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Geistliche Leidenschaft

Zuletzt bearbeitet am 13. Januar 2016
Geistliche Leidenschaft

 

Es geht hier nicht um einfache Rezepte, es geht um den biblischen Weg. Dieser Weg ist einerseits ein Weg der Freude, weil Gott unser Herz entzünden und uns für seine Pläne brauchbar machen will, aber es ist auch ein Weg, der oft unangenehm ist und uns tief in unseres Innerstes blicken lässt.


A. Persönlich (Peter Blaser)

Einleitung

Ich weiss nicht, wie es dir in Bezug auf geistliche Leidenschaft geht. Wie oft schon hast du dich damit auseinandergesetzt, wie oft schon wolltest du, wie oft schon ging es nicht, wie oft schon warst du enttäuscht, resigniert? Oder vielleicht war dir dies auch noch gar nie ein Anliegen und bist jetzt sehr gespannt, erwartungsvoll?

Nun, mit geistlicher Leidenschaft wird oft wie mit einem Rezeptbuch umgegangen. Du musst dies und jenes tun und dann hast du geistliche Leidenschaft. Eines müssen wir ganz klar feststellen: Geistliche Leidenschaft ist nicht Aktivismus! Geistliche Leidenschaft ist nicht der Einsatz, bis die Zunge am Boden aufwischt! Geistliche Leidenschaft ist Beziehung! Geistliche Leidenschaft hat viel mit Liebe zu tun - aber nicht mit der Liebe, wie wir Menschen sie oft verstehen. Geistliche Leidenschaft kann uns an die Grenzen der Belastbarkeit führen. Geistliche Leidenschaft kann äusserlich sehr ruhig wirken. Geistliche Leidenschaft kann sich emotional äussern. Die Art und Weise der Manifestation der geistlichen Leidenschaft hängen auch mit unserem Typ zusammen.  

Gordon MacDonald sagte: "Ich erinnere mich an meine Haltung, wenn andere Menschen mit bestimmten Vorstellungen über geistliche Leidenschaft zu mir kamen. Ich sollte einfach nachahmen, was bei ihnen funktioniert hatte. Als junger Mann muss ich wohl ein Dutzend Techniken ausprobiert haben. Ich tat eifrig, was immer man mir vorschrieb. Aber die Ergebnisse soweit es welche gab, waren nur kurzlebig und ich entdeckte, dass es keine Abkürzungen, keine Spielereien, keine leichten Wege gibt, einen vertrauten Umgang mit Gott zu pflegen und Leidenschaft zu erhalten, die uns durch die Reise unseres Lebens trägt.  

Es geht hier nicht um einfache Rezepte, es geht um den biblischen Weg. Dieser Weg ist einerseits ein Weg der Freude, weil Gott unser Herz entzünden und uns für seine Pläne brauchbar machen will, aber es ist auch ein Weg, der oft unangenehm ist und uns tief in unseres Innerstes blicken lässt.    

Berufung ist nur der Anfang  

In unserer Lebensbiographie mit Jesus gibt es ja einen klar definierten Beginn: Die Wiedergeburt, resp. die Umkehr und die an- und Aufnahme von Jesus als persönlichen Herrn. Mit diesem Akt hat der Heilige Geist Einzug in unser Leben gehalten. Das heisst, wir sind:

  • Gottes Werk
  • Gottes Tempel
  • Salz und Licht
  • Unendlich wertvoll, geliebt, geschätzt, wertgeachtet
  • Gottes Mitarbeiter, Botschafter
  • Heilige
  • Geliebte
  • Hausgenossen und Mitbürger
  • Berufene
  • Gottes Gegenüber, sein Freund
  • Erlöste
  • Miterben
  • Botschafter
  • Auserwählte
  • Kinder Gottes
  • Gerechte
  • im Buch des Lebens geschrieben
  • vollkommen in Christus
  • ein Glied am Leib Jesu 
  • versiegelt mit Gottes Geist 

Wir haben:

  • Zugang zu Gott
  • lebendige Hoffnung - Perspektive
  • ewiges Leben
  • einen Fürsprecher bei Gott

Was lösen diese biblischen Facts in dir aus? Sei von demjenigen autorisiert, der dich du den ganzen Kosmos geschaffen  hat.Aus diesem ersten Schritt und dem Bewusstsein der Kindschaft Gottes, erwächst die erste Liebe- resp. auch eine brennende Leidenschaft. Deshalb ist es wichtig, uns dies immer wieder vor Augen zu führen. In der echten, tiefen Anbetung wird auch unser Herz warm und wird diese Liebe genährt - denn jede Liebe braucht Nahrung! Um zu Leidenschaft zu gelangen, wiederzuerlangen, oder erstmals zu erlangen ist ein Wachstumsprozess notwendig - oder Gott kann auch plötzlich jemanden total ergreifen - aber auch da folgen die Wachstumsprozesse. Gott möchte uns immer mehr nach seinen Vorstellungen formen - und diese Vorstellungen sind für uns immer das Beste. (Röm. 8, 28)   Die Geschichte von Jakob bei Pnuël gibt uns einige wichtige Erkenntnisse über Gottes Prinzipien 1. M. 32, 25-32

  • Jakobs Betrug und List für den Erstgeburtssegen ist der Anfang eines langen Lernprozesses, den Gott mit Jakob geht. 
  • Jakob ist unterwegs, sein Leben zu ordnen 
  • Am Fluss Jabbok stürzt sich eine Gestalt auf ihn. Jakob muss das Gefühl haben, dass es um sein Leben geht 
  • Es entsteht ein harter Kampf - sie schenken sich nichts 
  • Jakob begegnet Gott und bekommt eine neue Identität 

Geistliche Leidenschaft hat mit meinem Gottesbild zu tun!

  1. 1

    Passt dies in unser Gottesbild hinein, dass uns Gott so begegnet? So, dass wir meinen, er bringe uns um? Der Gedanke, dass Gott uns zu Leibe rückt, uns in die Mangel nimmt, und bedrängt und gefährdet liegt uns nicht sehr nahe.

    • Ein gängiges, aber einseitiges und nicht sehr tiefes Bild ist: Ein Gott der Liebe - also wahnsinnig nett. Liebe assoziieren wir schnell mit "nett", "Freundlich" und ganz tief in uns "letztlich harmlos" nach dem Motto. Guter Opa, Total Taub. Das Bild eines harmlosen Gottes hat nie gestimmt.
    • Die Liebe Gottes in Jesus am Kreuz ist keine nette, harmlose Liebe. Es ist tiefste, dramatische, "brutale" Liebe! Jesus, sein Sohn musste qualvoll sterben! Gott stürzt seinen Sohn und damit sein eigenes Herz in die tiefste Tief. Das ist Liebe- damit wir frei werden!
      (W. Kopfermann)
    • Das Bild vom netten, lieben Gott, vom guten Kumpel stimmt von der Bibel her nicht und andererseits entspricht es nicht dem Wesen und dem Herz Gottes.
    • Gott ist und bleibt der gute Hirt, der alles dran gibt, seine Schaft auf gute Weisen zu führen. Der Hirte macht dies mit Zurufen, mit Locken, er geht voran, aber je nach Situation und Schaf auch mit dem Stock und mit seinem Hund. Genauso müssen liebevolle, gute Eltern manchmal auch harte Massnahmen ergreifen, um dem eigenen Kind langfristig eine echte Hilfe zu sein
      Echte, tiefe Liebe muss manchmal auch schmerzhaft sein.
    • Gott ist aber auch der Gott, der sagt: "Geht hin und ruht euch ein wenig aus!" (Mk 6, 31)
      Gott ist nicht ein Gott, der pausenlos Einsatz verlangt - Gott möchte Beziehung und daraus unser Tun, das seinem Willen entspricht.
    • Gott ist der gute Vater, der alles für dich hingegeben hat, er ist der Vater, der gute Gaben gibt. Es ist der Gott, der dich als sein Kind angenommen hat und der dir seinen ganzen Reichtum schenken will. Er will ihn dir nicht vorenthalten. Das Problem liegt darin, dass wir von Reichtum, von Fülle, von einem guten und lebenswerten Leben oft andere Vorstellungen haben als der gute Vater!

     

    Unsere Gottesbilder sind sehr von unseren Gesellschaftsbildern geprägt. In unserer westlichen Welt sind Reichtum, Anerkennung, Gesundheit, Konsum, Freiheit - Sinnbilder für ein erfülltes, gutes und lebenswertes Leben.

     

    Man kann Mangel haben, Entbehrungen annehmen, man kann verzichten, man kann in Leiden und Nöten, innerlicher und äusserlicher Art leben und trotzdem ein erfülltes, dankbares, sinnvolles, reiches Leben haben! Das sind keine Widersprüche! (Phil. 4, 12)

    Welche Gottesbilder bestimmen deine Gottesbeziehung?

    Wenn Gott uns in ein Leben in grösserer Fülle (und daraus entspringt auch geistliche Leidenschaft) hineinführt - und das will er (Joh. 10, 10; Kol. 2,10) - dann geht es nicht gradlinig, sanft bergauf, sondern es geht durch Brüche, durch Zerbrüche hindurch. Er bringt uns in Notsituationen, er stürzt uns in Krisen und er begegnet uns darin. Hiobs Bekenntnis nach seiner schweren Leidenszeit war: "Ich hatte Gott nur vom Hörensagen vernommen, aber nun hat mein Auge dich gesehen!" (Hiob 42, 5) Aber er begegnet uns auch auf dem "Berg der Verklärung", wo wir seine Herrlichkeit sehen können. Gott hat viele Möglichkeiten, er lässt sich nicht einengen!

    Alle wirklich von Gott gebrauchten Botschafter haben solche Zeiten durchgemacht damit sie fruchtbar werden und sich von Gott führen lassen. Einige Beispiele:

    • Petrus - Verleugnung - Demütigung - sich selber erkennen - früher hast du dich selber gegürtet - ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst
    • Elia - Depression - möchte sterben unter dem Busch

       

    Jeremia - verfluchte den Tag seiner Geburt

    • Pauls - Krankheit und Schwachheit, Steinigung, Geisselung, usw.
    • Hudson Taylor, niedergeschlagen, entmutigt
    • John Wesley, eine hindernde Frau, Widerstände
    • Spurgeon, Verspottung, Anfeindungen
    • Wilhelm Pahls - Tod seiner Frau
    • Persönliche Krisen???
    • usw. usw.

    Gott liebt uns (auch wenn es zynisch und hart klingt) vielleicht nie so praktisch, wie in diesen Zeiten, wo er in unser Leben hineingreift und uns schwierigste Dinge durchleben lässt. Situationen, in denen wir an unsere Grenzen kommen und nicht weiter wissen - wo es hart auf hart kommt - wo wir den Eindruck haben eine übermächtige Gestalt stürze sich auf uns! - so wie es Jakob am Fluss gegangen sein muss.

    Wer sich nach einem Leben in grösserer Fülle sehnt, der wird durch Brüche und Zerbruch hindurch geführt werden. (W. Kopfermann)

    Bevor uns Gott seine Fülle gibt, führt er uns in die Armut. Bevor er uns den Tag erleben lässt, führt er uns in die Nacht. (W. Kopfermann)    

    Geistliche Leidenschaft heisst nicht auf einer Erfolgs- und Euphoriewelle zu schwimmen, sondern heisst treu bleiben auch im Zerbruch, heisst Gottes Interesse zu meinen Interessen zu machen, heisst Gott zu glauben, dass er uns zutiefst zufriedenstellt und ausfüllt heisst Gott sein Leben anzuvertrauen, Das braucht Mut! Gottes Interessen zu meinem Interessen machen, führt nur durch den Zerbruch meines Ich.
    Ps. 51, 19; Ps. 34, 19; Ps. 147, 3; Hes. 6, 9

    Bevor uns Gott auf die Berge des Glaubens bringt, führt er uns in die tiefsten Täler der Anfechtung - damit wir von Gott abhängig bleiben!

    Was lösen diese Ausführungen in dir aus? Angst? Ablehnung?
    Das ist normal - aber ein Ausdruck des Misstrauens Gott gegenüber, dein Leben wirklich reich zu machen.


  2. 2

    Biblisches Grundprinzip (siehe PDF-Datei)

  3. 3

    Die entscheidende Erkenntnis des Jakob  (siehe PDF-Datei)

  4. 4

    Die entscheidende Frage (oder die Konsequenz)  (siehe PDF-Datei)

  5. 5

    Geistlich leidenschaftlich sein, heisst von Gott abhängig sein!  (siehe PDF-Datei)

  6. 6

    Gott segnet!  (siehe PDF-Datei)

  7. 7

    Die Freude - das Gefühl - die Liebe - die Leidenschaft  (siehe PDF-Datei)


Leidenschaft für Jesus entwickeln

  • Gott kennen
  • Beziehungen ordnen
  • Bitte Gott um Leidenschaft
  • Geduld
  • Ende oder Anfang
Kurz und bündig und eigentlich sehr einfach:   Das aufrichtige Gebet, in welchem wir Jesus die Herrschaft über unser Leben übergeben, das Vertrauen, dass er seine ganze Fülle in unser Leben legen wird, egal wie, wann was kommt und die Bitte um eine leidenschaftliche Liebe zu Jesus, wird Gott auf jeden Fall erhören - und geistliche Leidenschaft wird die Folge werden!  

Kompletter Artikel siehe PDF-Datei




Literatur:

Aufatmen 1/96; Wolfram Kopfermann; Zerbruch und Fülle, Gott in der Tiefe begegnen

Aufatmen 1/96; Jack Deere: Kopf und Herz, neue Leidenschaft gewinnen

Zurück zur ersten Liebe; Gordon MacDonald, Projektion J


Quellennachweis:

Inhalt / Autor:  Regionales Leiterwochenende 4. - 5. Nov. 2000, Peter Blaser, Bund Evangelischer Schweizerischer Jungscharen, BESJ

copyright: www.besj.ch

Bild: www.Juropa.net


Die Autoren: Irmgard
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