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Karabiner (-haken)

Zuletzt bearbeitet am 23. September 2014
Karabiner (-haken)

Karabiner oder auch Karabinerhaken werden in der Kinder- und Jugendarbeit vor allem für Oudooraktivitäten (Klettern oder Seiltechnik) eingesetzt.

Dieser Artikel bietet eine Übersicht über die verschiedenen Modelle und verweist teilweise auf detailiertere Artikel zu bestimmten Karabinerarten.

Hinweis: Beim Umgang mit Karabinern ist Vorsicht geboten.


Warum heisst der Karabiner - Karabiner?

Ein Karabiner (-haken) ist ein Haken mit Verschluss (Schnapper). Ursprünglich wurde er von Kavalleristen genutzt. Nach dem Schuss konnte so der Karabiner (kurzläufiges Gewehr) an dem Karabinerhaken schnell am Brust- oder Kartuschbandelier befestigt werden, um den Kampfmit Pistolen oder Blankwaffen fortzusetzen. Als diesem Karabinerhaken, jedoch mit der Zeit neue Bedeutung, vor allem in der Seiltechnik, zu kam, begann man auch vom Karabiner zu sprechen.

Erwähnt wird eine vergleichbare Vorrichtung bereits im 1616 erschienenen Werk Kriegskunst zu Pferd des Militärschriftstellers Johann Jakob von Wallhausen:

„... daran ein Schleiff von Eysen hat mit einem Häcklein, so ein Feder, umb daß, das Rohr, so er hinein hanget, ihm nicht kan herauß fallen.“

(J. J. von Wallhausen, Kriegskunst zu Pferd. Frankfurt/M. 1616, S. 35)


Welche Arten von Karabinern gibt es?


Normalkarabiner

Karabiner ohne Verschlusssicherung werden meist als Normalkarabiner bezeichnet. Diese können dort verwendet werden, wo dem Karabiner keine alleinige sicherheitskritische Bedeutung zukommt (Beispiel dafür sind Materialkarabiner) oder wo die Möglichkeit, den Karabiner schnell öffnen und schließen zu können, einen größeren Sicherheitsgewinn bringt als der Sicherheitsverlust durch eine fehlende Verschlusssicherung (beispielsweise bei der Verwendung mit einer Expressschlinge).

Als Ersatz für einen Verschlusskarabiner können auch zwei Normalkarabiner gegenläufig eingesetzt werden (ein Schnapper links, der andere rechts).


Verschlusskarabiner

Bei Verschlusskarabinern ist der Schnapper durch eine verschiebbare oder verschraubbare Hülse gegen versehentliches Öffnen geschützt. Im geschlossenen Zustand liegt die Hülse auf der zu öffnenden Seite des Schnappers über der Verbindungsstelle zwischen Schnapper und Karabiner-Körper und verhindert so, dass sich der Schnapper öffnen lässt. Im offenen Zustand wird sie auf den Schnapper verschoben oder bewegt und legt so die Verbindungsstelle frei, um ein Öffnen zu ermöglichen. Verschlusskarabiner werden überall dort eingesetzt, wo bei Versagen des Karabiners die Sicherungskette unterbrochen wäre.

In der gewerblichen Anwendung werden heutzutage ausschließlich selbstverriegelnde Verschlusskarabiner verwendet. Für Verschlusskarabiner werden je nach Art der Bauart und Verwendung verschiedene Begriffe verwendet:

  • Schraubkarabiner
  • Twist-Lock-Karabiner
  • Tri-Lock-Karabiner
  • Sicherheitskarabiner

Spezielle Karabiner

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Karabinern, welche für Spezialzwecke verwendet werden. Hier einige Beispiele:

  • HMS-Karabiner
  • Feuerwehrkarabiner
  • Rohrhaken
  • Klettersteigkarabiner
  • „Baumarkt-Karabiner“
  • Flugsport

Welche Normen muss ein Karabiner erfüllen?

Karabiner, die in der Europäischen Union in den Handel kommen sollen, müssen europäischen Normen (EN) entsprechen und zertifiziert werden, falls sie Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) sind. Die Zertifizierung garantiert die Einhaltung der Normvorgaben und die Konformität mit der Europäischen PSA-Richtlinie (89/686/EWG) und wird u. a. mit der CE-Kennzeichnung und einer Konformitätserklärung bestätigt. Diese ermöglicht einen barrierefreien Handel in der EU.

  • Karabiner im geschlossenen Zustand müssen mindestens 20 kN in Längsrichtung halten. Zusätzlich sind auch die Bruchlastwerte in Querrichtung sowie bei offenem Schnapper anzugeben, die – bei Aluminium-Karabinern – etwa ein Drittel bis die Hälfte der Bruchlast in geschlossenem Zustand betragen.
  • Geschlossene Klettersteigkarabiner müssen Bruchlastwerte von 26 kN erreichen, da diese beim Sturz größeren Belastungen ausgesetzt sind.

Neben der Europa-Norm existiert noch die Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA)-Norm, die wesentlich strengere Maßstäbe an die Haltbarkeit anlegt; eine Zertifizierung nach UIAA ist aber nicht zwingend nötig, um die Karabiner in Verkehr bringen zu dürfen, sofern sie den EN entsprechen.


Wie werden Karabiner hergestellt?

Ein Video von Black Diamond gibt einen Einblick in die Herstellung von Karabinern.


Quellen


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