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Der erste Schritt

Zuletzt bearbeitet am 01. Februar 2016
Der erste Schritt

Ideen für vorevangelistische Projekte aus der Praxis. Ein Erfahrungsbericht von Langenthaler Jungscharen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Forum Heft-Artikel und er ist vollständig als pdf unten angefügt - hier sind nur Auszüge wiedergegeben.

 



Dienstagnachmittag, in einem Quartier mit acht grauen Wohnblocks, die zu einer Fabrik gehören. Kinder spielen auf dem matschigen Rasen Fussball oder fahren mit ihren Velos und Inline Skates auf der Strasse. Sie sprechen kroatisch, albanisch, türkisch miteinan- der, vermischt mit deutschen Wortfetzen. Viele von ihnen sind oft sich selbst überlassen, weil beide Elternteile in der Fabrik Schicht arbeiten.

Ein Auto kommt angefahren, eine helle Glocke bimmelt: «Chinderstund!» Einmal in der Woche kommen zwei Mitarbeiterinnen in das Quartier und gestalten im Gemeinschaftsraum eines Blockes eine Kinderstunde für alle Kinder. Singen, Spielen, Basteln, Rollenspiele, Feste feiern und jedesmal eine biblische Geschichte. Doch immer wieder merken wir, dass die Aufmerksamkeit der Kinder schwer zu halten ist. Es kommt uns manchmal vor, als würden sie uns sagen: «Wir wollen nicht deine Geschichte, dein Programm, wir wollen DICH!» Wir verstehen mehr und mehr, dass diese Kinder kaum jemanden haben, der wirklich Zeit für sie hat! So entsteht eine neue Idee:


Sunneträffe - Begegnungszeit

An einem weiteren Nachmittag der Woche, neben der Kinderstunde, sollen die Kinder noch einmal in den Gemeinschaftsraum kommen dürfen. Das soll ihre Zeit sein: «Sunneträffe!» Diesmal gibt es kein vorbereitetes Programm. Die Kinder dürfen wünschen, und eine Mitarbeiterin ist für sie da. Es wird gespielt (den Koffer mit den Spielen haben die Kinder selber bemalt), geplaudert, aus dem (Schul-)Alltag erzählt, manchmal bringt das eine oder andere Kind seine Hausaufgaben mit und fragt um Hilfe. Hier und da taucht sogar eine Frage zur Geschichte auf, die in der Kinderstunde erzählt worden ist. Beim gemeinsamen Spiel gibt es Gelegenheit, über Spielregeln und Spielverhalten zu reden und einen friedlichen Umgang miteinander einzuüben.
«Sunneträffe» gibt es unterdessen seit mehr als zwei Jahren. Das Vertrauen zwischen Kindern und Mitarbeiterinnen ist gewachsen. Damit stieg auch die Aufnahmefähigkeit für die Inhalte, die wir in der Kinderstunde weitergeben wollen.


Facts zum Sunneträffe

Das oben genannte Beispiel ist eine Möglichkeit, um zu einer bestimmten Kindergruppe hinauszugehen.
Welche Kinder möchtet Ihr erreichen? Und was sind ihre Bedürfnisse? Wie könnt Ihr sie
abholen und ihnen dienen, um ihnen später von Jesus erzählen zu können?
Stellt Euch im Team diese Fragen und sucht miteinander Antworten darauf, Antworten, die Euch zu mutigen Schritten bewegen! Betet, dass Gott Euch neue Türen zu Kindern öffnet! Auch die folgenden Ideen für vorevangelistische Anlässe können Euch als Anregung dienen.


Die Jungschar geht hin...

Das Jungscharteam der FEG Langenthal hatte sich das Ziel gesteckt, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Sie überlegten verschiedene Möglichkeiten und blieben dann bei der Idee hängen, einen Jungscharnachmittag im Wohnquartier in der Umgebung des Gemeindezentrums durchzuführen, und zwar an zwei aufeinanderfolgenden Jungscharnachmittagen. Vorher machten verschiedene Jungscharleiter Werbung für die Nachmittage, verteilten Zettel und hängten Plakate in den Hauseingängen auf. 

Am ersten Nachmittag kamen etwa 15 Kinder aus dem Quartier. Das war ein Aufsteller für das Team! Auf einem Rasen in der Nähe wurden verschiedene Spiele mit Wasser, Ball usw. gespielt. Am zweiten Nachmittag waren es vielleicht fünf Kinder, die als Gäste zur Jungschar stiessen. Diesmal wurde im nahegelegenen Wald ein einfaches Geländespiel durchgeführt. Die Andachten waren mit Theater und Abwechslung geplant.

Erfreuliches Resultat: Bis heute kommen noch Kinder von diesen Nachmittagen in die Jungschar! Eine Schwierigkeit hingegen lag bei den bisherigen Jungschärlern: Sie sahen die Notwendigkeit der Durchführung solcher Quartiernachmittage nicht ein. Es ist wichtig, dass die eigenen Jungschärler schon früh in ein solches Projekt mit einbezogen werden.

Eine andere Jungschar in Langenthal hat dies positiv erlebt: Bevor sie Kinder aus einem Ausländerquartier in ihre Jungschar einluden und sie jeweils abholten, weckten sie bei den bisherigen Jungschärlern die Sicht für diese Kinder. Die Leiter fragten ganz konkret: «Seid ihr einverstanden, diese Kinder in unsere Gruppe einzuladen? Seid ihr bereit, sie auch zu integrieren?»


Eltern beim shoppen - Kinder beim Basteln

Für die Adventszeit 2001 war in Langenthal Weihnachtsmarkt angesagt. Unter dem Motto «Zauberwald» planten die Geschäfte Sonntagsverkauf an zwei Wochenenden. Ein Jungscharleiter kannte einen der Organisatoren und fragte an, ob die Jungscharen irgendwie mitarbeiten könnten. Darauf wurde ihnen dann die Aufgabe delegiert, im «Zauberwald» einen Kinderhort zu organisieren. In einem zentral gelegenen Raum des Kunsthauses wurden also Bastelnachmittage angeboten. Das Besondere daran: Erstmals spannten die Jungscharen der verschiedenen örtlichen Gemeinden zusammen und traten miteinander für ein Ziel auf, so auch mit gemeinsamer Infotafel und einem Infoblatt. Ein hauptverantwortlicher Leiter galt als Ansprechperson. An den Nachmittagen selbst wurden dann aus verschiedenen Jungscharen Teams zusammengestellt.

Positive Resultate der Aktion: Zusammenarbeit, gemeinsames Auftreten nach aussen, neue Kontakte zu Kindern und Eltern, Werbung als Jungschar in der Stadt. Man hätte sich zwar gerne noch mehr Kinder gewünscht. Bei einem nächsten Mal sollte mehr und auffälliger geworben werden. Aber die Freude überwiegt, dass alle gemeinsam etwas anpackten und in der Stadt ein Zeichen setzen konnten. Immer wieder bieten sich Möglichkeiten, als Jungscharen in der Stadt zu den Kindern zu gehen, sei das durchs Mitmachen am Ferienpass oder durch Kinderprogramme an Stadtanlässen.


Die Gemeinde lädt ein

Das Gemeindezentrum der Freien Evangelischen Gemeinde Langenthal (FEG) feierte 20jähriges Bestehen. Der Wunsch war da, für die Nachbarschaft ein positives Zeichen zu setzen. So organisierten wir im Sommer ein Quartierfest, zu dem wir alle Nachbarn persönlich einluden. Festwirtschaft, Glace, Getränke, Musik der Jugend-Band, Hausführungen... Und natürlich boten die Jungschar- und Ameisli-LeiterInnen Spiele und Aktivitäten für Kinder an. Auch die Nachbarn gestalteten das Fest mit: Einerseits durch ausländische Spezialitäten kulinarischer Art. Zwei Mädchen einer indischen Familie präsentierten zudem einen indischen Tanz in ihren schönen Kostümen.

Die Begegnungen an diesem Fest waren so erfreulich, dass wir zwei Jahre später wieder ein Quartierfest im ähnlichen Rahmen durchführten. Zum Kinderprogramm gehörte diesmal auch das «Skybike», das viele Gäste anlockte. Neue Beziehungen wurden geknüpft, bestehende vertieft. Wir hatten die Gelegenheit, offen zu informieren über unsere Gemeinde und die Jungschar. Kinder konnten einfach mal hereinschnuppern und dabei Jungschärler und Leiter kennenlernen.


Muemetu-Chilbi gegen die Langeweile

Schon mehrmals war einer Ameisli-Leiterin etwas aufgefallen: an der «Muemetu-Chilbi», die jeden Sommer in ihrem Dorfteil in Aarwangen durchgeführt wird, sind zwar Kinder da... Aber sie langweilen sich. Für sie wird kaum etwas angeboten. Eine perfekte Chance! Die Leiterin fragte bei den Organisatoren nach, ob sie ein Kinderprogramm auf die Beine stellen dürfe. Gleichzeitig wolle sie auf die Ameisligruppe in Aarwangen hinweisen. Sie bekam das Okay, und zudem erhielt sie ein Zelt an der Chilbi zur Verfügung gestellt.  Ein Team von Mitarbeitern sorgte am Anlass selbst für ein buntes Angebot. Die Kinder hatten die Wahl zwischen einer Spielecke, einer Bastelecke und Spielen im Freien und einer Schatzsuche. Zu angekündigten Zeiten war eine Geschichte zu hören. Als besonderer Höhepunkt startete ein grosser Heissluftballon, den die Kindern in der Bastelecke mitgebaut hatten.  Das Projekt stiess bei Kindern und Eltern auf Anklang. Es gab Kontakte zu Eltern. Leider beteiligten sich eher wenig Kinder: Das Angebot war noch nicht genug bekannt und der Platz auf dem Festgelände lag nicht sehr günstig. Dafür wurde die Leiterin bereits wieder fürs nächste Jahr angefragt. Mit den gemachten Erfahrungen, mit etwas mehr Werbung und Absprache wird die neu gegründete Jungschar Aarwangen an der «Muemetu Chilbi» einen guten Auftritt haben!


Der erste Schritt


Quellennachweis


  • Inhalt und Bild: Forum Kind Heft 2/02, Seiten 13 - 15. Strategie: "Das "Geh"-Prinzip. © Copyright www.forum-kind.ch
  • Autoren: Sabine Jäggi ist Lehrerin. Sie arbeitete in der FEG Langenthal, mit den Schwerpunkten Ameisli- und Kinderarbeit. Neue Zielgruppen sind ihr ein spezielles Anliegen!

    Folgende LeiterInnen haben zu diesem Artikel beigetragen:

    Simone Pieper, FEG Langenthal (Quartierarbeit der Jungschar);
    David Marmet, Jungschar EMK Langenthal (Kinderprogramm am Weihnachtsmarkt)
;
    Verena Egger, FEG Langenthal, Jungschar Aarwangen (Kinderprogramm an der "Muemetu-Chilbi")

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