für Kinder müsste er so angepasst werden, dass er in kleinen Gruppen mit je einer Leiterin absolviert werden könnte.

Die Anzahl der Stationen richtet sich nach den verfügbaren Räumen. Wichtig ist, dass die Umgebung ruhig ist und die verschiedenen Posten sich nicht gegenseitig stören.

Variationen

Die Gestaltung kann jederzeit verändert und individuell angepasst werden, je nach Altersstufe, Ort und Möglichkeiten.

Vorbereitungen/Material

Was für Material du brauchst, entnimmst du den einzelnen Postenbeschreibungen. Postenbeschreibungen Ab der nächsten Spalte findest du die detaillierte Beschreibung des Parcours. Anleitungen oder vorgegebene Texte sind jeweils in Kasten abgedruckt.

0. Eingangshalle

In der Eingangshalle wird mit einem Gedicht  zur Stille mit Gott eingeladen. Dieses kannst du gross auf Plakate schreiben. Das Ticken von Uhren unterstreicht den Inhalt.

Termine, Termine, Termine... So hämmerte es plötzlich in meinem Gedächtnis. Doch sie waren nicht auf einmal so plötzlich da. herangetragen, einer nach dem andern. Nein! Einzeln wurden sie an mich herangetragen. Werbend, schmeichelnd, einschleichend, drängend, fordernd! Alle Termine – anscheinend Termine für DICH, mein GOTT. Im Laufe der Zeit wurden sie zu einem verwirrenden, mich rastlos vorwärtstreibenden Koloss. Da erschrak ich zum ersten Mal! Um Ordnung in die Fülle meiner Termine zu bekommen, besorgte ich mir einen Mini-Planer. Der würde genügen – dachte ich! Ich trug alle Termine ein. Aber die Zeile pro Tag reichte nicht! Ich besorgte mir einen grösseren Planer. Er hatte – ausser der einen Zeile – noch Platz für weitere Eintragungen. Ich konnte also weitere Termine eintragen: Veranstaltungen, Sitzungen, Kurse, Vorträge, Evangelisationen, Gottes-dienste, Bibelstunden, Besuche, Seminare etc. Da erschrak ich zum zweiten Mal! Bei all diesen Terminen für DICH, mein GOTT, bei allem Unterwegssein für DICH, bei allem Einsatz für DICH merkte ich nicht, dass die Termine mit DIR, die Sprechstunden mit DIR, die Zeiten mit DIR immer weniger wurden! Sie kamen zu kurz! Sie wurden verdrängt durch die sogenannten Aktivitäten für DICH, mein GOTT! Ich fand – heute weiss ich: nahm mir! – keine „Stille Zeit“ mehr! Ja noch schlimmer: Ich fand keine stille Zeit mehr zur „Stillen Zeit“. Da erschrak ich zum dritten Mal! Der Terminkalender reichte ja noch immer nicht aus! Ich konnte nicht alle Verpflichtungen festhalten. So kaufte ich mir einen neuen, grösse-ren. Sie werden ja vielfach angeboten. Er hatte Einschreibemöglichkeiten für die Tag- und Nachtstunden. Alles trug ich nochmals ein. Und siehe da, fast alles brachte ich unter! Selbst ein paar Stunden zum Schlafen waren eingeplant. In gewissen Zeiten schmolzen jedoch auch diese auf ein Minimum. Doch ich war selbst zufrieden. Ich hatte ein reiches, sattes und bewegtes Leben, bis zum letzten ausgefüllt – ob auch erfüllt, frage ich mich allerdings heute – im Einsatz für DICH, mein GOTT!

Aus Termine, Termine, Termine von Kurt Scherer, Johannis, 1999  

 

Durch einen Vorhang von Papierstreifen tauchst du nun ein in die Gebetszeit.

Nimm dir nun Zeit mit Gott, ganz alleine. Elf verschiedene Gebetsstationen stehen dir zur Verfügung. Die Meinung ist nicht, dass du alle besuchen musst. Nimm dir lieber für jede einzelne Station genügend Zeit. Auf dem Plan kannst du dich über den Standort der Stationen informieren. Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Nimm ein Heft und einen Bleistift für Notizen, Gedanken, Ideen, Gebete,... und geniesse die Zeit!


Anbetungsparcours

  1. 1

    Bildmeditation Natur

    Psalm 104, 1-24 als Tonbildschau mit passenden Bildern

    Letztes Dia: 

    Nimm dir Zeit und danke Gott für seine wunderbare Schöpfung!

    Material: Dias, Diaprojektor, Psalm 104 auf CD oder Kassette, CD-Player.

  2. 2

    Lied

    Ein aussagestarkes Anbetungslied hören und den Text dazu lesen.

    Höre das Lied, konzentriere dich bewusst auf den Text, wenn du willst, darfst du auch mitsingen.

    Material: Lied auf CD, CD-Player, Text des Liedes auf Folie, Hellraumprojektor

     

  3. 3

    Bildmeditation Kreuz

    Ein Bild des gekreuzigten Jesus hängt an der Wand.

    Betrachte das Bild. Danke Jesus für das, was er für dich getan hat.

    Material: Bild, vergrössert auf Plakat.

  4. 4

    Wäsche

    Im Raum sind Wäscheleinen gespannt, an denen mit Wäscheklammern Zettel befestigt werden.

    Wofür kannst du Gott danken?

    Schreibe ein Stichwort auf einen Zettel und hefte ihn an die Wand. Du darfst auch mehrere Zettel schreiben. Lies auch diejenigen Zettel, die bereits ah der Wand hängen.

    Danke Gott jetzt dafür.

    Material: Zettel, Schreiber, Wäscheleine, Wäscheklammern

  5. 5

    CH

    Grosse Schweizerkarte an der Wand.

    Denke an deine Ameisli-, Jungschi-, oder Teeniearbeit zurück. Wofür kannst du Gott dankbar sein?

    Schreibe deine Gedanken auf ein Post-it und klebe es in diejenige Region der Schweiz, in der sich deine Gruppe befindet.

    Danke Gott auch für eine andere Notiz, die bereits auf der Karte klebt.

    Material: Grosse CH-Karte, Post-it, Schreiber 

  6. 6

    Menschen

    Bildmeditation mit Menschenbildern, die an den Wänden aufgehängt sind.

    Betrachte die Bilder

    Danke Gott für fünf dir bekannte Menschen und deren Eigenschaften.

    Material: Menschenbilder

  7. 7

    Brief

    Schreiben und Beten eines Briefes oder Gedichtes an Gott

    • Du hast zwei Möglichkeiten, einen Brief zu schreiben:
    • Schreibe die Fortsetzung eines angefangenen Lobgedichtes an der Wand.
    • Schreibe selber ein Lobgedicht oder einen Brief in dein Heft.
    • Bete nun dein Lobgedicht.

     Material: farbiges Packpapier an Wand, Schreiber, Gedichtanfänge

  8. 8

    Malen

    Zu Jona 2 soll ein Bild gemalt werden.

    • Richte dir einen Malplatz ein. (Zeitungen nicht vergessen!!)
    • Höre nun Jonas Gebet. Male ein Bild, das für dich zum Text passt.
    • Vergiss nicht, deinen Platz wieder aufzuräumen.

    Material: Neocolor,  Zeitungen, Text Jona 2 auf CD oder Kassette, CD-Player

  9. 9

    Spuren

    Mit Hilfe des Gedichtes Spuren im Sand über Gottes Geschenke im Leben nachdenken und dafür danken. Der Boden des Raumes ist mit Sand bedeckt, so dass du deine eigenen Spuren hinterlassen kannst.

    • Lies das Gedicht.
    • Schreite nun deine eigene Lebensspur. Stell dir beim ersten Schritt deine Geburt vor. Wo hat dich Gott getragen? Immer dann, wenn dir etwas einfällt, bleibst du stehen und dankst Gott dafür.

    Material: Gedicht gross aufgeschrieben, Sand am Boden, Plastik für unter den Sand.

  10. 10

    Marsch

    Spaziergang mit Kerzli und Psalm im Freien.

    • Nimm einen Psalm, ein Kerzli und einen Windschutz. Zünde die Kerze an. Nimm dir Zeit, auf einem Spaziergang in der Umgebung den Psalm immer wieder laut oder leise zu beten.

    Material: Psalm 111 auf Zettel kopiert, Kerzli, Windschutz

     Dieser Posten eignet sich gut als Abschluss. Er könnte auch als Verarbeitungszeit gestaltet werden.

  11. 11

    Thron

    Vor Gottes Thron anbeten. – Ein grosser Thron steht mit Scheinwerfern beleuchtet im Raum. Davor befinden sich Gebetsstühle.

    • Stell dir vor, du kommst vor Gottes Thron. Bete Gott an und danke ihm für seine Grösse. 

    Material:       Thron (Sessel mit Tüchern und Schaumstoff umwickelt), Scheinwerfer, Gebetsstühle

    Die Gebetsstühle kannst du bestellen bei: 

    Schreinerei Arche, Dammweg 60, 3400 Burgdorf - Ein Stück kostet ca. Fr. 30.- plus Versandkosten.


Meditationsposten 3


4. Anbetung im Team

Giancarlo Voellmy

Keine Gruppe ist besser als ihr Leiterteam! Wenn Anbetung mit den Kids und Teens wichtig ist – umso wichtiger ist sie fürs Team!

Anbetung gehört in jede christliche Gemeinschaft. Im Team steht zwar die Vorbereitung im Zentrum. Aber die geistliche Dimension gehört untrennbar dazu. Ein Team, das geistliche Programme vorbereitet, aber kein geistliches Eigenleben hat, kann seiner Aufgabe nicht gerecht werden!

Es ist ein Erfahrungswert: Anbetung bewirkt viel mit wenig zusätzlichem Aufwand. Sie hilft gespannte Situationen lösen. Sie hilft, über Hindernisse und Probleme hinwegzukommen. Anbetung und Dank bilden ein wichtiges Gegengewicht zum Bitten im Gebet. Sie richtet die Blicke im Team auf Gott das, was Gott tut.

Idee

Anbetung sollte zu einem festen Bestandteil der Teamsitzung werden. Indem wir Gott so stark wie möglich in unser Team integrieren, geben wir ihm auch die Ehre für das, was geschieht.

Varianten

Es gibt verschiedene Formen, in denen dies geschehen kann:

  • Gebetszeit: Nehmt euch eine Zeit zum Beten für die Sitzung, für den geplanten Anlass, für die Kinder. 
  • Singen: Plant Zeit ein, um ein paar Lieder zu singen, am besten zu Beginn der Sitzung. Singen bewirkt auch emotional viel – gute Form für gestresste Leiter. 
  • Austauschen: Sprecht über persönliche Anliegen, besonders aber auch über positive Erlebnisse. Hebt die Stärken am Anderen hervor. Dankt dafür. 
  • Gebetstagebuch: Wisst ihr noch, wofür ihr vor zwei Wochen gebetet habt? Wer Gott mit gutem Grund loben will, notiert Gebetsanliegen und daneben auch ihre Erfüllung. Eine motivierende Erfahrung! 

Eine weitere, grundlegende Form der Anbetung im Team: Gib dein Bestes. Sei zuverlässig, setze dich für die Anderen ein. Damit ehrst du Gott!

Material

Je nachdem: Liederbücher, Gitarre, Gebetstagebuch, Packpapier, Schreiber...

Besonderes

Eine wirkungsvolle Massnahme, die mit wenig Aufwand eingeführt werden kann. Mit der Zeit werdet ihr selber euren Stil finden.


5. Anbetung in der Natur

Hans Bieri, 44, Brgbauer in Batenberg, aktiv in der BESJ-Region Thun

Anbetung mit Wind in den Haaren – ist auch die Natur ein Ort der Anbetung? Und nicht nur für Geländespiele, Lagerfeuer und Abenteuerleben?

Die Natur lädt ein zu prägenden Begegnungen mit Gott. Überwältigt stehe ich da, wenn ich in Gottes Schöpfung eintauche. Staunend lasse ich seine Wunder auf mich wirken. Mein Herz erfüllt sich mit Ehrfurcht und Dankbarkeit, öffnet sich und übersprudelt. Die Anbetung unseres grossartigen Gottes wird mir zum Verlangen.

Versuche es in deiner Gruppe! Ihr habt viele Möglichkeiten.

Idee

Durch intensives Erleben der Schöpfung staunen lernen und dadurch mit Lust und aus vollem Herzen Gott anbeten.

Diese Anbetung finden wir besonders im Alten Testament häufig, z.B. Psalm 95; Teile aus Psalm 104; aber auch in Apostelgeschichte 17,24. Staune über die Schöpfung, bete den Schöpfer an! Römer 1,23+25.

Beim Betrachten von eindrücklichen Naturereignissen (Sonnenuntergang, Wasserfall, Berge etc.) werden wir uns Gottes Grösse bewusst. Von da kannst du zur Anbetung führen. Es ist möglich, einen ganzen Anlass damit zu gestalten – an einen ausgewählten Ort gehen, sich in kleinen Gruppen mit dem Naturwunder beschäftigen, entsprechende Bibelstellen lesen, Input zur Vertiefung...

Eigentlich bietet aber jeder Anlass im Freien Gelegenheit. Es lohnt sich, die „kleinen“ Zeugen von Gottes grossartiger Schöpfungsfantasie auch mal spontan miteinander anzuschauen.

Anbetung mit "Wind in den Haaren" eignet sich für jede Altersstufe!

Varianten

Deiner Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt und Varianten je nach örtlichen Gegebenheiten denkbar.

Vorbereitung

Ausgangspunkt zu dieser Anbetungsform kann eine Übernachtung im Freien sein, ein Lager, eine Gipfelbesteigung (dazu braucht es keinen Viertausender). Möglicher Anlass wäre auch das Thema „Schöpfung – Evolution“, aber auch nur ein Bibeltext oder ein neues Lied mit entsprechendem Inhalt.

Auch wissenschaftliche Fakten über Tiere und Pflanzen können ins Staunen versetzen!

Material

Das Material stellt unser Schöpfer zur freien Verfügung. Genial, oder?

Besonderes

Besonders wichtig als LeiterIn ist deine eigene Begeisterung für die Natur. Mach die Vorbereitung nicht im „stillen Kämmerlein“. Gehe an den Ort des Geschehens, lass dich erfüllen von den Eindrücken, spüre den „Wind in den Haaren“, lerne neu staunen. Und du wirst deine Gruppe glaubwürdig in die Anbetung hineinführen können. Respektiere gegebene Grenzen. Euer Bewegen in der Natur soll von Respekt geprägt sein. Respekt auch vor Menschen: Beim Betreten der Brutplätze von Wasservögeln oder einer vor der Ernte stehende Heuwiese werden Naturschutzaufseher oder Landwirte zu höchst unangenehmen Zeitgenossen.

Arbeitshilfen

Im Internet oder in Bibliotheken gibt es Informationen über praktisch jedes Thema in der Natur.


6. Bibelverse rappen

Michael Kilchenmann, 29, King's Kids-Mitarbeiter

Wort Gottes auszusprechen ist eine hohe Form der Anbetung. Wir zeigen ihm, dass wir ihn ernst nehmen. Was gibt es schöneres, als wenn junge Menschen in die Bibel verliebt sind.

Es ist unsere Verantwortung, Kindern und Jugendlichen das Wort Gottes einzuprägen (5. Mose 6:6,7)! Gott gibt uns die Kreativität verschiedene Sachen auszuprobieren, um möglichst viel Frucht im Leben der Kinder zu sehen. Das Wort Gottes wirkt durch sich selber (Jesaja 55,11), besonders im Mund der Kinder (Psalm 8,3). Mit der Bibel Gott anbeten – eine kraftvolle Sache!

Idee

Es gibt sehr viele kreative Möglichkeiten, um Bibelverse zu lernen. Eine davon ist der Rap. Mit Rhythmus bringen wir etwas Abwechslung in den Tonfall. Es hilft, dazu zu klatschen oder mit den Fingern zu schnippen.

Der Inhalt der gewählten Bibelverse sollte nicht geändert werden. Die Worte können aber ausgetauscht werden, damit sie sich besser reimen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Diese Lernform eignet sich für jede Altersstufe.

Varianten

Der Rap kann an einen bestehenden Song oder einen bestimmten Beat angelehnt werden.

Aeltere Kids machen ihre Raps selber!

Vorbereitung

Learning by doing!

Material

Ohne grossen Materialaufwand ist es möglich eine abwechslungsreiche und spannende Zeit zu gestalten. Die Bibel und einige gute Ideen sind schon genug, um den jungen Leuten Gottes Wort näher zu bringen.

Arbeitshilfen

Auf der CD „Ig u mini Fründe“ von King’s Kids findest du einige tolle Beispiele für Bibelvers Raps!

(Bestellung bei www.kingskids.ch)

Besonderes

Gute Raps werden zu Ohrwürmern! Die Kinder sprechen sie auch in der Schule, auf dem Spielplatz, etc. – mobiles Wort Gottes...


7. Kreatives Gebet mit Kindern

Mirjam Stoll, 25, hat Kidstreff geleitet und arbeitet jetzt bei King's Kids.

Hast Du gewusst: Beten ist nicht langweilig! Vor allem nicht, wenn man mit Kindern betet. Es ist möglich, Kinder für das Gebet zu begeistern! Probier’s mal kreativ...

Wenn wir die Bibel durchstöbern, treffen wir auf manche Geschichte, in der Gott auf ungewöhnliche und kreative Weise mit seinem Volk handelt. Ein sehr gutes Beispiel ist die Geschichte von Josua, wo Gott dem Volk Israel ganz spezielle Anweisung für einen „Gebetsmarsch“ gibt. Im neuen Testament spricht Jesus regelmässig in Gleichnissen zu den Menschen und visualisiert Situationen durch Gegenstände.

Die Idee

Gebet bedeutet nicht unbedingt, mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen auf dem Stuhl zu sitzen. Diese Vorstellung begeistert überhaupt nicht. Vielmehr legen wir Wert darauf, dass die Kinder aktiv sind und sich irgendwie mit dem Anliegen identifizieren können. Sehr oft brauchen wir dazu Symbole oder Gleichnisse aus unserem Alltag.

Ziel ist eine Gebetszeit, die auch Spass macht – im Rahmen der Jungschi oder als Gebetstreff.

Gerade Kids im Alter von 8 - 12 Jahren fällt es schwer, längere Zeit still dazusitzen. In dieser Entwicklungsstufe müssen sie aktiv sein und etwas tun. Deshalb beten wir kreativ. Aber auch für Jugendliche und sogar Erwachsene können diese Ideen echte Hilfe sein. Platz brauchst Du viel. Ein grosser Raum oder eine Wiese ist ideal.

Varianten

Hier ein paar Beispiele: Ihr betet, dass es an einem Ort, wo es schon sehr lange nicht mehr geregnet hat, wieder regnet. Dazu füllt ihr eine Giesskanne mit Wasser. Der Reihe nach darf jedes Kind diese nehmen, die Wiese bewässern und dazu beten, dass Gott Regen schenkt. (Das haben wir  gemacht; Gott beantwortete unsere Gebet in 2 Tagen)

Oder ihr betet, dass geistliche Mauern zwischen Menschen / Nationen fallen. Dabei stemmt ihr euch alle an eine Wand, als ob ihr sie umstossen wolltet. Alle zusammen dürfen laut zu Gott schreien.

Ein anderes Mal wollt ihr für Thailand beten. Schreibt auf Zettel Gebetsanliegen und steckt sie in Ballone. Dann blast diese auf. Jedes Kind darf nun einen Ballon stechen und dann für das Anliegen beten. Man kann die Zettel auch im Raum verteilen und die Kids dürfen sie dann suchen.

Vorbereitung

Je nach Gebetszeit und Art unterschiedlich.

Zeitaufwand für eine Gebetsgruppe: Eine Stunde Zeit zum Vorbereiten und eine Stunde für den Anlass.

Besonderes

Was ich sehr sehr wichtig finde: Wenn du mit Kindern beten willst, dann schaue vorher, dass deine Einstellung zum Gebet stimmt. Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Kinder sehr feinfühlige Persönlichkeiten sind und schnell merken, wenn du ihnen etwas vorspielst.

Weiter ist es auch wichtig, dass du deine Sicht von Kindern prüfst. Siehst du sie als eher mühsame Kids, die mehr nerven als Segen bringen oder siehst du in ihnen ihr geistliches Potential?

Bete ausserdem für „deine“ Kinder. Gerade dadurch schenkt dir Gott ein mega Herz für deine Arbeit!

Arbeitshilfen

Handbuch: „Herr, beten ist gar nicht so langweilig“ ein Heft rund um’s Gebet mit Kindern; ca. 30 Seiten, Fr. 9.-. Website „Vitaminbox“

Für Schulungen zum Thema oder Beratung beim Aufbau einer Gebetsgruppe kannst du dich an Mirjam Stoll wenden.

(Infos und Bestellung des genannten Materials bei www.kingskids.ch)


8. Lobpreis mit Kids

Nicht jedes Wunschkonzert verdient den Namen „Lobpreis“. Singen führt nicht automatisch in eine anbetende Haltung. Wie kannst du das bewusst fördern?



Quellennachweis:

Inhalt: Jahresschwerpunkt 1993 "Gemeinde", Peter Blaser, Siegfried Nüesch, Martin Bihr, Hansruedi Tanner, Ueli Obrist, Johannes Wallmeroth, Peter Schulthess

Zeichnungen: Andreas Vetterli

copyright: www.besj.ch 

Titelbild:  Clipart mit freundlicher Genehmigung des Verlages buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart - www.ejw-buch.de  


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